8 PS in Pechtelsgrün: Junge Theatergruppe spielt mit Esprit

Sie sind Meister im Improvisieren. Eigentlich war zum Dorffest ein Stück für acht Personen geplant. Weil zwei Darsteller fehlten, wurde kurzerhand ein neues Stück geschrieben, nach zwei Proben ging's ab auf die Bühne.

Pechtelsgrün.

Die Pechtelsgrüner Theatergruppe 8 PS, die am Samstag während des Dorffestes auftrat, hat alles was man sich wünschen kann: eine treue Fangemeinde(das sind die Einwohner) eine Stückeschreiberin (das ist die Leiterin der Gruppe, Sandra Weigel) und talentierte Schauspieler. Welche Theatergruppe kann schon von sich behaupten, nach nur zwei Proben und ohne solide Textkenntnisse selbstbewusst auf die Bühne zu gehen und loszuspielen.

Sandra Weigel, die Grundschullehrerin, ist jedenfalls begeistert. "Die Darsteller müssen nicht das Schauspielen üben, die können das. Sie haben eine Art Naturtalent und spielen einfach drauf los, ohne dass es gekünstelt wirkt", ist die Leiterin der Gruppe voll des Lobes für ihr junges Team. Die vier Mädchen und vier Jungen sind zwischen elf und 16 Jahre alt. Seit zwei Jahren stehen sie als 8 PS auf den Bühnen des Ortes und der Umgebung. "40 Auftritte hatten wir bestimmt schon, hier im Dorf, zu Betriebsfeiern, zu Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Familienfeiern", berichtet der 16-jährige Max Seidel, einer der Köpfe des Teams. Ihm zur Seite steht bei der Besetzung der Hauptrollen oft Felix Rühle (15).

"8 PS - der Name der Theatergruppe hat nichts mit Pferdestärken zu tun. Acht steht für die Anzahl der Mitglieder. P für Pechtelsgrün und S für Sandra, die Leiterin", erklärt Ortsvorsteherin Birgitt Habermann. Ortschaftsrat, Feuerwehr und Pechtelsgrüns Dorf-, Jugend- und Sportverein hatten das Fest organisiert. Die Theatergruppe ist Teil des Vereins.

Am Samstag spielte das Team "Nei'n Urlaub gett's". Das 20-Minuten-Stück hatte Theaterleiterin Sandra Weigel in letzter Minute geschrieben, als klar war, dass beim Auftritt zwei Darsteller fehlen und die Sechser-Gruppe das eigentlich vorgesehene Stück für acht Personen nicht spielen kann. Die Zeit zum Proben fiel entsprechend kurz aus, die Zeit zum Textlernen auch.

Kein Problem für das erprobte Team. Sandra Weigel fungierte als Souffleuse. Die Darsteller nahmen sich die Texte mit auf die Bühne, um ab und zu reinschauen zu können. Das fiel aber gar nicht weiter auf. Die witzigen Dialoge kamen flüssig und locker und es gab Riesenbeifall. Ihre Ideen für das kurze Stück über die Urlaubsvorbereitungen hatte sich die Drehbuchautorin direkt im Dorf geholt - und so mangelte es auch nicht an Anlehnungen an tatsächliche Begebenheiten, von denen die Stückeschreiberin zum Schluss sagte: "Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Personen sind rein zufällig", was wiederum eine Lachsalve nach sich zog.

Zum Dorffest gehörte auch ein im Zeichen der Feuerwehr stehender Spielnachmittag für Kinder. Zum Helfen waren Kameraden aus Lengenfeld und Plohn gekommen. Der Kindernachmittag begann allerdings mit einer Stunde Verspätung. Ein Gewitter mit starkem Regen ließ die Besucher ins Festzelt flüchten und alle Aktionen im Freien zum Erliegen kommen.

Dann ging es aber los: "Die Lengenfelder hatten die Spritzwand mitgebracht. Wir haben technische Geräte gezeigt und zum Teil auch vorgeführt", berichtet der selbe Max Seidel, der abends auf der Bühne stand, denn Max gehört auch zur Jugendfeuerwehr. Die besteht zurzeit aus acht Mitgliedern und trifft sich unter Leitung von Roy Herold und Patrick Krug einmal im Monat zum Üben. "Wir wollten den Nachmittag nutzen, um ein bisschen Werbung für die Jugendfeuerwehr zu machen", sagte Birgitt Habermann.

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