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Dieses Trio aus dem Gymnasium erreichte das Abitur mit der Traumnote 1,0: Linus Teich, Max Zimmermann undRobin Lenk (von links). Sie nahmen Aufstellung neben der Mattheuer-Plastik "Jahrhundertschritt".

Foto: Franko Martin

Drei Köpfe ragen heraus

Dieser Jahrgang macht den Leiter des Reichenbacher Goethe-Gymnasiums stolz. Beim Abschied fallen auch nachdenkliche Worte.

Von Petra Steps
erschienen am 19.06.2017

Reichenbach. Der Abitur-Jahrgang 2017 des Reichenbacher Goethe-Gymnasiums war in vielerlei Hinsicht ein besonderer. In der fünften Klasse 2009 wurde erstmals eine Klasse mit gebundenem Ganztagsangebot eingeschult. "Das war absolutes Neuland, auch für die Klassenlehrerin Anja Leistl, die viele Angebote organisiert hat", sagte Lutz Niepold am Samstag bei der Ausgabe der Zeugnisse an 68 Schüler. Leider wurden die Ganztagsklassen recht schnell wieder abgeschafft, weil keine Lehrerstunden mehr dafür zur Verfügung standen.

Der Jahrgang war auch der erste, der das sanierte Schulgebäude in der Ackermannstraße beziehen durfte und die Prüfungen in einem völlig neu ausgestatteten Schulteil absolvierte. "In der Aula fand der Schulball statt, ohne dass jemand an den wabernden Angstschweiß bei Prüfungen am gleichen Ort dachte", sagte der Schulleiter. Er entließ die Schüler mit dem Auftrag, nicht tatenlos zuzusehen, wie sich eine Welt selbst ihrer Freiheit beraubt. Seine Hoffnung, betonte Lutz Niepold, sei ein starkes, freies Europa.

Ein außergewöhnliches Grußwort sprach der zweite Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Peter Tillack (Bitex). Zwar habe er von der Verwaltung ein sorgfältig ausgearbeitetes Manuskript erhalten, aber statt eines wissenschaftlichen Vortrags zum Thema Bildung wollte er den Abiturienten lieber etwas Lebenserfahrung auf den Weg geben. Er sprach über Neugier und Mut, berichtete von seinem ersten Kontakt mit der russischen Sprache gleich nach dem Einzug der sowjetischen Armee im Juni 1945, als er dachte, dass sein Reichenbach plötzlich in Rauxendax umbenannt worden war, weil er die kyrillischen Buchstaben nicht lesen konnte. Seine Neugier habe über Studium und Lehre als Professor an der Uni Leipzig bis zum Aufbau eines Forschungsinstituts für Agrarwesen in Moskau geführt - und das, als er bereits im Rentenalter war. "Auch ein reiferer Mensch kann noch etwas für die Gesellschaft bewegen. Ich möchte Ihnen Mut machen, immer wieder neugierig zu sein, Herausforderungen anzunehmen und das eigene Leben zu gestalten", gab er den Abiturienten auf den Weg. Und einen Spruch von Konfuzius: "Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten." Für seine persönlichen Schilderungen erhielt Peter Tillack viel Applaus.

Drei Abiturienten des Goethe-Gymnasiums haben ihr Abitur mit dem Durchschnitt von 1,0 abgelegt. Robin Lenk, Linus Teich und Max Zimmermann lernten jeweils in einem der beiden Mathematik-Leistungskurse. Sie erhielten dafür den Preis der Stadt Reichenbach für das beste Abitur. Der Jahrgang 2017 war der erste, der nach den neuen Abiturregeln in Sachsen und damit nach einem neuen Berechnungssystem bewertet wurde. Dabei gingen nur noch 40 Kurshalbjahresergebnisse anstelle von bisher 52 in die Gesamt-Punktzahl ein. "Alle drei haben 1,0 nach der alten und nach der neuen Berechnungsmethode. Ich habe noch nie an drei Schüler gleichzeitig ein Zeugnis mit dieser Traumnote übergeben", sagte Schulleiter Lutz Niepold, der sich in seiner Rede über das bundesweite Bildungsdilemma geäußert hatte.

"Ich bin seit 30 Jahren in das Abitur involviert. So eine bundesweite Konfusion habe ich noch nie erlebt", sagte der Schulleiter. Er hatte zuvor Vergleiche zwischen den Bundesländern vorgetragen und auf Besonderheiten hingewiesen. So sei in Hamburg eine Abiturprüfung durch ein Referat zu einem vorher bekannten Thema ersetzt worden.

Die drei jungen Männer hatten keine Schwierigkeiten mit dem sächsischen Abitur 2017. "Es gehört auch ein bisschen Glück dazu. Auf alle Fälle war das Abi machbar", meinte Robin Lenk. Er will ab dem Wintersemester Biotechnik/Biochemie studieren. Linus Teich fand das Abi sogar leicht. Ein Medizinstudium in Dresden ist seine nächste Station. Max Zimmermann will der Mathematik treu bleiben, beim Studium in Dresden.

Die Abiturienten feierten den Schulabschluss mit Lehrern, Eltern, Verwandten und Freunden abends beim Abiball im Neuberinhaus.

Die Preise des Fördervereins für die besten schriftlichen Prüfungen in Deutsch, Mathematik, Physik (250 Euro pro Fach) erhielten: Deutsch: Max Zimmermann, Moritz Förster (jeweils 14 Punkte), Mathematik: Vivien Wagner, Max Zimmermann, Linus Teich, Aron Lange, Robin Lenk (jeweils 15 Punkte), Physik: Linus Teich, Robin Lenk (jeweils 15 Punkte).

 
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