Brücke: Glauchau auf der Suche nach dem richtigen Namen

Nicht nur die sieben Hügel machen die Stadt einzigartig, auch die Täler. Doch wie heißt das am Schloss richtig: Hirschgrund oder Hirschgraben?

Glauchau.

Ulrich Schleife ist ein Mann der klaren Worte. Der CDU-Stadtrat redet nicht um den Brei, sondern sagt, was er meint. Nun ist ihm aufgefallen, dass in den Unterlagen zur Sanierung der Brücke über den Hirschgrund stets von der "Hirschgrabenbrücke" die Rede ist. Dabei handle es sich doch um die "Hirschgrundbrücke". Ulrich Schleife bat die Stadtverwaltung um Klarheit. Heißt es nun "Hirschgrundbrücke" oder "Hirschgrabenbrücke"? Sein Stadtratskollege von der SPD, Roland Frenzel, legt sich fest und meint, es heiße "Hirschgrundbrücke". Nicht, dass es eines Tages statt Lehngrund Lehngraben heißt", sagt Frenzel und spielt auf den Lehngrund an, dessen Namen unbestritten ist.

Der Streit darüber, ob "Hirschgrund" oder "Hirschgraben" ist deshalb gerade jetzt ausgebrochen, weil die Sanierung der historischen und völlig maroden Brücke für 1,4 Millionen Euro bevorsteht. Noch in diesem Frühjahr geht es los. Die Arbeiten sollen sich bis in den Herbst des nächsten Jahres hinziehen. "In den aktuellen Bau- und Förderunterlagen steht 'Hirschgraben'", sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler. Das heißt, in den wichtigen Fördermittelbescheiden und Baugenehmigungen sei stets von der "Hirschgrabenbrücke" die Rede. Und die Stadt werde bis zum Ende der Baumaßnahme die Bezeichnung "Hirschgraben" verwenden. Nicht, dass Fördermittelgeber in Bund und Land durcheinanderkommen, fügt er hinzu.

Unterdessen haben laut Oberbürgermeister Dresler im Rathaus die Recherchen begonnen, wie die historisch korrekte Bezeichnung ist, so wie es Stadtrat Ulrich Schleife erbeten hatte. Doch die Untersuchungen seien sehr aufwendig und laufen noch. Möglicherweise könnten Ende Mai in der Stadtratssitzung dazu Aussagen getroffen werden.

Und tatsächlich werden beide Bezeichnungen verwendet. OB Dresler selbst hat in seinem Grußwort für 2018 von der Sanierung des "Hirschgarbenbrücke" gesprochen. Die Bezeichnung "Hirschgrundstraße", die von der Pestalozzistraße in Richtung Rosarium führt, deutet auf die Bezeichnung "Hirschgrund" hin

Leseraufruf Was sagen Sie, liebe Leser: Heißt es "Hirschgrund" oder "Hirschgraben"? Schicken Sie uns ihre Erkenntnisse und Belege an die "Freie Presse" Lokalredaktion Glauchau, Paul-Geipel-Straße 1, 08371 Glauchau oder per E-Mail.

red.glauchau@freiepresse.de


Stadt bekommt Fördermittel

Für die Wiederherstellung der Brücke zwischen Schlosspark und Schloss, der "Hirschgrabenbrücke" oder "Hirschgrundbrücke", bekommt die Stadt Glauchau Fördermittel in Höhe von 80 Prozent. Das denkmalgeschützte Bauwerk entstand im 17. Jahrhundert.Sein Zustand ist schon lange denkbar schlecht. Bereits in den 1970er-Jahren galt die Brücke als einsturzgefährdet. Feuchtigkeit setzt dem Bauwerk zu. Im Jahr 2009 wurde schließlich versucht, mit Sand, Splitt und Folie den Prozess zu verlangsamen. (sto)

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