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Europas größte Härteöfen stehen in Lengenfeld und sind der Arbeitsplatz von Maximilian Fritzsch: "Ein Härteprozess dauert bis zu zehn Stunden. Dies setzt ein verlässliches Team voraus. Genau wie bei meinem Hobby, der Freiwilligen Feuerwehr ..." Foto und Text sind Teil einer Image-Kampagne auf der Kobra-Homepage und in einer Branchen-Zeitschrift, die Mitarbeiter in der Fertigung und bei ihrem in der Region wurzelnden Hobby zeigt. Wer den QR-Code ...

Foto: kati woyticzkaBild 1 / 4

Neue Pläne, neues Image: Wir sind Kobra

Der Weltmarktführer erweitert seine Marktposition mit strategischen Zielen. Dazu gehören der Bau fünf neuer Fertigungshallen, die Umverlegung einer Straße und eine Einladung an ganz Lengenfeld.

Von Gerd Möckel
erschienen am 14.02.2018

Lengenfeld. Knapp zwei Dutzend mittelständische Weltmarktführer sind in Sachsen angesiedelt, nur einer davon im Vogtland - der Spezialformenbauer Kobra Lengenfeld. So weist es eine vor drei Jahren erschienene Studie aus. "Oben ankommen ist super", sagt Holger Stichel und spricht über den Kreislauf von Innovation und Imitation, Bewegungen auf Märkten in Ost und West, permanentes Optimieren innerbetrieblicher Abläufe und die neue Image-Kampagne "Wir sind Kobra - Menschen machen Formen": Die Neuentdeckung des Mitarbeiters sowie die anstehende, auf den Ausbau der Marktposition zielende Erweiterung des Standorts sind Teil eines strategischen Konzepts, das die Verdopplung der Firmensubstanz in den nächsten 20 Jahren vorsieht.

"Wir wachsen weiter in überschaubaren Raten. Dafür muss eine gute, motivierte Mannschaft stehen, dafür müssen wir klug investieren", sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Bisher erfolgten alle Investitionen - pro Jahr bis zu 4,5 Millionen Euro - im Bestand. Das ist nun vorbei. Das Wachstum im 400 Mitarbeiter zählenden Stammhaus der Kobra-Gruppe stößt mit dem Bau einer Halle für den Stahlzuschnitt in diesem Jahr an seine Grenzen. Doch die Nachfrage der Betonsteinindustrie ist ungebremst. "Und wir sind voll bis unters Dach." Deshalb schließt sich spätestens 2019 der Bau vier weiterer Fertigungshallen auf der grünen Wiese an. Die Neubauten füllen die Lücke zwischen dem Altstandort und der zum Plohner Kreisel führenden Straße aus. "Mit dieser Investition haben wir Spielraum, um unsere Abläufe insgesamt zu optimieren und Platz für die nächsten fünf Jahre." Zunächst entstehen im neuen Betriebsteil die Kobra-Hallen acht bis elf; Platz ist dort für neun weitere Hallen.

Um die Betriebsteile auch im Hinblick auf den Materialtransport optimal zu verschweißen, wird die durch das Gewerbegebiet Grüner Höhe führende Plohnbachstraße gekappt und Teil des Kobrageländes. Die Zufahrt zu weiteren Anliegern ermöglicht dann eine jüngst von Kobra hinter dem Altstandort finanzierte Straße. "Wir sind froh, dass wir diese Lösung unproblematisch mit der Kommune gefunden haben", sagt Holger Stichel: Im Frühjahr lädt Kobra die Lengenfelder zu einem Fest ein, mit dem die Einweihung der neuen Straße gefeiert wird. Zudem öffnen sich die Werktore bei einem Tag der offenen Tür.

Einblicke in die Kobra-Werkstätten gibt es indes bereits jetzt und dank Internet rund um die Uhr. Seit ein paar Tagen läuft eine Image-Kampagne, die mehr liefert als ein Selbstbild des Unternehmens. "Wir sind Kobra - Menschen machen Formen" ist eine Botschaft an die Branche und in die Region. Und damit auch eine Wertschätzung der Mitarbeiter über die Vergütung hinaus. "Der Anteil aller Mitarbeiter am Produkt ist ein wesentliches Element des Erfolgs, das stellen wir verstärkt in der Kampagne heraus."

Dazu schaltet das Unternehmen Anzeigen in der Branchen-Fachzeitschrift "BWi - Betonwerk International" - auf dieser Plattform tritt der Mensch quasi hinter der Maschine hervor: Mitarbeiter wie Maximilian Fritzsch demonstrieren ihre in der Region wurzelnden Hobbys. Wer den dazugehörigen QR-Code scannt, landet online an der Werkbank der Fachkraft und gewinnt einen Eindruck davon, was für Arbeit in der höchsten Werkzeugqualität und Verschleißfestigkeit der Kobra-Produkte steckt. Zur Kampagne gehört auch ein am Standort und in der Branchenwelt verteilter Kalender. Die von Mitarbeiterin Kati Woityczka dafür in der Produktion geschossenen Fotos veranschaulichen das Schneiden, Fräsen, Montieren und Härten - mitunter schweißtreibende Arbeitsgänge, die selbst in 20 Jahren kein 3-D-Drucker draufhaben dürfte. Insofern ist die Kampagne auch als eine Art Weckruf an die Generation Smartphone zu verstehen.

Kobra begegnet dem Fachkräftemangel seit Jahren mit eigener Lehrausbildung und zuletzt mit Investitionen in eine neue Lehrwerkstatt. Aktuell 28 Lehrlinge und zwei BA-Studenten sichern das Fortschreiben eines Erfolgsrezepts, das die Formung von Fachkräften für die Fertigung sowie Führungspositionen in der werkeigenen Kaderschmiede sicherstellt. "Aber auch in diesem Bereich wollen wir noch zulegen." Dazu gehören eine verstärkte Weiterbildung im Haus sowie eine Art Rückgriff auf das DDR-Rekrutierungs-Modell UTP (Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion). Das Kobra-UTP basiert allerdings auf Freiwilligkeit. "Und es lässt sich gut an. Neunte Klassen mehrerer Schulen haben sich angemeldet."

Diese Entwicklung dürfte auch Alt-Chef Rudolf Braungardt gefallen. Der Mittsiebziger hatte den Formenbauer 1991 aus der Taufe gehoben. Schon zehn Jahre später war der vogtländische Schwabe mit in Eigenregie übernommenen Arbeitsgängen wie Fräsen und Härten Branchenvorreiter. Diese Unternehmenskultur des Wagens und damit das Kobra-Gen hat Braungardt weitervererbt. Während die Konkurrenz noch schweißt, fertigt Lengenfeld die Werkzeuge für die weltweit etwa 4000 Hersteller in Modularform. Alle Baugruppen werden verschraubt, was bei Verschleiß den Austausch von Komponenten erlaubt und zudem die Produktivität erhöht - da die Baugruppen parallel produziert werden, entfällt die zeitraubende Linienfertigung.

Der Rekordumsatz des Branchenprimus im Vorjahr von 55 Millionen Euro ist damit Ergebnis von Innovationskraft und des wachsenden Betonstein-Hungers - den Kobra mit einem Exportanteil von 75 Prozent stillen hilft. Beispiel Russland. "Dort hat Putin ein großes Programm zur Stärkung des Mittelstands einer zu großen Teilen von Importen abhängigen Wirtschaft aufgelegt, mit irren Förderquoten und hohen Investitionen im militärischen und zivilen Sektor. Seit drei Jahren haben wir dort einen steigenden Bedarf", sagt Holger Stichel. Oder Beispiel USA - dort produziert eine hundertprozentige Kobra-Tochter. "Ebenso seit Jahren steigender Bedarf. Die Infrastruktur im Land ist marode. Was uns dort zu schaffen machen könnte, wäre ein Stahl-Einfuhrzoll." Und die unter Trump ermöglichten Steuerersparnisse der Tochtergesellschaft dort? "Die fallen insgesamt gesehen nicht so sehr ins Gewicht. Es braucht auch keiner Angst zu haben, dass wir jetzt unsere Erlöse nach Übersee verschieben. Unser Engagement in Lengenfeld ist auch ein Bekenntnis zum Standort."

 
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