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Das verschmitzte Lächeln gilt als Markenzeichen des Lengenfelder Bürgermeisters Volker Bachmann. Den Humor hat er sich in 14 Dienstjahren bewahrt. Dabei kam manch lustige Episode zusammen.

Foto: Franko MartinBild 1 / 4

Mit 'ner Prise Humor: Bachmann will bis 70 Bürgermeister bleiben

Volker Bachmann kandidiert für eine dritte Amtszeit in Lengenfeld. Der 63-Jährige erzählte jetzt, worauf er stolz ist, was er noch vor hat und warum er dem Innenminister Extra-Runden im Kreisverkehr anbot.

Von Gerd Betka
erschienen am 16.05.2018

Lengenfeld. Am 3. Juni ist Bürgermeisterwahl in Lengenfeld. Als einziger Kandidat warf Amtsinhaber Volker Bachmann seinen Hut in den Ring. Der 63-Jährige, gelernter Elektroinstallateur, gehörte seit 1990 dem Stadtrat an. 2004 trat er die Nachfolge von Bürgermeister Friedhelm Wappler an. Kurz davor hatte Bachmann nach Streitigkeiten mit der CDU-Orts- und Fraktionschefin Gabriele Heckel den CDU-Ortsverband verlassen und die Bürgervereinigung "Pro Lengenfeld" gegründet.

2004 bewarben sich vier Männer und eine Frau um das Bürgermeisteramt. Bachmann setzte sich im zweiten Wahlgang mit 44,6 Prozent durch. 2011 gab es nur einen Konkurrenten aus den Reihen der Linken. Bachmann kam auf satte 90 Prozent. Bei Wahl Nummer 3 steht der Platzhirsch allein auf weiter Flur. Ein Zeichen, dass er alles richtig gemacht hat? Volker Bachmann sagt: "Ich denke, dass ich zumindest vieles nicht falsch gemacht habe. Es jedem recht zu machen, ist eine Kunst, die keiner kann."

Mit Blick auf die 14 Jahre findet er: "Wir haben viel geschafft und bewegt. Darauf bin ich stolz. Es waren zugleich die Jahre in meinem Leben, die am schnellsten vorübergegangen sind." Stolz sei er aber auch drauf, dass er sich selbst im Politikbetrieb nicht allzu sehr verändert habe. Bodenständig und bürgernah, so sieht nicht nur er sich. "Ich brauche nur übern Marktplatz zu gehen, schon sprechen mich fünf Leute an", sagt er. Dabei kommt ihm sein Naturell ebenso zu Gute wie die 27 Jahre, in denen er als Alleinunterhalter DJ Felix unterwegs war. Mit feinem Gespür weiß er, die Leute einzuschätzen. Mit einer Prise Humor bricht er schnell das Eis. Dann geht alles besser.

Letzteres gelingt ihm auch bei den "großen Tieren", gepaart mit viel Charme und etwas Penetranz. Wenn Politik-Prominenz in Lengenfeld zu Gast ist, hat er sich angewöhnt, zu fragen, ob er im Dienstwagen mitfahren darf. "Die Zeit kann man gut für Gespräche nutzen, und es ist mir immer gelungen", sagt er. Aus dem Auto heraus zeigte der Bürgermeister so dem einstigen Innenminister Ulbig das damalige Problem Nummer 1: das alte Gaswerk. Im folgenden Kreisverkehr meinte er augenzwinkernd zum Fahrer: Sie fahren jetzt so lange im Kreisel, bis der Minister die Knete rausrückt. 2016 wurde das neue Freizeitgelände am alten Gaswerk eingeweiht. Der Vorstoß hatte also gefruchtet.

Weitere Meilensteine seit 2004 waren die Sanierung von Museum, Kirche, Rathauskomplex, Grundschule, Unterer Schule und Lehrschwimmbecken. Nicht alles war einfach, der Markt zum Beispiel kostete eine Million Euro mehr. Das Hochwasser 2013 erwies sich als Fluch und Segen zugleich: Stadion, Lencken-Teich und Göltzschtalradweg konnten erneuert werden. Das Gewerbegebiet "Grüner Höhe" sei mit der angekündigten Kobra-Erweiterung nahezu ausgelastet. Mit der Beteiligung am Gewerbegebiet PIA III an der Autobahn sei man für die Zukunft gerüstet.

Auch in den sieben Ortschaften hat sich einiges getan. In Waldkirchen wurden Turnhalle und Feuerwehr saniert und ein Verbindungsbau an der Kita erstellt. Der wesentliche Impuls aber kam durch den Straßenbau. Heute kandidiert Waldkirchen im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Für Pechtelsgrün und Irfersgrün habe man Bürgerhäuser gebaut, in Plohn/Abhorn gab es erst mit dem neuen Feuerwehr-Gerätehaus eine Lösung. In Irfersgrün zog sich der Bau der Stangengrüner Straße zig Jahre hin. Auch der läuft jetzt.

Was die Arbeit für die 7200 Bürger angeht, so kann der Bürgermeister kein Alleinunterhalter sein. "Ich habe eine motivierte Mannschaft", freut sich Volker Bachmann. Das A und O sei ein vernünftiger Umgang im Hause und mit den Bürgern.

Dass er noch einmal antritt und bis 70 durchhalten will, habe mit unerledigten Dingen zu tun, sagt er. Drei Schwerpunkte setzt er. Erstens: Nach den ersten zwei Projekten soll noch mehr Betreutes Wohnen in die Stadt. Zu viele ältere Leute seien schon weggezogen. Zweitens: die Zukunft der jungen Generation. Bachmann will noch in diesem Jahr ein Jugendparlament in Lengenfeld etablieren. Drittens: eine attraktive Innenstadt nebst Einzelhandel und Gewerbe. Dafür will er die Städtebauförderung nutzen und einen Verfügungsfonds für einzelne Läden aufbauen. Tischendorfplatz und Viehmarkt sind noch zu gestalten. Sorgenkinder seien die alte Post und das Bahnhofsgebäude, beide in Privathand. Eine Lösung deute sich bei der leer stehenden Parkgaststätte an. "Zu 95 Prozent hab' ich da jemanden", sagt Bachmann. Noch 2018 könnte die Gaststätte wieder öffnen.

"Mir wäre wichtig, dass viele Bürger am 3. Juni zur Wahl gehen", erklärt er. Sein Blick geht aus dem Fenster hinunter auf den Markt, wo Kinder fröhlich im Wasserspiel toben. "Das haben wir doch richtig gemacht", sagt er und schmunzelt.

 
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