Behörde treibt Radweg-Projekt in der Muldenaue voran

Alte Pläne werden wieder aktuell: Unter die Autobahnbrücke zwischen Jerisau und Remse soll ein Steg für Freizeitsportler befestigt werden.

Glauchau.

Wenn sich Politiker mit Problemen am Mulderadweg befassen, ist das Wetter nicht auf ihrer Seite. Im Juni hat die Landtagsabgeordnete Ines Springer (CDU) einen 90-minütigen Praxistest bei Dauerregen absolviert. Gestern Mittag ist sie mit Landrat Christoph Scheurer (CDU) und Bau-Dezernent Stefan Matthes durch den knöcheltiefen Schnee auf der geplanten Radweg-Trasse gestapft.

Doch die Strapazen haben sich gelohnt. Nach eingehender Beratung vor Ort lautet das Zwischenergebnis: Unter der Autobahnbrücke ist der Bau einer zweiten Überführung möglich. Damit sollen Radler künftig zwischen Jerisau und Remse die Zwickauer Mulde überqueren können. Das Teilstück gilt momentan als Schwachpunkt auf dem Radweg.

Die favorisierte Lösung befindet sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt auf den Schreibtischen der Behörden. In den letzten sechs Monaten hat Stefan Matthes die Machbarkeit von Fachleuten erneut untersuchen lassen. "An den Fundamenten, die es für die Autobahnbrücke gibt, lässt sich eine weitere Brücke mit einer leichten Konstruktion befestigen", sagte Matthes. Dabei sei ein Steg aus Metall oder Holz denkbar. Allerdings gebe es die Auflage, dass die Extra-Brücke auf der Unterstrom-Seite kommen muss. Matthes: "Das hängt mit dem Hochwasserschutz zusammen. Damit soll verhindert werden, dass es durch die Radler-Überführung irgendwelche Schäden an der Autobahnbrücke geben kann." Mit Aussagen zu den Kosten für das Projekt hat sich Stefan Matthes gestern bedeckt gehalten. Er machte deutlich, dass erst die Detailplanungen zu Papier gebracht werden müssen. Staatssekretär Fritz Jaeckel (CDU) hatte den Finanzbedarf für die Überführung im Juni 2016 auf 900.000 bis 1,1 Millionen Euro beziffert. Sein damaliger Vorschlag war, dass sich die Anliegerkommunen Glauchau, Remse und Waldenburg finanziell beteiligen sollen. Das ist mittlerweile aber vom Tisch. "Der Bau des Radweges im Verlauf der Bundesstraße 175 ist eine Aufgabe des Bundes, der die Finanzierung übernehmen muss", sagte Christoph Scheurer. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dafür die entsprechenden Mittel in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen. Schriftliche Zusagen dazu wurden aber noch nicht präsentiert. Die Klarheit zu einer technisch machbaren Variante sei eine wichtige Voraussetzung. Wann können die Radler oder Skilangläufer ihre Touren in der Muldenaue starten? "Es wird nicht vor 2018 zu schaffen sein", sagte Christoph Scheurer. Und Ines Springer ergänzte: "Wir müssen den Druck weiter halten." Ansonsten drohen vielleicht Blitz, Donner und Hagel beim nächsten Treff am Radweg.

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