Mietnomade aus Meerane hinterlässt literweise Urin

Der Mann hat den Verein Projekt Zukunft um mehrere Hundert Euro Miete geprellt. Über den Fall verhandelte am Mittwoch ein Gericht.

Meerane/Hohenstein-Ernstthal. Wegen Unterschlagung und Betrugs war am Mittwoch ein Mann aus Meerane am Amtsgericht Hohenstein-Ernstthal angeklagt. Dem Verein Projekt Zukunft schuldet er zwei Monatsmieten in Höhe von 545,51 Euro sowie einen Zentralschlüssel für die vom Verein betreute Notunterkunft. Der Angeklagte blieb der Verhandlung fern. Stattdessen schilderte vor Gericht Gabriele Rauschenbach, die Leiterin der Meeraner Regionalstelle des Vereins, was sie in der Wohnung vorfand, die der Mann im Sommer nach zwei Monaten Mietzeit klammheimlich verlassen hatte.

Neben einem Hemd und mehreren Konservendosen hatte der Mietnomade den Schilderungen zufolge insgesamt 127 teils offene Flaschen mit Urin in der Wohnung hinterlassen. Warum er in seinem Zimmer urinierte, statt auf den nur wenige Meter entfernten Toiletten, kann sich die Vermieterin nur so erklären: "Wahrscheinlich war er zu faul."

Richter Manfred Weber verurteilte den Angeklagten trotz dessen Abwesenheit zu einer Geldstrafe von etwa 1500 Euro. Dennoch machte er Gabriele Rauschenbach nur wenig Hoffnung. Aus der Schuldnerkartei zitierte er die Einschätzung des zuständigen Gerichtsvollziehers: Eine Befriedigung der Gläubiger halte der für ausgeschlossen. "Wichtiger als das Geld ist für mich ohnehin der Schlüssel", sagt Gabriele Rauschenbach. "Damit hat er jederzeit Zugang zum Haus." In der kommenden Woche wolle sich der Vereinsvorstand daher mit dem Meeraner Bürgermeister Lothar Ungerer treffen, um über eine zusätzliche Schließvorrichtung zu beraten. (lkb)
 

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