Plauens früherer Museumschef gestorben

Horst Fröhlich wurde 82 Jahre alt. Er engagierte sich über ein halbes Jahrhundert im Vogtland und hinterlässt viele Spuren.

Plauen.

Ein schwerer Verlust für Plauen und das Vogtland: Horst Fröhlich, Volkskundler und ehemaliger Direktor des Vogtlandmuseums, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 82 Jahren nach schwerer Krankheit. Bis zuletzt war der studierte Germanist und Ethnograf aktiv: Die Vorbereitungen für die Festschrift zu 900 Jahren urkundliche Ersterwähnung Plauens 2022 hat er seit Jahren vorangetrieben. Er war als Hauptautor für das große Kapitel von etwa 1550 bis 1800 vorgesehen.

Horst Fröhlich war kein gebürtiger Vogtländer. Geboren 1934 in Jagsten im heute russischen Teil Ostpreußens, kam er 1947 nach Sachsen und 1960 nach Plauen - seine früh verstorbene Frau war Plauenerin. Seine Heimat wurde das Vogtlandmuseum: Ab 1960 war Horst Fröhlich wissenschaftlicher Mitarbeiter des damaligen Vogtländischen Kreismuseums und blieb dem Haus über mehr als 55 Jahre verbunden: als Autor Plauener Museumshefte, Organisator von Ausstellungen, mit Vorträgen sowie von 1991 bis 1993 als Direktor des Museums. Längst im Rentenalter, führte Fröhlich den Verein der Freunde und Förderer des Hauses als Vorsitzender durch im Grund nie leichte Jahre.

Der Name Fröhlich war genau richtig für den Wahlvogtländer, Liebhaber des Landstrichs, der Stadt und des VFC: Kollegen und Freunden machte er es leicht: freundlich, zuverlässig, offen, einsatzbereit - hartnäckig, wenn er von einer Sache überzeugt war. Spuren hinterlässt Horst Fröhlich viele: in der Museumsarbeit, als Redaktionsmitglied der "Vogtländischen Heimatblätter und des Kalenders "Sächsische Heimat", im Verein für vogtländische Geschichte, Volks- und Landeskunde. Die Stadt Plauen würdigte den Einsatz des begeisterten Sportler und Vereinsmenschen mit der Verleihung der Stadtplakette.

Als Autor nahm er sich vieler Themen an: Bräuche, Sagen, Überlieferungen, Volkskunde im besten Sinne, die oft aus dem Blick geraten ist. Sein großes Ziel war, dass er noch die spannende Geschichte der Plauener Mühlen zu Papier bringt. Es war ihm nicht mehr vergönnt.

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