Werbung/Ads
Menü

Themen:

Claus Keßler von der Bürgerinitiative, OB Raphael Kürzinger (CDU), Landrat Rolf Keil (CDU), Bernd Sablotny aus dem Wirtschaftsministerium und Ortsvorsteher Frank Bursian (von links) schauten sich gestern an der Egerschen Brücke um.

Foto: Silvia Kölbel

Erfolg für Bürgerinitiative: Egersche Brücke gerettet

Nach vehementem Druck hat sich der Freistaat für den Erhalt des historisch wertvollen Bauwerks ausgesprochen. Der Sanierungsbeginn steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Von Silvia Kölbel
erschienen am 16.01.2018

Rotschau. Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Egerschen Brücke ist am Ziel: Sie hat den Abriss des historischen Bauwerkes in Mühlwand verhindert. Gestern trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative, des Landratsamtes, der Stadtverwaltung Reichenbach, der Plauener Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr sowie des Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit aus Dresden erst im Reichenbacher Rathaus, dann an der Brücke. Sie gaben bekannt, dass die Sanierung gesichert ist und alle Fragen rund um den Erhalt der Brücke und die spätere Nutzung als Rad- und Fußweg weitgehend geklärt sind.

Zurzeit stehen Sanierungskosten von 1,5 Millionen Euro im Raum. Das ist eine Zahl, die Ministerialdirigent Bernd Sablotny vom Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr aus Dresden nannte. Eine frühere Kostenschätzung listet 2,5 Millionen Euro auf. Eine Schätzung, um die sich der Rotschauer Ortsvorsteher Veit Bursian jüngst gekümmert hat, landet bei 500.000 Euro. Über das Förderprogramm Kommunaler Straßen- und Brückenbau können laut Sablotny 90 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden. Auch ein Teil der Planungskosten sei förderfähig. Mit der Planung möchte der Freistaat die List GmbH, eine 100-prozentige Tochter des Freistaates, beauftragen. Das Planungsbüro habe bereits mehrfach ähnliche Vorhaben betreut.

Einen Zeitplan wollten die Verantwortlichen noch nicht nennen, zu viele Hürden seien zu nehmen. Zunächst stehe auf der Agenda der Abschluss einer Vereinbarung zwischen dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr, der Stadt Reichenbach und dem Planungsbüro über die Sanierung. Es sei laut Sablotny zu klären, ob sich ein Planfeststellungsverfahren mit der Abklärung von Umweltbelangen nötig mache. Sollte es dazu kommen, handele es sich um ein voraussichtlich mehrjähriges Verfahren. Für die etwa 150 Meter Fuß- und Radweg, der das benachbarte Alaunbergwerk mit dem Göltzschtalradweg verbindet, sei teilweise Grunderwerb nötig.

Vor dem gestrigen Treffen gab es bereits mehrere Gespräche zwischen Behördenvertretern mit durchweg positiven Ergebnissen. Als Voraussetzung für die Sanierung hatte das Ministerium Bedingungen aufgelistet, die nun erfüllt sind: Das Denkmalschutzreferat des Freistaates gibt eine positive Stellungnahme ab. Reichenbach übernimmt die Brücke nach der Sanierung in seine Trägerschaft. Die Brücke erhält eine neue Nutzung als Rad- und Fußweg. Laut Auskunft von Landrat Rolf Keil (CDU) hatte sich im Dezember auch der Landkreis per Beschluss zur Brücke bekannt. Mit der nun endgültigen Entscheidung für den Erhalt des vom Abriss bedrohten Bauwerks findet ein fünfjähriges Bemühen der Bürgerinitiative, unter anderem mit Unterschriftensammlung, ein Ende. Initiator Claus Keßler aus Rotschau dazu: "Für uns ist es ganz wichtig, dass diese Entscheidung gefallen ist. Auch wenn bis zum Beginn der Sanierung jetzt noch zwei, drei Jahre vergehen sollten, ist das nicht so schlimm. Hat die Brücke die vielen hundert Jahre standgehalten, wird sie es sicher auch noch diese Zeit tun." Reichenbachs Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) verspricht sich vom Erhalt des Bauwerkes einen weiteren Baustein für die Tourismusförderung.

Die Egersche Brücke entstand zwischen 1756 und 1758. Napoleon Bonaparte war wohl der berühmteste Reisende, der sie je passierte. 1986 wurde die Brücke nach Inbetriebnahme eines Neubaus neben dem alten Standort außer Dienst gestellt. Seither blieben jegliche Erhaltungsmaßnahmen auf der Strecke. Dessen ungeachtet überstand die Brücke auch das Hochwasser 2013, ohne zusammenzubrechen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
3
Kommentare
3
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 17.01.2018
    09:18 Uhr

    WilhelmTell: Eine freiberuflich, private Schätzung kommt auf 500000,- ? Sanierungskosten. Die landvogtlichen Baumeister legen das Doppelte obendrauf - seit dem LRA-Bau und anderen Bausünden nicht mehr überraschend. Weil es keine effiziente Kostenkontrolle und Haftung bei Überschreitungen gibt, ist die staatliche Verwaltung inzwischen bei 2,5 Mio. = dem fünffachen das Ausgangswerts angekommen. ;-) Ab dieser Dimension wird die "Privatfinanzierung" mit "kick back" für Geldgeber aus Sizilien oder Kalabrien attraktiv. Die honorieren zuvor die Auftragsvergabe, erhalten dann das Recht Brückenmaut zu erheben und wenn ein reuiger Bauleiter beichten will, wird er von der Brücke gefallen (A9) = praktizierte Omerta. ;-)
    Das Leben schreibt die besten Realsatiren!
    Warten wir erstmal ab ob noch vor der Wahl was draus wird, oder es bei Versprechungen bis nach der Wahl bleibt.

    0 2
     
  • 16.01.2018
    10:49 Uhr

    Tauchsieder: Vielleicht hat sich der LR bei der Gelegenheit gleich die unmittelbar links daneben liegende Wasserkraftanlage "Mühlwand" angesehen. Diese wurde ohne Baugenehmigung 1995 illegal errichtet und hat bei Hochwasser Auswirkungen auf die Bausubstanz/Standsicherheit der "Egerschen" Brücke. Dazu wird man aber demnächst noch des Öfteren hören und lesen können.

    0 2
     
  • 16.01.2018
    09:55 Uhr

    WilhelmTell: Es ist mir eine Ehre und Freude der BI und ihren Hauptinitiatoren zu ihrem Erfolg gratulieren zu dürfen! Bleibt nur zu hoffen, dass die Politiker und Verwaltungen nun auch Wort halten.
    Die Brücke hat zwar zuletzt das HW 2013 gut überstanden; wenn man nun auch noch verhindert. dass ihr Damm durch erhöhten Rückstau des Wehrs kurz unterhalb in seiner Standsicherheit aufgeweicht und ihr Abflussquerschnitt durch Geschiebeablagerung verringert wird, wird sie auch noch weitere Hochwässer unbeschadet überstehen.

    0 1
     

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 12.02.2018
Bernd Wüstneck
Auch zweite Fahrbahn der A20 abgesackt

Tribsees (dpa) - Das Loch auf der Autobahn A20 in Mecklenburg-Vorpommern ist erneut deutlich größer geworden und betrifft nun beide Fahrtrichtungen. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 11.02.2018
Wang Yugui
Bilder des Tages (11.02.2018)

Fahnen im Wind, Chinesisches Neujahrsfest, Krähe trifft Ente, "Empailles", Protest, Zombie, Linke Gerade ... ... Galerie anschauen

 
  • 08.02.2018
Tobias Hase
Bilder des Tages (08.02.2018)

Auf dem Gipfel, Quartier, Analog-Astronauten, Sonnenuntergang, Freestyle, Rote Nasen, Gedenken ... ... Galerie anschauen

 
  • 07.02.2018
Bernd von Jutrczenka
Durchbruch für die große Koalition - Umbruch bei der SPD

Berlin (dpa) - Viereinhalb Monate nach der Bundestagswahl sind die Weichen für eine neue große Koalition gestellt - und die SPD steht vor dem nächsten großen personellen Umbruch. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Reichenbach
Di

1 °C
Mi

1 °C
Do

0 °C
Fr

-1 °C
Sa

-1 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Reichenbach und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Reichenbach

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08468 Reichenbach/V
Markt 5
Telefon: 03765 5595-0
Öffnungszeiten:
Mo./Di./Do. 9:00 - 13:00 Uhr u. 14:00 - 17:00 Uhr
Mi. und Fr. 9:00 - 13:00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm