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Carsten und Annemarie Rusch aus Gera auf einem der seltensten Traktoren der Fraureuther Firma Louis Tittmann aus dem Baujahr 1940. Insgesamt wurden nur 40 Traktoren diese Typs hergestellt. Besitzer ist Daniel Hörl aus Lauschgrün.

Foto: Franko Martin Bild 1 / 2

Magie der fahrbaren Untersätze

Michael und Mandy Zisowsky lieben das Fahren, zu Lande und zu Wasser, auf zwei oder mehr Rädern. Seit einigen Jahren teilen sie ihre Leidenschaft mit anderen Technikfans und luden zum Traktorentreffen ein.

Von Silvia Kölbel
erschienen am 12.09.2017

Irfersgrün. Michael und Mandy Zisowsky aus Irfersgrün vereint ein gemeinsames Hobby: Sie lieben Technik, mit der sich Mann oder Frau fortbewegen können. Das können Traktor, Wohnmobil, Motorboot oder Bus sein. Manchmal sitzen sie auch in einem üblichen Pkw oder schwingen sich auf das Moped-Auto der 16-jährigen Vivian, ihrer Tochter.

Doch das reichte dem Paar noch nicht. Es muss den vielen Aktivitäten zu Land und zu Wasser noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt werden: Ein Traktortreffen organisieren, das war der Clou. Vor drei Jahren taten sie es das erste Mal und am Wochenende wieder. Das Hoffest der Marienhöher Milchproduktion bot den passenden Rahmen.

Die Wahl des eigenen Untersatzes trifft das Paar je nach dem Vorhaben: Ein größerer Familienausflug ist geplant, also muss der Bus, ein Robur mit neun Sitzplätzen, Baujahr 1989, aus der Garage gerollt werden. Urlaub unter freiem Himmel, Sommer, Sonne, Campingstimmung - das Wohnmobil ist das Fahrzeug der Wahl. Wintergaudi steht auf dem Aktionsplan. Dann kommt das Quad zum Einsatz. Ganz wunderbar kann man Schlitten damit durch den vogtländischen Tiefschnee ziehen. Steht den beiden der Sinn mehr nach Wasser, ist eines der Boote schnell auf den Hänger geladen.

Wird Feuerholz gebraucht, oder ist Baumaterial zu transportieren: Mandy und Michael Zisowksy nutzen Traktoren. "Wir erledigen jede Transportarbeit mit einem Traktor", sagt die Mutter zweier Kinder. Der Pkw ist das Mittel der Wahl für den Weg zur Arbeit oder den schnellen Einkauf.

Wann diese Leidenschaft für Technik angefangen hat, wissen beide nicht mehr so genau zu sagen. Es muss schon länger her sein. Mandy Zisowsky: "Auf jeden Fall habe ich zuerst bei meinem Opa auf einer Brockenhexe, das ist ein Traktor, fahren gelernt. Später bin ich auch Multicar gefahren, und irgendwann danach habe ich auch eine Fahrprüfung abgelegt und bin Auto gefahren." Trotz vieler anderer Aktivitäten schaffe sie 20.000 Kilometer pro Jahr mit dem Pkw. Während sämtlich fahrbare Untersätze faktisch im Dauereinsatz sind, immer mal was Neues dazukommt, repariert und geschraubt werden muss, fristet das heimische Sofa ein einsames Dasein. "Sofa ist später. Dafür haben wir jetzt keine Zeit. Unseres ist schon 15 Jahre alt und immer noch nicht durchgesessen", befindet Mandy Zisowsky.

Die Irfersgrünerin hat auch das Klavierspiel erlernt, aber es dann doch wieder gelassen: "Das war mir nicht technisch genug."

Bei Michael Zisowsky war es ähnlich, eine typische Biografie, wie sie viele Kinder auf dem Land erzählen können, deren Eltern irgendwie mit Landwirtschaft zu tun hatten. "Bei mir fing das schon im Sandkasten an. Alles, was ich damals nicht durfte, mache ich heute." Zuhause gehörte der Traktor zur motorisierten Ausstattung der Familie. Der Irfersgrüner konnte also gar nicht anders, als seine Leidenschaft zum Beruf zu machen: Er betreibt einen Motorboote- und Traktorenhandel.

60 technikbegeisterte Fans aus Nah und Fern ließen sich nun nicht zweimal bitten. Einer packte seinen Traktor sogar auf den Hänger und fuhr 300 Kilometer, um dieses vogtländische Highlight keinesfalls zu verpassen. Mandy Zisowsky, die alle Ankommenden in Empfang genommen hatte, kam mit dem Ausfüllen der Listen nicht hinterher. Nur gut, dass für solche Fälle das Moped-Auto von Tochter Vivian neben dem improvisierten Schreibtisch steht: Nachhause fahren, ausdrucken, schnell wieder zurück, schon ging es weiter: Zwei K 700 rollten auf den Platz. Früher sagten die Menschen in der DDR "Kasimir" zu diesem riesigen, 11 Tonnen schweren russischen Allradschlepper für die Landwirtschaft.

Aus Hauptmannsgrün hatte Wolfgang Müller seinen alten Westfalia-Traktor ans Tageslicht gerollt. Der Schlepper, Baujahr 1936, ist zwar nicht so auf Hochglanz poliert, wie so manches andere Liebhaberstück, aber er fährt, so wie alle anderen Traktoren auch.

"Die meisten sind nicht einfach nur Oldtimer. Sie werden auch genutzt, oft hobbymäßig, von Leuten, die zuhause ein bisschen Feld, Wald oder Wiese haben", erzählte Michael Zisowsky. Man könne also nicht sagen, welche Lebensdauer so ein Traktor hat. Auch der älteste, ein Heinrich-Lanz-Traktor von 1927, tuckerte bei Bedarf zuverlässig vor sich hin. "Es gibt Autofriedhöfe, aber Traktorenfriedhöfe gibt es nicht", so Zisowsky über die Zuverlässigkeit eines Traktors.

An besonderen Tagen holt Michael Zisowsky noch eine andere Liebhaberei hervor: kleine, ferngesteuerte Mini-Traktoren. Zum Traktorentreffen durften die Kinder damit spielen. "Aber nur ausnahmsweise, Kindern gebe ich die Traktoren sonst nicht in die Hand", sagt er.

Und weil das mit dem Traktorentreffen so gut ankam, weil viele Besucher gern wiederkommen wollen, soll es auch ein nächstes Traktorentreffen geben. Traktoren-Liebhaber sind eine eingeschworene Gemeinschaft, helfen sich gegenseitig, und so ein Treffen sei einfach eine schöne Sache.

 
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