Vogtländerin auf dem Weg nach ganz oben

Die Sopranistin Anett Fritsch wird in diesem Jahr noch an der Mailänder Scala auftreten. Das verriet sie in einer Veranstaltung der Reihe "Der Theaterförderverein lädt ein".

Plauen.

In Plauen geboren, in Kürbitz aufgewachsen und jetzt auf den Bühnen der Welt unterwegs. Das ist Anett Fritsch, 30 Jahre alt.

Es hatte den Theaterförderverein allerhand Mühe gekostet, die Sopranistin nach Plauen zu holen. Am Montagabend war es soweit. Rund 200 Besucher erlebten die Weltklasse-Sopranistin. Am Ende verabschiedete der Fördervereinsvorsitzende Lutz Behrens die Besucher mit den Worten: "Und Sie können sagen, Sie sind dabei gewesen."

Fördervereinsmitglied Friedrich Reichel, einst Chef des städtischen Kulturbetriebs, stellte die Fragen, und die Sängerin berichtete von den Stationen, die sie in den vergangenen zwölf Jahren durchlaufen hat. Studium an der Musikhochschule Leipzig, erstes Engagement an der Leipziger Oper, dann Düsseldorf, München und Salzburg. Ganz bedeutende Erlebnisse erwarten die Sängerin in diesem Jahr, denn sie wird an der weltberühmten Mailänder Scala und am Londoner Operntheater Covent Garden auftreten.

Am Montagabend sang Anett Fritsch wegen einer Erkältung nur zwei Stücke, darunter "Die Forelle" von Franz Schubert. Am Flügel begleitete sie ihre Freundin Tanja Titz.

Ihre ganz große Liebe gehört Mozart. Seine Opern seien ihr ans Herz gewachsen, und seine Arien singe sie am liebsten, bekannte sie. Ob "Cosi fan tutte", "Don Giovanni" oder "Figaros Hochzeit"- sie liebe sie alle. Als sie zum ersten Mal eine Partie in "Cosi fan tutte" bewältigt hatte, habe sie vor Freude hinter der Bühne ein Rad geschlagen, erzählte die Künstlerin. Sie plauderte sehr gelöst und witzig, ohne eine Spur von divenhaftem Gehabe. So verriet sie unter anderem auch, dass die Auftritte auf der Bühne für sie keine Arbeit darstellten. "Arbeit ist für mich nur, wenn die Kollegen anstrengend sind", erzählte sie. Aus ihren Worten war eine unverkennbare Leidenschaft für das Theater zu spüren. Schon als kleines Mädchen habe sie bei Theaterbesuchen mit den Eltern an der Rampe gestanden und fasziniert das Geschehen auf der Bühne verfolgt. "Meine Eltern hatten damals nur die eine Sorge: Hoffentlich springt sie nicht mit hoch."

"Ohne meinen ersten Stimmbildner Kammersänger Heinz Karl Hentschel wäre ich heute nicht dort, wo ich bin", gestand sie voller Dankbarkeit. Schon während ihrer Zeit im Chor des Diesterweg-Gymnasiums und der Singakademie habe sie kleine Rollen auf der Bühne übernommen. Beim Gymnasium schaute sie am Montagnachmittag vorbei, um sich mit den ehemaligen Lehrern zu unterhalten. Im Jahre 2004 hatte Fritsch dort ihr Abitur gemacht. Im Gespräch mit Chorleiterin Pia Schöler entstand am Montag die Idee, zum 20-jährigen Bestehen des Kammerchores im Diesterweg-Gymnasium gemeinsam eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

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