Neumarker Schüler lernen das Busfahren

Mitarbeiter der Reichenbacher Verkehrsbetriebe lehrten gestern das Ein- und Aussteigen sowie vieles mehr. Dabei spielte ein 30-Liter-Kanister die Rolle eines Dummys.

Neumark.

Für die drei fünften Klassen der Neumarker Oberschule war gestern Bustraining angesagt: Andreas Radewaldt, Busfahrer und Fahrlehrer für Lkw und Traktor, sowie Fahrer Rengo Neidhardt kamen dafür mit einem Bus der Reichenbacher Verkehrsbetriebe (RVB) auf das Schulgelände. Dort übten sie das richtige Zeigen des Fahrausweises, das Ein- und Aussteigen, den Aufenthalt im Bus sowie das Verhalten bei Problemen.

Mit einem 30-Liter-Kanister zeigte Radewaldt den Kindern, wie weit sie bei einer Vollbremsung nach vorn geschleudert würden, und das schon bei geringen Geschwindigkeiten. Er erklärte den Kinder: "Es gibt im Schulbus nicht nur Sitzplätze. Deshalb ist Festhalten wichtig." Wenn es Schwierigkeiten mit größeren Schülern gäbe, die zum Beispiel Sitze blockieren, soll in jedem Fall der Busfahrer informiert werden. Der könne auch Busausweise einziehen, die dann von Eltern im Unternehmen abgeholt werden müssen. Bei wiederholten Verstößen sei der Ausschluss von der Beförderung möglich.

Einige Schüler, die schon in der Grundschule auf den Bus angewiesen waren, erzählten von "Verstößen" der Busfahrer, die nicht gehalten hatten oder bei Problemen im Bus nicht eingriffen. Radewaldt erwiderte: "Man kann auch von Busfahrern Disziplin verlangen." Die Neumarker sind in dieser Hinsicht froh, denn mit Rengo Neidhardt haben sie einen Stammbusfahrer, der alles im Griff hat. Ein fester Busfahrer sei für alle gut, auch für das Verhältnis zu Eltern, Lehrern und Schülern. "Die Schüler nennen ihn Fiedel II, nach dem früheren Fahrer Manfred Fiedler, der im Mai 2015 in den Ruhestand ging und mit Geschenken und Tränen verabschiedet wurde. Er war für alle nur der Fiedel", erläuterte Günter Franke. Den Schulleiter drücken indes ganz andere Sorgen. Mit den wunderbaren neuen vogtländischen Busausweisen kann man zwar im Vogtland Bus, Bahn und Straßenbahn fahren. Ein Viertel seiner Schüler komme jedoch aus dem Landkreis Zwickau, wo der Ausweis nicht gelte. Ihm helfe nur ein sachsenweites Busticket, das von der Landesregierung für 2015 schon einmal angekündigt war: "Im globalisierten Europa steht in Altrottmannsdorf immer noch eine unsichtbare Mauer. Die zu beseitigen, wäre mal ein Thema, das Leute hier bewegt", sagte er. Ähnlich sei es beim Bus nach Werdau. Mit dem Umsteigen in Neumark müsse ein neuer Fahrschein gelöst werden, weil der von Reichenbach auf Zwickauer Gebiet nicht gilt, pflichtete ihm Radewaldt bei. Allerdings sieht der Busfahrer kaum Chancen, dass sich diesbezüglich etwas ändere. Zu viele erfolglose Verhandlungen habe es bereits gegeben.

Die Mitarbeiter der RVB sind in den kommenden Tagen in vielen Schulen der Region unterwegs: "Eigentlich in allen, bei denen wir den Schulbus fahren, also in der Reichenbacher Region, Lengenfeld, Treuen oder Jocketa. Die Schulen mit Buskindern nehmen das Angebot gern an", so der Busfahrer. Die Neumarker Oberschüler freuten sich über die Abwechslung im Schulalltag. Sie zeigten, dass sie die meisten Anforderungen für die Teilnahme am ordnungsgemäßen Schulbusverkehr beherrschen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...