Landfrauen informieren sich über Erste Hilfe

Die Irfersgrüner Landfrauen, Mütter und Großmütter darunter, wollen in Notfällen Kindern richtig helfen. Wie das geht, ließen sie sich von Rettungssanitäterin Jana Schumann erklären.

Irfersgrün.

Die Landfrauen hatten unlängst in das Vereinsheim eingeladen, um Antworten auf solche Fragen zu erhalten: Wie leistet man bei kleinen Kindern Erste Hilfe? Geht das wie bei Erwachsenen oder anders? Rettungsassistentin Jana Schubert vom Arbeiter-Samariter-Bund Auerbach gab während eines Vortrags die Antworten.

Der kleine Raum war proppenvoll mit Besucherinnen. Es waren nicht nur Vereinsmitglieder gekommen. Wie man Babys und Kleinkinder in Notfällen hilft, interessierte junge Mütter genauso wie Großmütter, die oft für die Enkelkindbetreuung zuständig sind und deren letzter Erster-Hilfe-Kurs oft schon mehrere Jahrzehnte zurückliegt. Seitdem hat sich einiges aber nicht alles geändert. Einen aus Schumanns Sicht ganz wichtigen, wenn auch banal klingenden Satz stellte die Ausbilderin an die erste Stelle: "Kleinkinder sind keine kleinen Erwachsenen." Man müsse noch etwas anders ablaufende Körperfunktionen und ihre Entwicklung berücksichtigen: Die Knochen seien weicher, elastischer, die Atemfrequenz höher, der Blutdruck niedriger. Sie verlieren schneller Flüssigkeit. Die Nackenmuskeln können den im Verhältnis zum Körper schweren Kopf noch nicht allein tragen.

Aber es fanden sich auch Parallelen zu den früheren Erste-Hilfe Kursen: Die stabile Seitenlage ist immer noch das Mittel der Wahl bei Bewusstlosigkeit. Den Puls fühlen, empfehlen heutige Ausbilder aber kaum noch. Jana Schubert: "Der Puls ist für den Laien und Ungeübten schwer zu finden und schwer zu beurteilen, erst recht in Ausnahmesituationen." Stattdessen solle der Ersthelfer die Atmung kontrollieren: hören, schauen, fühlen.

Die Rettungsassistentin, selbst Mutter zweier Kinder, erklärte die Unterschiede bei der Herzdruck-Massage bei Erwachsenen und Säuglingen. Während am erwachsenen Körper zwei Hände nötig sind, um den Brustkorb und damit das Herz zusammenzudrücken, reichen beim Säugling zwei Finger. Viele Fragen brannten den Frauen auf den Nägeln: "Woran erkennt man, ob...", hieß es oft. Wann sei der Zeitpunkt gekommen, ab dem man unbedingt den Notarzt rufen müsse. Ein Pauschalrezept gebe es nicht, weil jedes Kind und jede Situation anders seien, so Jana Schumann. Der Erwachsene solle sich auf sein Gefühl verlassen und im Zweifel lieber zu oft als einmal zu wenig den Notarzt rufen, empfahl die Ausbilderin. Sie hat seit ihrer zweifachen Mutterschaft den Schichtdienst als Rettungsassistentin an den Nagel gehängt hat und ist hauptberuflich in die Ersthelferausbildung eingestiegen ist.

Der von ihr gestaltete Abend war eine Mischung aus Vortrag und Lehrgang. Sie verstand es, ihre Zuhörer einzubinden. Sie konzentrierte sich auf gewünschte Schwerpunkte: "Normalerweise dauert so ein Lehrgang neun Stunden. Wir haben aber nur zwei Stunden zur Verfügung." Einige wichtige Tipps gab sie noch: "Nach einem Sturz mit Bewusstlosigkeit gehört jedes Kind zum Arzt." Die Telefonnummer des Giftinformationszentrums in Erfurt sei auch ohne das Eintreten eines Notfalls hilfreich: "Man kann sich dort auch beraten lassen, zum Beispiel über die Giftigkeit von Pflanzen."

Die Giftnotrufzentrale ist erreichbar unter Telefon 0361 730730.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...