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Gäste der gestrigen Festveranstaltung setzten ihre Unterschrift auf eine elektronische Wandtafel.

Foto: Carsten Steps

Netzschkauer feiern 125. Geburtstag ihrer Schule

Zur gestrigen Festveranstaltung waren Blicke auf historische und moderne Ausstattungen möglich. Da staunten auch ehemalige Lehrer und Schüler.

Von Petra Steps
erschienen am 17.06.2017

Netzschkau. Mit einer Körpergröße von 1,93 Metern in einer alten Schulbank? Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) hat es gestern zur Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums 125 neue Schule in Netzschkau vorgemacht. Er hielt seine Festrede von einer Schulbank aus, die im Schulmuseum steht und an längst vergangene Zeiten erinnert.

Im Kontrast dazu das Geschenk der Stadtverwaltung zum Jubiläum: ein Whiteboard, eine interaktive Tafel, im Wert von 3500 Euro. Als es Stefan Hanußek von der Firma Datec einschaltete, erschien das Erinnerungsfoto an das Jubiläum. Auf ihm verewigten sich anschließend die Teilnehmer der ersten Aktivität des Schulfestes, das allen Generationen etwas bieten soll.

Zur Festveranstaltung war vor allem die etwas reiferen Generationen anwesend, unter ihnen frühere Lehrer wie Manfred Götz, der heute in der Nähe von Heilbronn lebt. Götz: "Man ist mit der ehemaligen Arbeitsstelle und dem Gebäude immer verbunden. Ich bin gekommen, um zu sehen, was geworden ist, was wir geschafft haben, auch manchmal gegen Widerstände und mit Kopfschmerzen." Oder Judith Diegel, einst Musiklehrerin und mit 87 Jahren die älteste aus dem alten Kollegenkreis. Auch sie setzte ihren Namen auf die Tafel und nahm einen der Ausdrucke mit nach Hause.

Vor seiner Festrede hatte der Bürgermeister die Gäste erst einmal aufstehen und den Blick auf die Sitzgelegenheiten werfen lassen. "Dank unvorhergesehener Fördermittel des Landes Sachsen und der richtigen Entscheidung der Stadträte dürfen Sie heute auf neuen Stühlen sitzen und ungefährdet den Ausführungen folgen", sagte er zu der längst überflüssigen Investition, die mit dem Schuljubiläum eingeweiht wurde. Aus den alten Stühlen traten zum Teil schon die Federn hervor. Die Polster waren durchgesessen.

Dann widmete er sich dem Thema Schule im Wandel, wobei klar wurde, dass sich nicht alles gewandelt hat: Schule kostete schon immer Geld. Mangel an Lehrern ist auch kein Problem der Neuzeit. Gewandelt haben sich hingegen Methoden und Anspruch. Früher hieß es: "Gerade sitzen!" "Ohren spitzen!" "Schnabel halten!" Der Bürgermeister: Heute will man "selbstständiges Denken, Eigeninitiative, Kreativität, eigene Ideen und Kritikfähigkeit entwickeln." Er ist selbst Kind einer Lehrerin und kennt verschiedene Perspektiven. Für seine amüsante und trotzdem tiefsinnige Rede hatte er allerlei Utensilien zusammengetragen: Den Rohrstock, der bis weit ins 20. Jahrhundert zur Züchtigung benutzt wurde, eine Emaille-Schüssel, die neben der Bank als Spucknapf bei Husten diente, Griffel, Tintenfass, den Kartenständer oder ein Porträt des Kaisers.

Wie der Bürgermeister würdigten anschließend auch die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas und der Landtagsabgeordnete Stephan Hösl (beide CDU) die Lehrer und ihre in die Zukunft reichende Arbeit. Grüße überbrachte auch der Schulleiter der Partnerschule in Cheb. Doris Kühn von der Sächsischen Bildungsagentur forderte auf, immer wieder Auszeiten einzuplanen und Raum für Fantasien zu lassen. Schulleiter Jürgen Dillner dankte zum Schluss noch einmal den Sponsoren des Festes, die die Schule auch in Zukunft nicht vergessen sollen. Vielleicht findet sich ja als nächstes ein Sponsor für das verstimmte Klavier.

Neben den Festgästen konnten am Abend auch die Teilnehmer an der Zeugnisausgabe der Abschlussklassen hören, dass die Zeit für Veränderung reif ist. Doch heute wird erst noch einmal gefeiert. Dazu wünschen sich Lehrer und Schüler viele Festbesucher.

Das Programm: 11-13 Uhr, Frühschoppen mit den Netzschkauer Musikanten; 11-18 Uhr Kinderfest mit Hüpfburg, Jumicar, Segways, Kletterwand, Reiten und Feuerwehr; 17-18.30 Uhr, Festprogramm der Schüler; ab 20 Uhr Tanz mit LTR-Live; 22 Uhr Feuerwerk.

 
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