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Haben gut Lachen, denn die Kleintierzucht lebt: die Kreisvorsitzenden Peter Gruschwitz und Harald Hallbauer sowie der Vorsitzende des Brockauer Kleintierzuchtvereins Helmar Enge (von links).

Foto: Silvia Kölbel

Krummes Jubiläum in Brockau führt Züchterspitze zusammen

Die Brockauer feiern 95 Jahre Kleintierzucht ganz groß. Das ist ungewöhnlich, doch es gibt Gründe. Und Geschenke für alle.

Von Silvia Kölbel
erschienen am 19.06.2017

Brockau. Der Kleintierzuchtverein Brockau kann in diesem Jahr auf 95 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Mit einem kleinen Fest begingen die Vereinsmitglieder am Samstag den Jahrestag. "Normalerweise ist das 95-Jährige kein Jubiläum, das man groß feiert. Aber wir haben sehr viele ältere Mitglieder in unserem Verein und wir möchten mit diesem Fest deren Arbeit würdigen", sagt der Vereinsvorsitzende Helmar Enge, der zum Feiern vor allem gute Freunde aus dem Partnerverein Unterheinsdorf und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr eingeladen hatte. Zum Gratulieren war auch Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) gekommen.

Insgesamt 13 Züchter erhielten Auszeichnungen: die Ehrennadel des Landesverbandes in Gold, Silber oder Bronze. Der Vereinsvorsitzende konnte sich über die Bundesehrennadel in Silber freuen. Auch für alle anderen Vereinsmitglieder hatte der Vorsitzende kleine Geschenke parat. Für alle Züchter, gab es Plaketten aus Naturstein mit einem Porzellanbild der von ihnen gezüchteten Rasse und einer passenden Inschrift. Selbst die Frauen des Vereins, die oft selbst keine Tiere halten, aber immer mit helfen, wenn es etwas zu tun gibt, bekamen kleine Präsente. Enge: "Heute geht keiner mit leeren Händen nach Hause."

Das Fest war zugleich ein Treffen der neuen Führungsspitze der Kreisverbände. Harald Hallbauer, der das Ehrenamt des Vorsitzenden des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter Reichenbach seit drei Jahren inne hat, begegnete Peter Gruschwitz, der ebenfalls auf Kreisebene seit ein paar Monaten für die Rassekaninchen zuständig ist. Beide dürften sich wahrscheinlich öfter über den Weg laufen, denn mit der Wahl von Gruschwitz, der Jürgen Dillner aus Rotschau ablöste, wohnt die gesamte Führungsspitze der Reichenbacher Kreisverbände nun in Unterheinsdorf. In dem Dorf soll dieses Jahr auch die Kreisschau der Rassegeflügelzüchter stattfinden, die voriges Jahr wegen der Geflügelpest ausfallen musste. Der Kreisverband der Kaninchenzüchter geht dieses Jahr mit seiner Schau nach Waldkirchen.

Peter Gruschwitz verheimlicht nicht, dass es Diskussionen darüber gibt, ob die Kreisverbände noch nötig sind, doch er warnt zugleich: "Was einmal weg ist, kommt nicht wieder."

Dem Brockauer Verein gehören derzeit 23 Mitglieder an. Ein 15-jähriger Jungzüchter trat erst kürzlich dem Verein bei. "Trotzdem haben wir einen hohen Altersdurchschnitt von über 60 Jahren", sagt Enge. Und es lasse sich auch nicht wegdiskutieren, dass einige Vereine in ihrer Existenz bedroht sind. Rotschau sei so ein Beispiel und auch die Netzschkauer, die dieses Jahr auf 150 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken können, sind zahlenmäßig stark geschrumpft. Aber es gibt auch Vereine, die sich positiv entwickelt haben, Unterheinsdorf zum Beispiel oder Waldkirchen. Peter Gruschwitz: "Es gibt Kleintierrassen, die stehen auf der Roten Liste, weil sie vom Aussterben bedroht sind. Manchmal ist es aber auch so, dass wir als Züchter aufpassen müssen, dass wir nicht vom Aussterben bedroht sind."

Gleichzeitig findet Peter Gruschwitz jedoch: "Wir müssen genauso aufpassen, dass die Kleintierzucht nicht schlechter geredet wird, als sie ist." Harald Hallbauer fügt an, dass die Vereine schwierige Zeiten durchlaufen, aber: "Das gab es auch schon früher. Man denke nur an den Zweiten Weltkrieg. Da ruhte die Arbeit fast komplett. Es gab Reglementierungen bei den Rassen. Manche Farbenschläge waren nicht erlaubt und nach dem Krieg waren die Vereine ganz verboten. So gesehen sind die Probleme vergleichsweise gering."

Dass der Brocker Verein auch solche Zeiten überlebt hat, davon zeugen heute noch die Protokollbücher. "Wir haben zwar keine Chronik im eigentlichen Sinne, aber unsere Aufzeichnungen von den Veranstaltungen der zurückliegenden 95 Jahre sind durchgängig erhalten. Ich habe sie auch durchforstet und einen Beitrag anlässlich unseres Jubiläums für den Netzschkauer Stadtanzeiger verfasst", so Helmar Enge.

 
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