Werbung/Ads
Menü

Schlagabtausch um ein Filetstück für Investoren

Warum soll trotz absehbaren Mangels an Flächen zur Industrieansiedlung ein 100 Hektar großes Areal bei Kauschwitz nicht reserviert werden? Plauens Vertreter im Kreistag zeigen sich irritiert.

Von Uwe Selbmann
erschienen am 10.02.2018

Plauen. Es war nur eine kleine Randbemerkung, die Sebastian Kropop in der Sitzung des Kreistages am Donnerstag in Plauen machte. Der Leiter der Geschäftsstelle des Planungsverbandes Region Chemnitz stellte dort aktuelle Planungsstände vor: Von 21 Vorsorgestandorten für großflächige Industrie- und Gewerbeansiedlungen in den Landkreisen Mittelsachsen, Erzgebirge, Zwickau und Vogtland sollen nur zwei in der Region ausgewiesen werden - ein Areal bei Auerbach-West, eines an der B 169 bei Neuensalz. Der bisher gelistete Vorsorgestandort Kauschwitz sei "im Ergebnis intensiver Diskussion" vom Tisch.

Bei Vertretern Plauens im Kreistag schrillten die Alarmglocken. Dieter Rappenhöner (Grüne) machte als erstes darauf aufmerksam: Die Kauschwitzer Fläche verfüge über Gleisanschluss und sei eine der ebensten, die noch im Vogtland für den Zweck vorhanden sind. Wirtschaftsdezernent Lars Beck sagte, dass man sich "im Einvernehmen mit der Stadt" darauf geeinigt habe, nicht an dem Standort festzuhalten: Bei einer Erschließung dort werde Verkehr durch die Stadt oder durch die Dörfer zur Autobahn fließen. Zudem habe das Ausweisen im Regionalplan auch Nachteile. Die Grundstücke würden bis zu 10 Hektar parzelliert und müssten für größere Investoren freigehalten werden. "Wir haben aber viel Bedarf an kleineren Ansiedlungen", schloss Beck eine Realisierung als Industrie- und Gewerbegebiet nicht aus.

Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, Chef der FDP-Fraktion im Kreistag, entgegnete: "Das Einvernehmen habe ich nicht erklärt. Ich halte das auch für falsch." Die mehr als 100 Hektar, um die es gehe, könnten als einzige im Vogtland eine Ansiedlung mit mehr als 50 Hektar ermöglichen. Für den Gleisanschluss liegen Pläne in der Schublade. Beck berief sich auf Gespräche mit dem Baubürgermeister, während Oberdorfer beharrte: "Sie können nicht mit meinem Stellvertreter verhandeln und dann hier erklären, dass Einvernehmen mit der Stadt hergestellt ist." Benjamin Zabel (SPD) machte auf das Verhältnis der Vorsorgestandorte aufmerksam: "Nur zwei im Vogtland von 21 in der gesamten Planungsregion."

Im Pausengespräch setzten Oberdorfer und Beck ihre Auseinandersetzung fort und einigten sich darauf, gemeinsam auf den Standort im Regionalplan zu dringen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
7
Kommentare
7
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 11.02.2018
    13:56 Uhr

    WilhelmTell: Aber eine neu politische Kraft könnte sie in den Vorruhestand schicken. NICHTS tun sollte doch für die Vasallen in der Landvogtei keine große Umstellung sein?

    1 0
     
  • 11.02.2018
    10:33 Uhr

    Tauchsieder: Schade, Schade das man die Verwaltung nicht wählen kann!

    1 0
     
  • 11.02.2018
    09:44 Uhr

    WilhelmTell: Darüber kann man sich erhitzen bis man glüht! Aber die Verwaltung könnte sich auch (wieder) durch alle Instanzen klagen - die Kosten tragen ja nicht die mit aussichtslosen Klagen bei Gericht unterlegenen Bürokraten, sondern die Steuerzahler die auch für deren Bezüge und Pensionen aufkommen müssen. Uneinsichtigkeit und Beratungsresistenz sind leider unausrottbare Bürokratenuntugenden. Für Ignoranz gibt es leider keine Amtstinhaberrhaftung :-(
    Noch ist Faschung, bald schon "Kehraus" (der nächste Wahltermin kommt bestimmt.

    0 2
     
  • 11.02.2018
    08:41 Uhr

    Tauchsieder: Hier bedeutet in unmittelbarer Nähe das angrenzende Grundstück "W.T.".
    Deutschland hat man nun in dem Beschluss des EuGH erklärt, wie das europ. Recht auszulegen ist. Und genau das hatte das BVwG in Luxemburg angefragt. Außerdem hat der EuGH deutlich gemacht, dass für natürliche Lebensräume und Habitate von Arten das gleiche Schutzziel zu gelten habe. Zitat aus dem Beschluss des EuGH: >Deshalb können bestimmt Bauvorhaben nicht mehr in Schutzgebiete hineingebaut werden ....< Zitat Ende. Somit gehören zwar die unmittelbar angrenzenden (so wie in diesem Fall) landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht zu den geschützten Lebensraumtypen, erfahren aber - wie der EuGH betont - dennoch den Schutz des europ. Habitatschutzrechts.
    Übrigens müsste Hr. Rappenhöner darüber genauestens informiert sein was geht und was nicht. Ständige Bauchlandungen gehen auf die Gesundheit.

    1 3
     
  • 10.02.2018
    15:26 Uhr

    WilhelmTell: "Nah beim" FFH-Gebiet ist nicht "IM" FFH-Gebiet. Da gälte es schon zu beweisen, dass die Planung erhebliche Auswirkungen bis ins, lies Schutzgüter im FFH-Gebiet hätte. Ss schon ist aber doch schön, dass das Planungsbüro auch Mitglied im BUND ist. Die Beiträge sind doch nur eine gaaanz kleine Buße für die Sünden die sie der Natur angetan haben.
    Das ist fast so, als würde ein Vergewaltiger glauben, mit der Bezahlung der Abtreibung wäre seine Schuld gesühnt!
    Dass Dezernent Beck und Dr. Pohl plötzlich Einsichtsfähigkeit in Belange von FFH-Gebieten haben - sorry, das schließe ich aus. Denen ist immer noch das Hemd näher als die Hose!
    Irgendwie scheint mir die investorenfreundliche sächs. Verwaltung in Bezug auf Naturschutz ein Faible für Bauchlandungen zu haben?

    1 1
     

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 19.02.2018
Härtelpress
Notfall - Rettungshubschrauber landet auf Chemnitzer Markt

Wegen eines Notfalls ist ein Rettungshubschrauber am Montagvormittag auf dem Chemnitzer Marktplatz gelandet. ... Galerie anschauen

 
  • 15.02.2018
Niko Mutschmann
Brand auf Dreiseitenhof in Wilkau-Haßlau - zwei Tote, zwei Verletzte

Wilkau-Haßlau. Beim Brand eines Dreiseitenhofes am frühen Donnerstagmorgen im Ortsteil Culitzsch sind zwei Tote gefunden worden, zwei Personen wurden verletzt. Das teilte die Polizei mit. ... Galerie anschauen

 
  • 12.02.2018
Ralph Köhler
Wasserrohrbruch in Zwickau

Der Bruch einer Wasserleitung am Samstag in der Bürgerschachtstraße in Zwickau hat zu einem Verkehrschaos geführt. ... Galerie anschauen

 
  • 11.02.2018
Ellen Liebner
Faschingsumzug in Plauen 2018

Kamelle und Konfetti zuhauf gab es am Sonntagnachmittag beim 24. Faschingsumzug durch Plauen. Mehr als 30.000 Zuschauer säumten – zum Teil selbst kostümiert – gut gelaunt den Straßenrand und ließen sich bei kaltem Wind bereitwillig von den feiernden Narren kräftig einheizen.? ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Plauen
Mo

3 °C
Di

2 °C
Mi

2 °C
Do

0 °C
Fr

-1 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Plauen und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Plauen

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Online Beilagen

Die aktuellen Angebote von Ihrem Media Markt Plauen

Schnäppchen zum Valentinstag!

 

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08523 Plauen
Postplatz 7
Telefon: 03741 408-0
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9.00 - 18.00 Uhr
Sa. 9.00 - 12.00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm