Abwasserzweckverband: Jeder kann Austritt beantragen

Bewohner in Oberschindmaas fordern per Unterschrift, dass die Gemeinde das Gremium verlässt. Was anfangs schwierig erschien, könnte funktionieren.

Dennheritz.

Der Weg der Gemeinde Dennheritz aus dem Abwasserzweckverband "Lungwitztal-Steegenwiesen" (AZV) ist offenbar gar nicht so schwer wie anfänglich vermutet. Wie der Vorsitzende des AZV, der Glauchauer Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) sagt, stehe es der Gemeinde frei, einen Austritt aus dem Verband zu beantragen. "Wir halten niemanden gegen seinen Willen", sagte Dresler. Den Austritt eines Verbandsmitgliedes regle die AZV-Satzung.

Dem Dennheritzer Bürgermeister Frank Taubert (Freie Wähler) liegt eine Liste mit 106 Unterschriften von Bewohnern der Hauptstraße im Ortsteil Oberschindmaas vor. Die Unterschriftensammlung haben Hartmut Raabe und Rolf Vogel initiiert und dem Gemeindeoberhaupt übergeben. Darin fordern die Unterzeichner den Austritt aus dem AZV "Lungwitztal-Steegenwiesen". Dennheritz ist in der Abwasserfrage zweigeteilt, während die Ortsteile Nieder- und Oberschindmaas zum Zweckverband "Lungwitztal-Steegenwiesen" gehören, ist der Ortsteil Dennheritz Mitglied im AZV "Götzenthal". Dort gelten zum Beispiel andere Abwasserpreise. Weil die Bewohner der Oberschindmaaser Hauptstraße sich ungerecht behandelt fühlen, fordern sie den Austritt. Sie mussten selbst für eine vollbiologische Kleinkläranlage sorgen und zahlen zum Teil Gebühren dafür, dass ihr biologisch gereinigtes Wasser in einen Kanal fließt und von dort in ein Gewässer. In der Begründung der Unterschriftensammlung heißt es unter anderem, dass die AZV-Spitze Fragen zur Abwasserbeseitigung unzureichend beziehungsweise gar nicht beantwortet habe. AZV-Chef Dresler: "Uns liegen aus Oberschindmaas aktuell keine Fragen vor."

Der Geschäftsführer der Westsächsischen Abwasserentsorgungs- und Dienstleistungsgesellschaft (WAD), Jens Burkersrorde, sieht einen Austritt von Ober- und Niederschindmaas aus dem AZV nicht problematisch. Die WAD habe dort kaum investiert, sodass keine aufwendigen Verhandlungen über das Anlagevermögen zu befürchten seien. Die WAD erledigt für den AZV die Abwasserentsorgung.

Trotz positiver Signale seitens der Verbandsspitze ist noch unklar, ob es zum Austritt von Nieder- und Oberschindmaas aus dem Zweckverband kommen wird. Denn der Dennheritzer Bürgermeister Frank Taubert, der sowohl im AZV "Lungwitztal-Steegenwiesen" als auch im AZV "Götzental" sitzt, will im März mit seinem Gemeinderat über das Thema sprechen. Sollte sich der Gemeinderat dazu entschließen, den Austritt zu beantragen, muss der Zweckverband mit Zweidrittelmehrheit dafür stimmen. Doch für Dennheritz bliebe dann die Frage, wie es in Ober- und Niederschindmaas mit der Abwasserentsorgung weitergeht. Denkbar wäre ein Eintritt in den benachbarten AZV "Götzental". Bürgermeister Taubert hat in der dortigen Verbandsversammlung schon mal über die Forderung der Einwohner informiert.

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