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Oktoberfest in München: Während die meisten Gäste die Glasvariante nutzen, greifen Kenner (im Foto der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, links) und der Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) noch auf Keramikkrüge zurück. Die Verbreitung in Bayern war einst auch dem Handwerk aus Waldenburg zu verdanken.

Foto: Tobias HaseBild 1 / 2

Kommt der bayrische Maßkrug ursprünglich aus Waldenburg?

Das Oktoberfest wäre ohne "Oa Mass" undenkbar. Ein Historiker behauptet nun, dass das Gefäß seine Wurzeln in der Töpferstadt hat.

Von Christian Meyer
erschienen am 17.04.2018

Waldenburg. Der Maßkrug gehört zu Bayern wie die Lederhose und das Oktoberfest. Doch ohne die Waldenburger Töpfer hätte der Nachbarfreistaat vielleicht ein Symbol weniger. Das behauptet Historiker Thomas Lang, der in Lutherstadt Wittenberg in der Leucorea-Stiftung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter forscht und derzeit an seiner Doktorarbeit feilt.

Lang stützt sich dabei auf eine Reihe von Quellenbelegen und Untersuchungen anderer Forscher. "Bayern hat erst relativ spät, ab Mitte des 18. Jahrhunderts, angefangen, eigene Steinzeug-Bierkrüge zu produzieren", so Lang. Steinzeug bezeichnet dabei eine bei hohen Temperaturen versinterte Keramik. Bestandteile des Tons werden verschmolzen, das Gefäß ist somit wasserdicht. "Bei der Krugherstellung war Bayern ein Entwicklungsland."

Ganz anders dagegen das sächsische Waldenburg, wo bereits ab dem 14. Jahrhundert Töpfer belegt sind. Auch die Entwicklung von Steinzeug ist hier schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gelungen. Und die Krüge wurden auch in größeren Mengen exportiert. Lang: "Es sind eine Reihe von Rechnungen überliefert, in denen sich auch die Namen von Waldenburger Töpfermeistern finden wie Simon, Jacobus und Merten Han."

1576 schrieb die Kurfürstin Anna von Sachsen, Ehefrau von Kurfürst August, einen Brief an die Herzogin Anna von Bayern: "Euer Liebden schicke ich (...) abermals etzliche Waldenburgische Gefeeß, darunter auch etzliche steinerne Krüge mit Zyn beschlagen, daraus man hier zu Lande Sommerzeit pfleget das Bier zu trinken." Hier wird bereits der Zinndeckel erwähnt, der am Gefäß befestigt ist und mit dem man das Getränk abdecken kann.

Als Wissenschaftler hat Lang strenge Kriterien für eine These. "Wir haben Quellenbelege. Was uns noch fehlt, sind archäologische Funde von Waldenburger Krügen aus dieser frühen Zeit in Bayern." Das Ziel sei es, beides zusammenzuführen. "Was man mit Sicherheit sagen kann: Die Waldenburger Bierkrüge waren vor allem an Höfen angesehen und hatten ihren Anteil an der Verbreitung des Maßkruges in Bayern." Im 19. und 20. Jahrhundert wurden dann zunehmend Krüge aus Glas genutzt. Teuer war die Waldenburger Töpferwaren übrigens nicht. Aus den historischen Quellen geht hervor, dass ein Krug einen Pfennig gekostet hat. "Selbst ein Tagelöhner verdiente am Tag 18 Pfennig", so Lang. "Es war ein Wegwerfprodukt, ähnlich wie heute Plastik."

 
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