Vogtländer finden ihr Kriegsgrab auf hoher See

Das Vogtlandmuseum Plauen zeigt derzeit die Ausstellung "Der Erste Weltkrieg im Vogtland". Parallel dazu ist ein Buch zum Seekrieg erschienen.

Plauen.

Als am Abend des 31. Mai 1916 der deutsche Schlachtkreuzer Derfflinger in der Skagerrak-Schlacht einen schweren Treffer im Geschützturm D erhielt, brannte dieser völlig aus. Unter den 157 Toten war auch Obermatrose Fritz Schaller aus Netzschkau.

Die Kämpfe im Skagerrak am 31. Mai und 1. Juni waren die größte Seeschlacht, die die Welt je erlebte. 151 englische Schiffe mit 60.000 Mann Besatzung standen 99 deutschen Schiffen mit 45.000 Mann Besatzung gegenüber. Auf deutscher Seite betrugen die Verluste elf Schiffe und 2551 Tote. Neun der Seeleute stammten aus dem Vogtland - aus Mylau, Plauen, Reichenbach, Auerbach, Theuma und Netzschkau.

Lutz Kowalzick, Chefarzt am Plauener Klinikum und Mitglied der Marinekameradschaft Plauen/Vogtland, hat ein Buch unter dem Titel "Vogtländer im Seekrieg" geschrieben, das sich der Skagerrak-Schlacht widmet - und der Versenkung der Laconia 1942 durch das deutsche U-Boot 156, das unter dem Befehl des Plauener Korvettenkapitäns Werner Hartenstein stand. Am vergangenen Wochenende war das Buch zur Eröffnung der Sonderausstellung "Der Erste Weltkrieg im Vogtland" im Vogtlandmuseum Plauen erstmals präsentiert worden.

Während die Schlacht im Skagerrak vor allem mit Zahlen und Fakten abgehandelt wird, zitiert der Autor bei der Laconia viele Quellen. Das zum Truppentransporter umgebaute englische Passagierschiff war unterwegs von Suez über Kapstadt nach Kanada, an Bord 2741 Menschen, darunter 1809 italienische Kriegsgefangene.

Am Abend es 12. September 1942 wurde die Laconia nordöstlich der Atlantikinsel Ascension von U 156 entdeckt, das kurz nach 22 Uhr zwei Torpedos abfeuerte, die beide trafen. Was sich danach an Bord abspielte, bis das Schiff gegen 23.30 Uhr sank, muss ein Horror gewesen sein, wie den im Buch zitierten Berichten von Überlebenden zu entnehmen ist.

Als Hartenstein erkannte, dass sich Zivilisten und Kriegsgefangene unter den Schiffbrüchigen befanden, begann er mit einer Rettungsaktion. Zwei Tage später trafen zwei deutsche und ein italienisches U-Boot am Untergangsort ein, die unter der Flagge des Roten Kreuzes mehrere Rettungsboote in Schlepp nahmen. Als ein US-amerikanischer See-Fernaufklärer die Flotte angriff, wurde die Rettung abgebrochen. Insgesamt starben von der Laconia wahrscheinlich 1658 Menschen. Das Buch von Kowalzick ist informativ - und regt zum Nachdenken über den Sinn von Kriegen an.

U 156 wurde am 8. März 1943 bei Barbados getroffen, es gab keine Überlebenden.

Vogtländer im Seekrieg ist in den Shops der "Freien Presse" erhältlich. Preis 9,95 Euro. ISBN: 978-3-86716-165-7

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