Werbung/Ads
Menü

Themen:

Mattheuers "Jahrhundertschritt" im Frühjahr 2017 im Foyer des Neuberinhauses.

Foto: Gerd Betka

"Jahrhundertschritt": Grünes Licht für Plastik-Ankauf

Das berühmte Kunstwerk von Wolfgang Mattheuer soll dauerhaft in Reichenbach bleiben. Aussagen zur Finanzierung sind indes einigen Stadträten zu vage.

Von Gerd Betka
erschienen am 11.10.2017

Reichenbach. Das ist ein Statement: Die Stadt Reichenbach kauft ein Exemplar der Plastik "Jahrhundertschritt" an, stellt es dauerhaft öffentlich auf und setzt damit postum ihrem Ehrenbürger, dem renommierten Künstler Wolfgang Mattheuer, ein Denkmal. Am Montagabend beschloss der Stadtrat mit 20 Ja- bei drei Neinstimmen und neun Enthaltungen den Ankauf der Plastik und die Übernahme des durch Spenden und Sponsoring nicht gedeckten Restkaufpreises.

Für den Bronzeguss aus dem Mattheuer-Nachlass hat die Galerie Schwind aus Leipzig eine Kaufsumme von 180.000 Euro genannt. Wie viel davon aus dem Stadtsäckel fließen soll, lässt sich jedoch noch nicht genau beziffern. Für Aussagen, welche Summen Spender und Sponsoren beisteuern oder über Fördermittel fließen, sei es noch zu früh. Und so schwankte die Diskussion zwischen Euphorie und Vorsicht.

Severin Zähringer, Vorsitzender des Vereins Kunsthalle Vogtland, sagte, dass der "Jahrhundertschritt" zu den kulturhistorisch bedeutsamsten Skulpturen in Deutschland zähle. Er zeige den Menschen, zerrissen zwischen zwei Systemen. Peter Tillack (Bitex) erinnerte, dass der "Jahrhundertschritt" zur letzten DDR-Kunstausstellung als wichtigstes Kunstwerk bezeichnet worden war. Henry Ruß (Linke) fand den Ankauf gut, trat aber auf die Euphoriebremse. "Wir haben im Moment diese Summe nicht untersetzt", sagte er. Sein Antrag, den Ankauf unter dem Vorbehalt zu beschließen, dass die gesicherte Finanzierung in der nächsten Sitzung vorliegt, fiel mit 14 Ja- zu 19 Nein-Stimmen durch. Bauchschmerzen hatten auch andere. "Wir sollten das große Pfund Mattheuer in Reichenbach pflegen. Aber der Beschluss ist nicht konkret genug. Deshalb muss ich mich enthalten", meinte Jens Pfretzschner (CDU). "Vorm Rathaus steht die Skulptur "Gesicht zeigen". Doch wer kennt sie?", warf Veit Bursian (FDP) ein. "So ein Denkmal sollte von der Bevölkerung gewollt sein."

Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) argumentierte: "Es gibt einen weiteren Kaufinteressenten. Die Galerie Schwind braucht ein Signal von uns." Da könne er nicht mit einem Beschluss unter Vorbehalt ankommen. Von Sponsoren lägen Zusagen über 100.000 Euro vor. Zudem werde die Förderung durch den Kulturraum und die Kulturstiftung Sachsen geprüft. "Da werden wir mal ins Risiko gehen müssen", erklärte Uwe Kukutsch (SPD). "Wir dürfen die Chance nicht verpassen", sagte Gisela Weck (BI Mylau). "Gesicht zeigen sollte jetzt unser Stadtrat", fand Volker Liskowsky (Grüne). "Wir sollten mit dem Ankauf ein klares Zeichen setzen", sagte Thomas Höllrich (Linke). "Wir können nicht länger zögern", meinte Bernd Müller (Bitex).

Angedacht ist, die Plastik auf dem neugestalteten und eventuell umbenannten Solbrigplatz aufzustellen. Das war aber am Montag nicht Gegenstand des Beschlusses. Vom ersten Schritt zur Realisierung einer Vision für den Solbrigplatz sprach Oliver Großpietzsch (SPD). Stephan Hösl (CDU) forderte, die Bevölkerung mitzunehmen, vor allem wenn es um die Umbenennung von Plätzen und Straßen gehe.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0

Lesen Sie auch

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Bildergalerien
  • 18.10.2017
Michael Kappeler
Erste Jamaika-Gespräche: «Gutes Gefühl», aber steiniger Weg

Berlin (dpa) - CDU, CSU, FDP und Grünen haben sich nach ihrem ersten Treffen zuversichtlich für weitere Gespräche hin zu einer Jamaika-Koalition gezeigt. Sie machten aber auch keinen Hehl daraus, dass dies noch ein langer und schwieriger Weg sein wird. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 18.10.2017
Lko- NK
Bilder des Tages (18.10.2017)

Mehrlinge, Lichterfest, Kleine Stärkung, Sonnenuntergang, Schöner Tag, Rote Sonne, Blaue Wiese ... ... Galerie anschauen

 
  • 17.10.2017
Hendrik Schmidt
Bilder des Tages (17.10.2017)

Huckepack, Mammut-Jagd, Flüchtlingslager, Boot im Nebel, Schnappschuss, Malerisch, Sieger ... ... Galerie anschauen

 
  • 16.10.2017
Julian Stratenschulte
SPD und Grüne in Niedersachsen fordern Gespräche über Ampel

Hannover (dpa) - Die Wahl ist gelaufen, die Suche nach einer neuen Regierungskoalition eröffnet: Nach dem Aus für Rot-Grün müssen sich die Parteien in Niedersachsen nach neuen Bündnispartnern umsehen. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
 
Wetteraussichten für Reichenbach
Sa

16 °C
So

11 °C
Mo

9 °C
Di

12 °C
Mi

14 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Reichenbach und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Reichenbach

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08468 Reichenbach/V
Markt 5
Telefon: 03765 5595-0
Öffnungszeiten:
Mo./Di./Do. 9:00 - 13:00 Uhr u. 14:00 - 17:00 Uhr
Mi. und Fr. 9:00 - 13:00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm