Musiker wollen nächstes Mal in den großen Saal

Eine Reise durch das Lebenswerk von Johnny Cash war in Reichenbach zu erleben. Das Konzert fiel eine Nummer kleiner aus.

Reichenbach.

Der "Sound of Johnny Cash" hatte nur rund 120 Besucher, darunter auch einige Musikerkollegen, in das Neuberinhaus gelockt. Deshalb fand die Veranstaltung im Foyer statt. Bodo Martin sagte am Ende des knapp zweistündigen Konzerts: "Beim nächsten Mal spiele ich im großen Saal, so etwas passiert nicht noch mal." Wie bei vielen seiner launigen Zwischentexte hatte der Kontrabassist und Pianist ein gefühltes Augenzwinkern hinterhergeschickt.

So ganz schlecht war die Atmosphäre bei gedämpftem Licht nicht, um die Songs des 2003 verstorbenen Countrysängers an den Mann oder die Frau zu bringen. Sie war deutlich besser als in einem nur zu einem Viertel besetzten Saal.

Bandana gilt als meist gebuchte Johnny-Cash-Tribut-Band und bezeichnet sich als aus Karl-Marx-Stadt kommend. Die Musiker unternahmen eine Reise quer durch Cashs Lebenswerk, das von Einflüssen aus Country, Folk, Gospel, Blues, Pop und anderen Stilrichtungen gekennzeichnet ist. Auch befreundete Songschreiber und Musiker wie Bob Dylan oder Bob Marley haben den US-amerikanischen Künstler beeinflusst. Titel wie Cashs größter Erfolg "Ring of fire" wurden vielfach gecovert, zum Beispiel von Tom Jones, Eric Burdon oder Frank Zappa und sogar von Howard Carpendale als "Heiß wie Feuer". Dabei sei der Hintergrund des von June Carter geschriebenen Textes eher traurig gewesen, denn Cash und sie hatten sich ineinander verliebt, obwohl beide in festen Beziehungen waren, so Bodo Martin.

Vor allem im zweiten Teil des Konzertabends rief eine Gruppe von Männern mit steigenden Alkoholpegel immer öfter nach June in Gestalt von Marlen Reuter. Die Bandana-Sängerin konnte jedoch stimmlich mit Johnny Cashs zweiter Frau June Carter nicht mithalten. Duette wie "If I were a Carpenter" dominierte Michael Sambale, seit einem Jahr Sänger der Band und Nachfolger von Andreas Matthes, der bei Bandana weiter Gitarre spielt. Dabei waren außerdem Fred Rauter (Drums) und Johannes Hautop (Gitarre).

"Wir sind so eine Art Kunstfälscher, wie Toni Krahl treffend bemerkt hat. Da ist ja was dran", meinte Bodo Martin. Der Erfolg scheint den Bandanas Recht zu geben, denn das 16. Bandjahr ist angebrochen.

Zu den Gästen gehörte Jens Stöter aus Fraureuth, selbst Musiker und bekannt durch Soloauftritte oder als Musiker bei Ludwig & Co oder in anderen Bands und Projekten. Er kennt Bodo Martin durch die Facebook-Gruppe Musiker-Notruf, die Hilferufe postet, wenn Musiker fehlen. "Ich habe so schon Musiker gefunden und auch selbst ausgeholfen", erklärte der Sänger und Gitarrist. Am Samstag hatte er selbst keinen Auftritt, deshalb nahm er am Gewinnspiel für eine Eintrittskarte teil und war prompt erfolgreich. Er sagte dazu: "Wenn ich selbst nicht spiele, gehe ich auch gern mal zu anderen Veranstaltungen."

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