Zwangs-Stopp an Panzerbrücke: Kriegsdenkmal ist marode

Die Brücke unweit der früheren Produktionsstätte der Plauener Gardine ist seit wenigen Tagen mit Gittern abgesperrt. Steht das historische Bauwerk vor seinem Abriss?

Plauen.

Mit Schild und Schranke war die Brücke zwischen Holbeinstraße und der früheren Plauener Gardine über ein Jahr tabu. Jetzt ist sie sogar von beiden Seiten mit Gittern dicht gemacht. Der Grund: Unbekannte hatten die bisherige Absperrung einfach auf die Seite geschoben.

Das teilte auf Anfrage Steffen Ullmann mit, Fachgebietsleiter Tiefbau der Stadtverwaltung Plauen. Im Mai 2016 sei die Brücke aufgrund von gefährlichen Mängeln gesperrt worden. Was in Zukunft mit dem maroden historischen Bauwerk passieren soll, steht offenbar in den Sternen.

Bis 1945 rollten hier Jagdpanzer über die Weiße Elster, die im Vomag-Werk produziert wurden, einem Hauptangriffsziel für Bomben der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Heute ist das Metallgeländer zerbeult und zerlöchert, der steinerne Weg übers Wasser weist Sprünge auf und sieht bröckelig aus. Jogger, Radler und Spaziergänger müssen auf die Holbeinstraße ausweichen, wenn sie weiter Richtung Neoplan wollen. Dort können sie auf den Elsterradweg wechseln. Mit dessen Planungen stehe und falle, so Ullmann weiter, ob die Brücke künftig wieder benutzt werden kann. Über die Brücke führe kein öffentlicher Weg. Nach Angaben aus der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt steht sie zudem unter Denkmalschutz.

"In der Hoffnung, dass der Elsterradweg in diesem Abschnitt über die Brücke geführt würde, übernahm Plauen für einen befristeten Zeitraum, bis zur Fertigstellung des Elsterradweges zwischen Dürerstraße und Leuchtsmühlenweg, die Verkehrssicherungspflicht", erklärt Ullmann weiter. Übernommen hat die Stadtverwaltung diese Pflicht von der Landestalsperrenverwaltung (LTV). Denn die Widerlager der Panzerbrücke stehen auf Grundstücken, die der LTV gehören, erläutert Pressesprecherin Britta Andreas.

Bisher habe der Elsterradweg nicht über die Brücke geführt, gibt Dietmar Rentzsch, Leiter des Kreisamtes für Straßenunterhalt und Instandsetzung, Auskunft. "Er ist von Straßberg kommend nur bis zur Leuchtsmühlenbrücke als Elsterradweg gebaut und ausgeschildert." Danach werde er zum kommunalen Radweg. So sei er auch über die Holbeinstraße und die Dürerstraße ausgeschildert. Eigentlich sollte der Elsterradweg links vom Fluss bis zum Badeplatz weiterverlaufen, erklärt Rentzsch weiter. Aber: "Grunderwerbsprobleme haben diese Streckenführung verhindert." Eine neue Linie habe der Landkreis nicht geplant. "Es hat jedoch Überlegungen gegeben, einen Radweg an die Holbeinstraße anzubauen", so der Amtsleiter. Die schadhafte Brücke bleibt dabei außen vor: "Selbst diese angedachte Linienführung würde die Panzerbrücke nicht einschließen."

Was aus der Brücke wird, könne er nicht sagen. Durch den Landkreis sei jedenfalls weder eine Nutzung noch eine Übernahme vorgesehen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 2
    1
    Tauchsieder
    05.08.2017

    Für solch einen "...eiß" wie die sogenannten "Elsterterrassen" ist Geld da. Für solche historische Bauwerke fehlt wahrscheinlich jeder Knopf. Übrigens liegt diese Brücke auch in der Elsteraue, einem angeblichen Fördergebiet. Und Grundstücksprobleme hier in den Vordergrund zu schieben lenkt nur vom Thema ab. Die "Elsterterrassen" liegen auch nicht auf dem Grundstückseigentum der Stadt Plauen.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...