Ausstellung zeigt Orgelbauer-Dynastie

Im Schloss Netzschkau können Besucher das Wirken der Familie Jehmlich nachvollziehen. Sie baute bedeutende Instrumente auch im Vogtland.

Netzschkau.

Die Sonderausstellung unter dem Titel "Jehmlich - eine Orgelbauerfamilie" ist seit gestern im Netzschkauer Schloss zu sehen. Die Schau vereint Ergebnisse von Recherchen des Buchautors Siegfried Meyer aus Zwickau mit Exponaten des Vogtländischen Orgelbaus von Thomas Wolf aus Limbach.

Ausstellungsbesucher erfahren Fakten über Leben und Wirken der Orgelbauerfamilie Jehmlich, die bereits um 1800 als Gebrüder Gämlich in Neuwernsdorf bei Cämmerswalde nachgewiesen ist. Schon damals wurden die Fähigkeiten bei der Herstellung von Instrumenten erwähnt. 1818 bauten sie die Orgel von Lauenstein. Zwei Brüder gingen nach Dresden. Carl Gottlieb Jehmlich wurde in Zwickau ansässig und baute ab 1839 die große Orgel von St. Marien. Seine Söhne arbeiteten in der Werkstatt am Marienkirchhof. In der Ausstellung sind der Stammbaum der Familie und eine Übersicht über die Orgelneubauten zu sehen. Als Beispiele für den Jehmlich-Orgelbau werden die vogtländischen Jehmlich-Orgeln in Auerbach, Lengenfeld, Rodewisch und Wernesgrün angeführt. Erwähnung findet auch der Zwickauer Männergesangsverein Liederkranz, zu dessen prominenten Gründungsmitgliedern zwei Jehmlichs gehören und in dem Siegfried Meyer Mitglied ist.

In der Ausstellung stehen Orgelpfeifen verschiedener Größen, eine so hoch, dass sie vom Tisch bis fast an die Decke reicht. Auch Jehmlich-Pfeifen sind dabei, denn Thomas Wolf hat mehrere Orgeln der Gebrüder Jehmlich und von Carl Gottlieb Jehmlich restauriert, darunter in der Friedenskirche Aue, der Jakobuskirche Lunzenau und der St. Laurentius-Kirche Elsterberg. In den Vitrinen sind kleinere Teile ausgestellt. Es gab keine Vernissage zur Ausstellung. Dafür findet am 27. Mai, 15 Uhr, eine Veranstaltung mit Siegfried Meyer statt, in der er sich, sein noch im Druck befindliches Buch und seine Forschungen vorstellt.

Die Ausstellung ist Bestandteil des Programms der Krimi-Literaturtage Vogtland, deren Organisatoren in jedem Jahr eine Sonderausstellung im Netzschkauer Schloss gestalten. Den Heimatforscher trafen sie bei einem Besuch zum 20-jährigen Geschäftsbestehen des Orgelbaumeisters Wolf, der seit Januar 2002 unter dem Namen Vogtländischer Orgelbau Thomas Wolf in Limbach firmiert. 1997 hatte er das Unternehmen des Greizer Orgelbauers Hartmut Schüßler gekauft, bei dem er auch tätig war.

An der Museumskasse ist die Jubiläums-CD der Limbacher Werkstatt erhältlich. Ausdrucke geben Auskunft zu 20 Jahren Bau und Sanierung durch die Meisterwerkstatt für historischen und zeitgenössischen Orgelbau unter der Ägide von Thomas Wolf. Das von Siegfried Meyer verfasste Buch zur Familie Jehmlich soll bald erscheinen.

Geöffnet hat das Netzschkauer Schloss samstags, sonntags und an Feiertagen jeweils von 13 bis 17 Uhr.

www.krimitage-vogtland.de

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