Erste Station für jungen Deckstellenleiter

Mit Sascha Zilske hat das Moritzburger Landgestüt den jüngsten Deckstellenleiter ins Vogtland entsandt. Er bringt auch einen ganz jungen Hengst nach Plohn mit, der nun auf seinen ersten Einsatz im Vogtland wartet.

Plohn.

Vier Deckhengste des Landgestütes Moritzburg bezogen nun wieder ihre Boxen auf der Deckstation in Plohn, um dort für das nächste halbe Jahr den Stuten der vogtländischen Züchter zur Verfügung zu stehen. Der 20-jährige Gestütswärter Sascha Zilske ist der wahrscheinlich jüngste Leiter einer Deckstation, den Moritzburg und das Vogtland je gesehen haben. Er löst Marco Paufler ab, der die Plohner Deckstation zehn Jahre betreute und jetzt als Sattelmeister in Moritzburg für die Ausbildung der Lehrlinge zuständig ist.

Für den gelernten Pferdewirt Sascha Zilske begann im Vogtland ein ganz neuer Lebensabschnitt: Er ist jetzt allein für derzeit vier Hengste verantwortlich. Er ist zudem die wichtigste Kontaktperson für vogtländische Züchter, die ihre Stuten von einem der Moritzburger Hengste decken lassen wollen.

Der junge Deckstationsleiter absolvierte in Moritzburg eine dreijährige Ausbildung zum Pferdewirt und besuchte vor seinem Einsatz in Plohn noch einen vierwöchigen Besamerlehrgang im brandenburgischen Landgestüt in Neustadt an der Dosse. Erste Kontakte mit den vogtländischen Züchtern gab es ebenfalls schon: "Ich war auf einer Versammlung des vogtländischen Pferdezuchtvereins und habe dort schon einige Züchter kennengelernt", erzählt Sascha Zilske.

Der Arbeitstag des 20-Jährigen beginnt 6 Uhr im Stall mit dem Füttern der Pferde und dem Ausmisten der Boxen. "Wenn die Pferde mit Fressen fertig sind, reite ich die Pferde, denn sie müssen bewegt werden. Ich bin mit jedem Pferd etwa eine Stunde unterwegs", berichtet Zilske. Sein Arbeitstag ist ein langer, denn 16 Uhr den Schlüssel umdrehen und nach Hause gehen, ist in diesem Beruf nicht möglich. "Die meisten Züchter sind berufstätig und können erst nach Feierabend mit ihren Stuten hierher kommen." Obwohl in den letzten Tagen noch keine einzige Stute nach Plohn kam, sagt Zilske: "Ich bin hier keinen Tag vor 19 Uhr raus." Viele Züchter streckten schon mal ihre Fühler aus, um den Neuen und die Pferde in Augenschein zu nehmen.

Dieses Jahr kommt erstmals ab Mai Emilio, als dritter Hengst der Rasse Schweres Warmblut, auf die Deckstation. Es stehen dann insgesamt fünf Pferde dreier Rassen auf der Deckstation. Hengst Emilio absolviert die erste Hälfte der Decksaison in Dittersbach und die andere Hälfte im Vogtland. Zilske: "Die Züchter aus beiden Regionen haben sich diesen Hengst gewünscht und so kam es zu dieser Lösung." Neu in Plohn ist der Junghengst Gustavo, ebenfalls ein Schweres Warmblut. Für Gustavo beginnt im Vogtland die erste Decksaison seines noch jungen Lebens.

Zilske ist mit den Tieren bestens vertraut, denn er kennt sie alle schon von Moritzburg. "Gustavo ist ein charakterstarkes, ausgeglichenes Pferd", sagt der Gestütswärter über den Neuen in Plohn. Neben dem Neuen gibt es in Plohn auch Bewährtes: den Schweren Warmbluthengst Elbcapitän, der bereits seine fünfte Saison im Vogtland antritt. Er erfreut sich im Vogtland großer Beliebtheit. Mit dabei ist Winterberg, der Haflinger, der den vogtländischen Züchtern ebenfalls seit drei Jahren bekannt ist. Die Sparte der Reitpferde vertritt Courtier, ein Oldenburger Springpferd.

Zilske geht davon aus, dass ab Ende März richtig Leben in die Deckstation einzieht, denn dann kommen die Stuten. Der Start der Zuchtsaison beginnt im Vogtland erfahrungsgemäß etwas später als in anderen Regionen, denn es ist länger kalt. "Viele Stuten haben noch gar nicht gefohlt und werden dementsprechend auch erst später wieder gedeckt", so Zilske.

Der junge Mann, der sich eine Unterkunft in der Nähe seines Arbeitsplatzes gesucht hat, wird in den nächsten Wochen nur wenig Zeit haben, nach Hause zu fahren. Er wohnt bei seinen Eltern in Rossau in der Nähe von Hainichen. "Das ist nur eine Dreiviertelstunde mit dem Auto entfernt. Meine Eltern werden mich ab und zu besuchen", sagt der junge Mann. Ansonsten ist er auf sich allein gestellt - was er aber nicht als Problem empfindet: "Ich kann ein bisschen kochen, das habe ich schon während meiner Lehrzeit in Moritzburg gemacht."

Zu Hause hat inzwischen der Opa die Betreuung seiner anderen Tiere übernommen, denn Zilske ist auch noch Geflügelzüchter. Vier Taubenrassen, darunter Mährische Strasser und Kingtauben und sowie die Hühnerrasse Zwerg Australorps, gehören zu seinem Bestand. Zilske bleibt mit seinen Hengsten bis zum Ende der Decksaison, etwa Mitte Juli, im Vogtland.

Kontakt Für Züchter ist Sascha Zilske unter Telefon 0176 72581690 erreichbar.

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