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Brunhild Münchow in der Reichenbacher SPD-Geschäftsstelle: Die langjährige Schatzmeisterin hinterlässt geordnete Finanzen.

Foto: Franko Martin

"Wir haben ordentlich Geld gespart für den Wahlkampf"

Die scheidende Schatzmeisterin Brunhild Münchow spricht über SPD-Finanzen und die Kooperation mit der CDU

erschienen am 13.06.2018

Geboren in Berlin, aufgewachsen in Mecklenburg und der Liebe wegen nach dem Studium im Vogtland geblieben: Die in Reichenbach lebende Brunhild Münchow (61) hat die Kasse der Kreis-SPD viele Jahre lang verwaltet und bleibt im Ortsverein weiter aktiv. Ulrich Riedel sprach mit der Sozialdemokratin.

Freie Presse: Die Geschäftsstelle der SPD Reichenbach hat eine super Zentrumslage in der Zenkergasse. Kann sich Ihre Partei das überhaupt leisten?

Brunhild Münchow: So lange wir es uns leisten können, bleiben wir hier Mieter. Allerdings ist unser Vermieter Sozialdemokrat und kommt uns sehr entgegen.

Die politischen Gegner der SPD behaupten gern, Sozialdemokraten können mit Geld nicht umgehen. Gilt das auch für Sie?

Ich habe in Reichenbach den Abschluss als Ingenieurökonom für Leichtindustrie abgelegt, der nach 1990 als Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) anerkannt wurde. Viele Jahre war ich bei der AWO in der Finanzbuchhaltung tätig und bin auch ehrenamtlich mit Kassen vertraut. Zahlen sind mein Metier.

Wie steht es denn um die Finanzen der Vogtland-SPD?

Mein Vorgänger im Amt des Schatzmeisters beim SPD-Unterbezirk hat gesagt: "Ein Schatzmeister muss das Geld behüten und möglichst mehren ..." So habe ich es immer gehandhabt. Wir haben im Unterbezirk Vogtland ordentlich Geld gespart, um den nächsten Wahlkampf bestreiten zu können.

Und der Ortsverein Reichenbach? Dort sind Sie doch auch Kassiererin.

Große Sprünge gehen nicht, aber wir müssen auch nicht betteln. Unsere Mandatsträger geben einen Teil ihrer Aufwandspauschale ab: Kreisräte an den Unterbezirk und Stadträte an den Ortsverein.

Sie selbst sind immer im Hintergrund aktiv, warum sind Sie nie als Kreis- oder Stadträtin in Erscheinung getreten?

Als Kreisrätin nicht. Ich bin für die Kreistagsfraktion tätig und arbeite dort einen Tag pro Woche im Büro in Plauen, ansonsten per Home- Office. Für den Reichenbacher Stadtrat habe ich bereits mehrmals kandidiert und würde es auch gern wieder tun. Es hat schon einmal fast gereicht.

Vor 20 Jahren war die SPD in Reichenbach stark, dann wurde sie von den Wählern abgestraft, weil sie sich kaum von der CDU unterschied. Wie geht es weiter?

Es ging abwärts, das stimmt. Zur vorigen Wahl gab es dann einen Umbruch, Jüngere mussten ran. Die beiden machen das sehr gut (die Stadträte Uwe Kukutsch und Oliver Großpietzsch/Anm. der Redaktion). Sie hatten auch einen pfiffigen Wahlkampf-Auftritt als zwei Pfundskerle hingelegt.

Sie meinen das selbstironische Wahlplakat mit dem Slogan "Das richtige Format". Wie wollen Sie weiter Boden gutmachen?

Das müssen wir uns noch überlegen. Aber wir wollen weitere Stadtratsmandate gewinnen.

Und auf Kreisebene? Seit der Koalition mit der CDU ist die SPD kaum noch wahrnehmbar.

Es ist keine Koalition, sondern eine Kooperation. Unser Einsatz hat etwas gebracht für die Konsolidierung des Kreishaushaltes und damit für die Menschen im Vogtlandkreis. Viele gute Vorschläge und Hinweise kamen von der SPD. Das ist nur in der Öffentlichkeit nicht so registriert worden. Der Landkreis stand kurz vor der Zwangsverwaltung. Es gab für uns keine Alternative.

Unter CDU-Regie Richtung Zahlungsunfähigkeit, und die SPD löffelt die Suppe mit aus. Das ist ehrenhaft. Reicht es auch, um bei Wahlen zu punkten?

Das werden wir sehen. Wir haben engagierte Kreisräte. Die Personaldecke ist leider sehr dünn. Es fehlen heute so charismatische Politiker wie Rolf Schwanitz (ehemaliger Staatsminister im Bundeskanzleramt). Den anderen Parteien geht es da aber sicher auch nicht viel besser.

Haben Sie eine Lebensmaxime?

Ja. Gesundheit und viel Geld nützen einem nichts, wenn man nicht zufrieden ist. Deshalb steht für mich die Zufriedenheit im Leben an erster Stelle.

 
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