"Tex" nicht mehr zu verkaufen: Wohin mit Kältetechnik-Projekt?

Stadt und Bitex treiben das "Kompetenzzentrum für natürliche Kältemittel" voran. Rückenwind gibt es jetzt auch aus Dresden.

Reichenbach.

Es könnte der Durchbruch für das Kältetechnik-Kompetenzzentrum in Reichenbach sein. Und vielleicht auch die ersehnte Lösung für die Nachnutzung der Hochschulimmobilien. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat bei seinem Vogtlandbesuch am Mittwoch intern mit Vertretern der Stadt Reichenbach, der Bürgerinitiative Bitex und der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) verhandelt. Die auf seine Initiative kurzfristig zusammengetrommelte Runde hat die Nachnutzung der "Tex"-Gebäude in Verbindung mit dem "Kompetenzzentrum für natürliche Kältemittel" diskutiert, heißt es aus der Stadtverwaltung Reichenbach. Ob beide Vorhaben unter einen Hut passen, bleibt vorerst jedoch ungewiss.

Neben der Ausbildungsstätte soll es auch ein Prüfzentrum für Kältemittel geben. Das ist nach den Worten von Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Reichenbach geplant.

Die in Reichenbach etablierte Kältetechniker-Ausbildung soll um einen dualen Studiengang für Diplomingenieure für Kälte- und Klimatechnik erweitert werden. Der Ministerpräsident lobte die Initiative. Im Sachsengespräch am Mittwochabend im Neuberinhaus nannte er den Vorstoß aus dem Vogtland "ein positives Beispiel für eine Entwicklung im ländlichen Raum". Kretschmer würdigte auch die Rolle der Bitex, die seit 2011 am Ball ist und uneigennützige Ziele verfolge.

Der Ministerpräsident überraschte mit einem Vorschlag zur Finanzierung. Er habe mit dem Bundesforschungsministerium Kontakt aufgenommen, erklärte Kretschmer. Ihm schwebt vor, das Kompetenzzentrum mit Geld aus dem Bundesprogramm "Innovative Regionale Wachstumskerne" zu fördern.

Und noch eine Überraschung hatte er parat: Kretschmer riet den Vertretern der Westsächsischen Hochschule, über eine Kooperation mit dem Kompetenzzentrum nachzudenken. Jene WHZ, die seit der von der CDU-/FDP-Landesregierung 2011 beschlossenen Schließung des vogtländischen WHZ-Standortes auf dem Rückzug aus Reichenbach ist. In dem Gespräch erfuhren Stadt und Bitex, dass die Hochschule weiterhin Räume in Reichenbach benötigt. Der schon mehrfach verschobene Umzug ins Technikum nach Zwickau könnte sich "voraussichtlich bis 2021 hinziehen", teilt die Stadtverwaltung dazu mit. Bislang hat der offizielle Baustart für das Technikum noch nicht stattgefunden.

Einigkeit besteht darin, die Ausbildung von Kältetechnik-Ingenieuren zügig voranzubringen. So lange die WHZ Platzbedarf hat, bleiben die "Tex"-Räume blockiert. OB Kürzinger erklärt, das Projekt unabhängig von der Immobilie zu entwickeln. Die im Oktober von ihm angekündigte Ausschreibung einer Machbarkeitsstudie wurde indes noch nicht im Stadtrat behandelt.

Vertreter der Bitex sehen Kretschmers Vorstoß "ausgesprochen konstruktiv", die Forderung zur Nachnutzung des Baudenkmals der "Tex" bleibe dennoch bestehen.

Ein weiteres Ärgernis hat Kretschmer beseitigt: Die als "Premium-Immobilie" zum Verkauf stehende Tex ließ er von der Vermarktungsliste des Freistaates streichen.

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