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Ulrich Sahm hatte die Einladung in das Israelzentrum in Reichenbach angenommen.

Foto: JB Steps

Kenner berichtet zur Situation Jerusalems

Der Verein der sächsischen Israelfreunde hatte den Journalisten Ulrich Sahm um einen Vortrag gebeten. Manche Besucher kannten ihn schon.

Von Petra Steps
erschienen am 13.02.2018

Reichenbach. Weit mehr als 100 Besucher sind am Samstagabend ins Zentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur der Sächsischen Israelfreunde (SIF) an der Wiesenstraße gekommen: Sie wollten den Vortrag von Ulrich Sahm zu Jerusalem hören. Der Journalist lebt seit 50 Jahren in Jerusalem und kann aus erster Hand berichten. Er arbeitet unter anderem für den Nachrichtensender n-tv, die Evangelische Nachrichtenagentur idea, Publikationen und auch für die Vereinszeitung der SIF. Viele Besucher hatten ihn bei Israelreisen in seiner Wohnung besucht, wo er für kleine Gruppen kochte. Deshalb kam es am Rande des Vortrages zu Gesprächen, bei denen Erinnerungen ausgetauscht wurden.

Die Israelfreunde hatten sich aus aktuellem Anlass das Thema "Wem gehört Jerusalem" ausgesucht. Der Referent wollte und konnte keine erschöpfende Antwort geben. Er zählte Fakten auf, versuchte Absurditäten zu erklären und mit Klischees aufzuräumen. Die Meinungsbildung überließ er jedoch den Zuhörern. Dafür nur ein Beispiel: "Die Moslems behaupten, Jerusalem sei schon immer muslimisch gewesen, einen Tempel habe es nie gegeben. Ein muslimischer Guide hat mir bei einer Führung erklärt, schon König Salomon sei Moslem gewesen. Der lebte jedoch 1600 Jahre vor der Geburt Mohammeds."

Unverständlich seien ihm die Reaktionen auf die Ankündigungen des USA-Präsidenten Donald Trump, die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Die Stadt sei seit 1950 Hauptstadt. Der Parlamentsbeschluss in den USA stamme von 1995. Sahm: "Den Israelis wird Völkerrechtsbruch vorgeworfen, aber keiner kann mir sagen, welcher Paragraf verletzt wurde." Er ermunterte, sich nicht mit verkürzten Darstellungen in Medien zufrieden zu geben. Sahm: "Wer die Rede von Trump komplett gelesen hat, weiß, dass er eigentlich nichts gesagt hat." Die US-Botschaft soll innerhalb von vier Jahren verlegt werden. Da könne es längst einen anderen Präsidenten geben, und alles bleibe beim Alten. Jeder Staat habe das Recht, seine Hauptstadt frei zu wählen. Als gebürtigem Bonner gefalle es ihm auch nicht, dass die Regierung aus seinem "Bundesdörfchen" nach Berlin zog. Eine Zweistaatenlösung sei schon deshalb unmöglich, weil es keine zwei Staaten gebe und sich der palästinensische Politiker Mahmud Abbas hartnäckig weigere, einen Staat auszurufen. "Ein Staat hätte fatale Folgen für die Finanzen, denn als Entwicklungsland bekommt man deutlich weniger", so der Referent. Er empfahl, mehr über Begriffe nachzudenken: "Ich bin mit der Mitteldeutschen Regiobahn gefahren und habe den Sender MDR gehört. Wenn hier Mitteldeutschland ist, wo ist dann Ostdeutschland", fragte er.

Während des Vortrages wurde auch ein Zwischenfall erwähnt, der sich am Samstag zugetragen hat. Dabei habe eine vermutlich iranische Drohne den israelischen Luftraum verletzt. In ganz Galiläa, auch in Reichenbachs Partnerstadt Ma'alot-Tarshiha, hatten die Sirenen geheult. Die Menschen waren in die Bunker geflüchtet. Das war vor der Veranstaltung bekannt geworden. SIF-Geschäftsführer Wilfried Gotter bedankte sich bei Sahm: "Wir hoffen, dass du nicht das allerletzte Mal hier warst."

 
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