Toter Bussard unter Windrädern gefunden

Als Anwalt der Vögel sieht sich Thomas Hohl, wenn es um Windkrafträder geht. Jetzt hat er unter solch einem Rad einen Greifvogel gefunden - tot.

Reuth.

Der Kornbacher Kreisrat und Naturpädagoge Thomas Hohl (Grüne) zeigt traurig auf einen toten Bussard: "Den habe ich unter den Windrädern nahe Straßenreuth auf fränkischer Seite gefunden."

Eine Schülerin hatte dem in Hof tätigen Lehrer berichtet, dass sie beim Ausflug mit den Eltern vom Auto aus gesehen habe, wie ein Greifvogel im Bereich der Windräder flog, plötzlich aber zu Boden stürzte. Gleich nach der Arbeit fuhr der Kornbacher hin, um sich nahe des Dreistaatensteines, der Sachsen, Bayern und Thüringen verbindet, umzuschauen. Und tatsächlich: Es dauerte nicht lange und er fand das tote Tier. "Ein Bussard, der ins Trudeln gekommen ist und abstürzte. Er wurde wohl Schlagopfer der Flügel von einem Windrad", schätzt Hohl ein. Das Fatale sei, dass Greifvögel in Höhe der Windräder fliegen, die Gefahr aber nicht sehen. Die Dunkelziffer der Tiere, die so den Tod finden, sei hoch.

"Den Fund habe ich der Naturschutzbehörde auf fränkischer Seite in Hof und auf thüringischer Seite in Schleiz gemeldet", berichtet Hohl. Er ärgert sich, da nachgewiesen sei, dass streng geschützte Schwarzstörche, Rot- und Schwarzmilane in dem Gebiet leben, in dem künftig noch mehr Windräder stehen sollen.

"Die Naturschutzbehörden sind über die Vorkommen informiert, trotzdem werden solche Anlagen genehmigt", so Hohl. Er weist zugleich darauf hin, dass er sich nicht als Gegner erneuerbaren Energien sieht: "Aber weil sich sonst keiner für die streng geschützten Vögel einsetzt, die hier leben, tue ich das." Nicht nur Greifvögel, auch kleine wie Kiebitze oder Wassergeflügel wie Enten und Wildgänse seien in Gefahr.

An den Landesgrenzen Sachsen, Thüringen und Bayern treffen drei Windkraftparks aufeinander. Auf bayerischer Seite stehen neun Anlagen, in einiger Entfernung weitere. Auf Thüringer Flur werden derzeit acht gebaut. Fünf sind nahe Mißlareuth auf sächsischer Seite geplant.

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1Kommentare
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  • 3
    2
    Tauchsieder
    14.12.2016

    So etwas kommt dabei heraus, wenn man so wie die "Grünen" entschieden den Ausbau von erneuerbaren Energien fordert. Je mehr man solche Anlagen errichtet umso größer ist der Eingriff in den Naturhaushalt und man wird dann in Zukunft noch mehr von solchen Fällen hören
    Genau diese "Grünen", wo Hr. Hohl Mitglied ist, sind eigentlich die Ansprechpartner und nicht die UNB der Landratsämter. Diese UNB sind keine Genehmigungsbehörden zur Errichtung von Windkraftanlagen, dieses müsste eigentlich Hr. Hohl bekannt sein. Betroffenheit hier zu suggerieren geht an dem Problem völlig vorbei. Für mich sind dies nur "hohle" Reden.



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