Jahresempfang erlebt nach fünf Jahren einen Neustart

Der Reichenbacher Oberbürgermeister hatte für Mittwoch in das Neuberinhaus eingeladen. Raphael Kürzinger (CDU) appellierte dabei nicht nur an den Gemeinschaftssinn.

Reichenbach.

Mehr als 200 Gäste sind zum Jahresempfang des Reichenbacher Oberbürgermeisters Raphael Kürzinger (CDU) am Mittwoch ins Neuberinhaus gekommen. Die Veranstaltung fand erstmals unter der Ägide des vor zwei Jahren gewählten OB statt, nach fünf Jahren Pause. Zu den Gästen gehörten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bildung, Repräsentanten von Vereinen sowie von Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, Polizei und es Technischen Hilfswerks (THW). Alle vier ehemaligen Oberbürgermeister waren anwesend.

Kürzinger sprach dabei über die Entwicklung der Stadt. Das Zusammenwachsen von Mylau und Reichenbach sei ein gutes Stück vorangekommen. Die Stadt müsse ihren Platz zwischen Plauen und Zwickau sowie Auerbach und Greiz finden, um im Wettbewerb bestehen zu können. Beim Zugang zu schnellem Internet wurde der Breitbandausbau vorangetrieben und mit Freifunk Vogtland der Grundstock für ein freies WLAN-Netz gelegt.

Der OB hob privates und ehrenamtliches Engagement hervor, das die Stadtverwaltung gern unterstütze. Dabei nannte er Initiativen in Kultur und Sport wie den Antidrogen-Cup, das White Diner, den 24-Stunden-Lauf und den Frühjahrsputz. Er nannte ebenso das Mittelalterfest auf Burg Mylau, den Tennisfasching, den Winterzauber, die Ausstellungen der Kunsthalle, die verschiedenen Konzertangebote, die Pop-up-Stores und Aktionen des Gewerbevereins sowie das Blasmusikfest der Hirschsteiner Musikanten. Dass das Blasmusikfest ausgerechnet in diesem Jahr durch die Stadt vom Veranstaltungsplan des Bürgerfestes gestrichen werden soll, fand keine Erwähnung.

Bezüglich der Paracelsus-Pleite skizzierte Kürzinger die begrenzten Möglichkeiten der Kommune. Die Übernahme des Krankenhauses durch die Investmentholding Porterhouse habe ihn erleichtert. Bauchschmerzen bereite ihm die ärztliche Unterversorgung. Er setze auf ein Medizinisches Versorgungszentrum. "Wenn es uns nicht gelingt, einen Investor dafür zu finden, dann nehmen wir es eben selbst in die Hand", versprach der OB.

Die Arbeit der Wohnungsbaugesellschaft und der Stadtwerke, die sich mit Projekten an der Stadtentwicklung beteiligen, wurden gelobt. Hervorgehoben wurden Wirtschaftsunternehmen, die von der Stadt durch Fördermittel unterstützt werden. An das Land Sachsen appellierte der OB, statt punktueller Förderprogramme lieber die Ausstattung der Kommunen dauerhaft zu verbessern. Finanzielle Unterstützung benötige auch das Projekt Kältekompetenzzentrum mit seinen Säulen Ausbildung, Forschung und Zertifizierung, das den Jahresempfang thematisch dominierte.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten die Nachwuchssängerinnen Hannah Gruschwitz und Selina Tulasoglu, die von ihrem Musikschullehrer Sven Pfretzschner dabei begleitet wurden, sowie die Band Swing-Kon-Action.


Oberbürgermeister Raphael Kürzinger: "Deutlich gewandelt"

"Reichenbach verliert jährlich 250 Einwohner. Während sich Zu- und Wegzüge die Waage halten, hat die niedrige Geburtenrate im Vergleich zur Sterberate einen Hauptanteil an dieser Entwicklung."

"Das Stadtbild hat sich deutlich gewandelt. Für diese erfolgreiche Arbeit danke ich meinen Vorgängern im Amt."

"Wir sind als Stadt eine Schicksalsgemeinschaft und müssen gemeinsam daran arbeiten, unser Umfeld zu gestalten. Ich fordere die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich dieser Verantwortung zu stellen." Und: "Es reicht nicht aus, zu Hause auf dem Sofa bei Facebook ,Gefällt mir' zu klicken. Man muss sich aktiv an der Entwicklung dieser Gemeinschaft beteiligen."

"Ich bin stolz und dankbar über alle genannten und ungenannten Initiativen, Vereine und Einzelpersonen, die dazu beitragen, Reichenbach lebenswerter zu machen."

"Ich glaube an den Krankenhausstandort Reichenbach. Es ist ein gutes Haus mit engagierten Mitarbeitern.

Während sich an vielen Stellen etwas bewegt, stecken andere Objekte noch immer in einem Dornröschenschlaf und warten auf ihre Erweckung. Insbesondere die Alte Post und der Bahnhof bleiben eine Herausforderung."

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