Asyl: Kreisbehörde verschärft den Ton

"Ein gestörtes Frauenbild" attestiert das Amt vielen Flüchtlingen, Probleme mit Geld und Arbeit. Es gibt aber auch Positives.

Plauen/Reichenbach.

Ungewohnte Töne zur Asyl-Thematik hat das Landratsamt des Vogtlandkreises jetzt erstmals angeschlagen. In ihrem Bericht vor dem Kreistag hat die Gleichstellungsbeauftragte Veronika Glitzner vorige Woche zwar Fortschritte bei der Integration vermeldet, jedoch auch eine Reihe von Problemen deutlich benannt.

So verschärfe sich insbesondere in Plauen die Wohnungsknappheit. Es gebe verbreitet Ablehnung von Flüchtlingen, im ländlichen Raum untergebracht zu werden. Vielmehr werde "die zentrale Lage in Plauen gefordert". Das wiederum habe zur Folge, dass sich die Knappheit an Plätzen in den Plauener Kindertagesstätten weiter verschärft.

Hemmnisse gebe es auch bei den Deutsch-Kursen. "75 Prozent haben keinen Schulabschluss", erläutert Glitzner, dementsprechend sei das Niveau der Integrationskurse. Hinzu kommen "mangelnde Disziplin und Pünktlichkeit" sowie religiöse Probleme zwischen den verschiedenen Nationalitäten. Die Gleichstellungsbeauftragte beklagt die "Missachtung von Frauen und Mädchen" und attestiert in ihrem Bericht einem Teil der Flüchtlinge "ein gestörtes Frauenbild". Das zeige sich auch im Umgang mit den Lehrerinnen.

Weitere Probleme: Unter den Flüchtlingen mache sich Verschuldung breit durch Mietrückstände, Handyverträge und Straftaten, die mit Geldstrafen verbunden sind. Von Zeitarbeitsfirmen gebe es Klagen über mangelhafte Deutschkenntnisse, fehlende Mobilität und Disziplin sowie eine "mangelnde Anpassung an das Arbeitsregime". Dies betreffe das Arbeitstempo sowie Qualität und Quantität.

Trotz aller Kritik, die in dieser geballten Form so erstmals aus der Kreisbehörde drang, berichtete die Gleichstellungsbeauftragte von Fortschritten, die inzwischen bei der Integration erreicht wurden, und von inzwischen gefestigten Strukturen. Im Kern verweist sie auf die so genannte Integrationsservicestelle, die seit Januar 2017 den anerkannten Asylbewerbern und Migranten bei den ersten Schritten in ein neues Leben und bei der Überwindung bürokratischer und organisatorischer Hürden hilft. Das zehnköpfige Team hat dazu in Plauen Strukturen aufgebaut und will künftig auch in Reichenbach und Auerbach Beratungstermine bieten. Aus der Integrationsservicestelle heißt es, sehr viele Flüchtlinge seien für diese Unterstützung offen und dankbar.

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2Kommentare
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  • 7
    0
    kartracer
    10.11.2017

    @Blackadder, als wäre der Artikel extra vom
    Himmel gefallen, wie war doch gleich Ihre Meinung
    zu den ZWEI benachteiligten Gruppen von Behinderten
    Menschen und Flüchtlingen, die Sie auf eine
    Stufe stellen?!
    Jetzt wäre es sicherlich gut, den Begriff Realität,
    definieren zu können, das ist leider Ihr Pech.

  • 7
    0
    1953866
    10.11.2017

    Blackadder,bitte übernehmen Sie! Das ist doch hier Ihr Thema, oder?



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