Werbung/Ads
Menü

Themen:

Das Kinder- und Jugendzentrum "Moskito", im Bild Erzieherin Katrin Hempel beim Fertigen von Möbeln aus Kisten und Paletten, soll zum Jugendtreff abgestuft werden. Der Stadtratsbeschluss ist indes vertagt.

Foto: Franko Martin

Hickhack um mobile Jugendarbeit

Die Stadt Reichenbach will künftig auch außerhalb ihrer Jugendzentren aktiv werden. Dazu soll aber eine halbe Stelle im "Moskito" wegfallen. Im Stadtrat hagelte es Kritik am Vogtlandkreis.

Von Gerd Betka
erschienen am 07.02.2018

Reichenbach. Die Stadt Reichenbach will in die mobile Jugendarbeit einsteigen. Bislang gibt es mit der "Lila Pause" im Stadtzentrum und dem "Moskito" im Wasserturmgebiet zwar zwei städtische Jugendzentren und mit dem Jam des Vereins für offene Jugendarbeit ein weiteres im Neubaugebiet. Aber Streetworker fehlten bislang.

Deshalb sollte der Stadtrat am Montagabend eine Fortschreibung des Konzepts der städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen beschließen. Doch dazu kam es nicht. Nach endloser Diskussion beantragte Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU), das Papier in die Ausschüsse zurückzuverweisen, was eine große Mehrheit fand. Eingangs der Sitzung war Henry Ruß (Linke) noch mit dem Antrag gescheitert, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, da die mobile Jugendarbeit nicht ausgeschrieben worden sei.

Für die Mobile Jugendarbeit wird eine halbe Vollzeitstelle in städtischer Trägerschaft geplant, erklärte Sachgebietsleiterin Linda Keller. Einbezogen werden sollen das gesamte Stadtgebiet von Reichenbach, alle Ortsteile, die Jugendräume in Friesen und Rotschau, aber auch Brennpunkte. Laut Fachbereichsleiter Matthias Pürzel solle von den 3,6 Vollzeitstellen in den Stadt-Jugendklubs eine halbe Stelle für die Mobile Jugendarbeit abgeknapst werden. Das "Moskito" werde parallel zum Jugendtreff abgestuft, weil der Bedarf dort rückläufig sei. Das Modell habe der Jugendhilfeausschuss des Kreistages bereits am 30. November 2017 so beschlossen. Für den Jugendtreff "Atlantis" in Mylau, bis Ende 2018 von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Vogtland mit einer 0,5-Stelle betrieben, soll eine Teamanbindung an die städtischen Einrichtungen erfolgen, auch für die Urlaubs- und Krankheitsvertretung. Dagegen fällt die 1,0-Stelle der mobilen Jugendarbeit der Awo für Mylau, Netzschkau und Elsterberg weg. Sie ist seit Anfang 2016 unbesetzt. Zudem würden sich Netzschkau und Elsterberg weigern, 20 Prozent der Kosten vom Vogtlandkreis zu übernehmen.

Oliver Großpietzsch (SPD) erklärte, dass die mobile Jugendarbeit eine Pflichtaufgabe des Landkreises ist. Mit seiner Kürzungspolitik reiche der Vogtlandkreis aber 20 Prozent der Kosten an die Kommunen weiter. Zudem habe der Verein für offene Jugendarbeit seit Jahren mobile Jugendarbeit für Reichenbach gefordert. Dagegen habe sich die Stadt stets gewehrt. Erst jetzt, wo man Personal im "Moskito" abbauen müsse, komme das Thema auf den Tisch. Ohne Ausschreibung blieben jedoch freie Träger außen vor. Das werde man nicht hinnehmen. Hinzu komme, dass der Teamkoordinator der Offenen Jugendarbeit der Stadt gerade gekündigt habe.

Jens Pfretzschner (CDU) erinnerte daran, dass der Kreisjugendring mehrfach beim Kreistag gegen die Kürzungen protestiert hatte. OB Kürzinger konstatierte, dass sich der Kreis in vielen Bereichen auf dem Rücken der Kommunen aus der Verantwortung zieht. "Die Frage ist, ob wir uns das leisten können und wollen", sagte er. Peter Olma (CDU) fand: "Der Kreis finanziert sich durch Umlagen. Da können wir den Jugendlichen das Geld auch direkt geben." Veit Bursian (FDP) plädierte für eine einjährige Testphase. Henry Ruß (Linke) forderte eine Überprüfung durch die Kommunalaufsicht. Das sah auch Frank Otto (BI Mylau) so und verlangte eine Vertagung. Gisela Weck (BI Mylau) fragte sich, wie eine halbe Stelle mobile Jugendarbeit ausreichen soll. Karsten Pippig (Linke) forderte, die Jugendarbeit mit unveränderter Vollzeitstellenzahl weiterzuführen.

Wenn das Thema demnächst neu im Ausschuss behandelt wird, soll dazu ein Verantwortlicher des Landkreises eingeladen werden.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
1
Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 07.02.2018
    10:24 Uhr

    WilhelmTell: Wenn zutrifftwas Oliver Großpietzsch (SPD) erklärte, "dass die mobile Jugendarbeit eine Pflichtaufgabe des Landkreises ist." Dann begeht der Landkreis mit der Mittelvorenthaltung einen Rechtsbruch! Die betroffenen Gemeinden sollten dann im Gegenzug die Abführung der Kreisumlage um diesen betrag kürzen oder unter Vorbehalt einstellen/zurückhalten. Die Mittel für einträglichen (Nebentätigkeits-)Pfründen für Landvogtsgünstlingen und Parteifreunden (die in deren Dienstzeit ausgeübt werden dürfen) sollten - bei angemessener Reduzierung auf die erbrachte Leistung - doch leicht ausreichen, diese und bessere mobile Jugendarbeit zu finanzieren!
    Liebe Vogtländer, haltet/rechnet doch mal dagegen wer für welche (Minimal bzw. Fehlleistung) in den letzten beiden Legislaturperioden von Kommunalunternehmen (oder vergleichbaren, nahestehenden) wieviel "Aufwandsentschädigung" erhalten hat - ihr kämt bis zur nächsten Kommunalwahl nicht aus dem staunen und murren nicht heraus!

    0 1
     

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 19.02.2018
Maurizio Gambarini
Sprecher relativiert Berichte über Bundeswehr-Mängel

Berlin (dpa) - Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr gefährden aus Sicht des Bundesverteidigungsministeriums nicht die Einsatzbereitschaft der Truppe in der Nato. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 13.02.2018
Armin Weigel
Bilder des Tages (13.02.2018)

Schweren Herzens, Nostalgieskirennen, Blaue Tänzer, Tanzeinlage an Bord, Wintermärchen, Lila Wolken, Futtern wie die Großen ... ... Galerie anschauen

 
  • 11.02.2018
Wang Yugui
Bilder des Tages (11.02.2018)

Fahnen im Wind, Chinesisches Neujahrsfest, Krähe trifft Ente, "Empailles", Protest, Zombie, Linke Gerade ... ... Galerie anschauen

 
  • 07.02.2018
Bernd von Jutrczenka
Durchbruch für die große Koalition - Umbruch bei der SPD

Berlin (dpa) - Viereinhalb Monate nach der Bundestagswahl sind die Weichen für eine neue große Koalition gestellt - und die SPD steht vor dem nächsten großen personellen Umbruch. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Reichenbach
Mi

1 °C
Do

0 °C
Fr

0 °C
Sa

0 °C
So

-5 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Reichenbach und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Reichenbach

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08468 Reichenbach/V
Markt 5
Telefon: 03765 5595-0
Öffnungszeiten:
Mo./Di./Do. 9:00 - 13:00 Uhr u. 14:00 - 17:00 Uhr
Mi. und Fr. 9:00 - 13:00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm