Magere Ernte: Friweika muss mehr als sonst hinzukaufen

Wetterkapriolen haben das Wachstum der Knollen in diesem Jahr erheblich beeinflusst. Doch Auswirkungen auf die Qualität soll das nicht haben.

Remse.

"Gala" und "Challenge" sind in diesem Jahr am besten gewachsen. Das sind zwei von insgesamt 20 Kartoffelsorten, die auf den Feldern derzeit geerntet und im Veredlungsbetrieb Friweika angeliefert werden. "Bei der Beschaffenheit der Kartoffeln gibt es kaum Unterschiede zum Vorjahr", sagt Stefan Finsterbusch. Er fungiert in der Friweika als Anbauberater.

Das Problem bestehe nur darin, dass weniger Kartoffeln geerntet werden als vor einem Jahr. "Wir rechnen in diesem Herbst mit etwa 70.000 Tonnen, 2014 hatten wird fast 100.000 Tonnen", sagt Finsterbusch. "Die Leute brauchen sich aber keine Sorgen zu machen, an der Qualität der Kartoffeln und der Kartoffelprodukte ändert sich nichts, auch nicht am Preis", sagt Vorstandsvorsitzender Andreas Kramer.

Dafür würden die 20 Agrarbetriebe sorgen, die für den Kartoffelbetrieb im Remser Ortsteil Weidensdorf die Knollen anbauen und anliefern. Etwa zwei Drittel von ihnen haben ihre Felder in einem Umkreis von etwa 40 Kilometern. Ein Drittel baut die Kartoffeln in der Magdeburger Börde an. Dies alles geschieht nach Vorgabe aus der Friweika, die die Kartoffelproduzenten einhalten sollen. "Das geht aber nur im Miteinander", sagt Kramer. Denn auch die Agrarbetriebe hätten ihre Vorlieben, zum Beispiel hinsichtlich der Sorten, auf die sie schwören und deshalb am liebsten anbauen.

"Dass wir dieses Jahr weniger Kartoffeln haben, liegt in erster Linie am Wetter", sagt Finsterbusch, der den Anbau und die Ernte sowie die Lagerung koordiniert. Das Frühjahr sei kalt gewesen und der Sommer heiß und trocken. Das Ergebnis: Es gibt zahlreiche Pflanzen, die zwar viele Knolle gebildet haben, die Kartoffeln seien aber recht klein geraten. Und es gibt Pflanzen, die große, aber wenige Kartoffeln ausgebildet haben. Derzeit laufe die Lieferung auf Hochtouren. Das neue Lagerhaus, das in diesem Jahr gebaut worden ist und in dem 15.000 Tonnen Kartoffeln gelagert werden können, läuft bereits im Probebetrieb. "In zwei, drei Wochen wird es voll genutzt", sagt Kramer.

Jährlich verarbeiten die etwa 350 Mitarbeiter in der Friweika-Genossenschaft 140.000 Tonnen Kartoffeln. Was nicht von den Feldern der Vertragspartner kommt, wird zugekauft, um das Produktionspensum einzuhalten. Kloßmasse, Backkartoffeln, Quarkkeulchenteig, verschiedene Kartoffelpfannen - Produkte, die in Weidensdorf entstehen, sind in Supermärkten deutschlandweit gelistet. Die Friweika produziert aber auch für den Gastronomie-Großhandel.

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