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Kritik an Seniorenarbeit - Remser wollen Beirat gründen

Für ältere Leute tut die Gemeinde zu wenig, sagn die Kritiker. Der Bürgermeister will das so nicht auf sich sitzen lassen.

Von Christian Meyer
erschienen am 16.05.2018

Remse. 875. Geburtstag feiert die Gemeinde Remse diesen Sommer. Ein alter Ort. Doch für die alten Menschen selbst tue die Gemeinde nicht viel. Das sagt jedenfalls die Seniorengruppe des Ortes. "Die Aktivitäten der Gruppe sind vor allem sechs Frauen zu verdanken, die sich viel kümmern", sagt Barbara Labrenz, die sich mit bei der Gruppe engagiert. Ausflüge, Frühlingsfest oder Zusammenkünfte werden geplant und umgesetzt.

Um das weiter zu gewährleisten, wollen sie einen Seniorenbeirat für die Gemeinde ins Leben rufen. "Wir möchten, dass in der Gemeinde wieder mehr für die älteren Leute getan wird", so Labrenz, die sich früher in der Verwaltung um die Seniorenarbeit in der Kommune gekümmert hat und um die Sorgen und Wünsche älterer Mitbürger weiß.

Die Grundkritik zielt dabei auch in Richtung Bürgermeister Joachim Schuricht (Initiative für bessere Infrastruktur). Aus der Gemeindeverwaltung komme zu wenig Kooperationsbereitschaft. Bei Versicherungsfragen wäre ein bestimmter rechtlicher Rahmen für die Arbeit der Ehrenamtlichen sinnvoll, so Labrenz. "Wenn wir uns treffen und Dinge planen, findet das bei mir zu Hause statt." Warum bekomme man nicht einen Raum im weitgehend freien Gemeindehaus dafür zur Verfügung gestellt?

Die Kritik ist Joachim Schuricht nicht neu. Doch alle Punkte will er nicht stehen lassen. "Dass wir im Ort nichts für Senioren machen, stimmt nicht", sagt er und nennt die Ausrichtung der Weihnachtsfeier als Beispiel. Dass ein Beirat gegründet werden soll, das habe er allerdings erst vor ein paar Tagen am Feiertag erfahren. Schuricht: "Wir saßen mit Vertretern der Seniorengruppe und des Landkreises im vergangenen Sommer zusammen, da wurde das Thema schon einmal besprochen." Ein Konzept sollte her. Denn für einen Seniorenbeirat, wie ihn viele andere Kommunen auch haben, muss der Gemeinderat seine Satzung entsprechend ändern.

Nach der Sächsischen Gemeindeordnung kann jeder Gemeinderat Beiräte installieren, die den Rat und die Verwaltung bei ihren Aufgaben unterstützen. Dazu bedürfte es in Remse einer Änderung der Hauptsatzung -die vorher natürlich erarbeitet und vom Rat letztlich beschlossen werden müsste.

"Ich bin ehrlich: Mir fehlen dazu einfach die Kapazitäten", sagt Joachim Schuricht, der sein Bürgermeisteramt ehrenamtlich ausübt. "Und ansonsten arbeitet nur noch eine Sekretärin in Remse für die Verwaltung." Der Rest wird im Zuge der Verwaltungsgemeinschaft von Waldenburg aus umgesetzt. Ein Konzept, wie der Beirat arbeiten könnte, habe er seitens der Seniorengruppe noch nicht erhalten.

"Wir wollen dem Bürgermeister nicht mehr Arbeit aufhalsen", sagt Labrenz. "Wir würden uns kümmern." Aber dafür brauche man das Entgegenkommen der Gemeinde. Der Vorschlag von Joachim Schuricht, dass die Seniorengruppe auch einen Verein gründen kann, stößt bei dieser auf wenig Gegenliebe. "Die meisten bei uns sind Mitte 60 aufwärts." Die aufwendigen Vereinsangelegenheiten wollen sich die wenigsten noch zumuten.

Wie ein Seniorenbeirat funktioniert, kann man in Glauchau sehen. Einmal monatlich trifft sich die Gruppe, deren knapp ein Dutzend Mitglieder vom Stadtrat gewählt wird. "Wir versuchen, Einfluss zu nehmen für die Senioren der Stadt und deren Probleme zur Sprache zu bringen", sagt Gert Ehlert, der seit drei Jahren dabei ist. Themen sind unter anderem das Förderprogramm "Lieblingsplätze für alle". "Mit Pflege- und Altersheimen werden wir 2018 verstärkt zusammenarbeiten", sagt er. Auch mit dem Jugendbeirat wird sich ausgetauscht. "Wir werden auf jeden Fall wahrgenommen, das Engagement lohnt sich." Ob das in Remse eines Tages auch so gelingt, wird sich zeigen. Ein Gespräch zu möglichen Lösungen soll demnächst folgen.

 
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