Millionenprojekt: Glauchaus nächste teure Brücke wartet

Nachdem die Überführung in Wernsdorf fast fertig ist, kommt im Hirschgrund eine Herausforderung auf die Stadt zu.

Glauchau.

Für ihn ist es eine "Brücke, die ins Nirgendwo" führt. Dafür so viel Geld auszugeben, sollte aus Sicht des Glauchauer FDP-Stadtrates Nico Tippelt überlegt werden. Die Rede ist von der Hirschgrundbrücke, die den Schlosspark mit dem Schloss verbindet, wenn sie begehbar wäre.

Momentan ist das denkmalgeschützte Bauwerk äußerst marode und seit Langem gesperrt. Nun soll es auf Vordermann gebracht werden. Geplant ist nach Angaben aus dem Glauchauer Rathaus eine Brücke, die ausschließlich Fußgängern vorbehalten ist - ähnlich der neuen Brücke über die Zwickauer Mulde im Ortsteil Wernsdorf. Kaum ist der eine teure Brückenbau - das Wernsdorfer Vorhaben kostet etwa 1,2 Millionen Euro - fast beendet, steht das nächste teure Projekt im Hirschgrund ins Haus. Es kommt zwar nicht ganz an die 1,2 Millionen Euro Kosten heran, wird aber nach den Worten von Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus, schätzungsweise mit etwa 900.000 Euro zu Buche schlagen.

Exakte Kosten stehen noch nicht fest. Denn die Stadt steckt derzeit mitten in der Planung. Das Bauwerk, als Kulturdenkmal eingestuft, wird derzeit vermessen. Darüber hinaus werden der Baugrund und das Mauerwerk untersucht. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen und nach Abstimmungen mit der Denkmalbehörde, kann nach Angaben der Stadt eine präzisere Kostenaufstellung vorgelegt werden. Und auch die Bauarbeiten werden eine große Herausforderung darstellen. Der Neubau beziehungsweise die Instandsetzung müsse sich am Bestand orientieren. Das heißt, im Grunde muss die neue Brücke so aussehen, wie die alte. Soweit es möglich ist, soll vorhandenes Baumaterial wieder verwendet werden.

Doch was ist von der im 17. Jahrhundert gebauten Hirschgrundbrücke überhaupt noch zu retten? Ihr Zustand ist schon seit Langem denkbar schlecht. Bereits in den 1970er- Jahren haben Brückenprüfer das Bauwerk als einsturzgefährdet eingestuft. Ob es damals schon Sanierungspläne gab, ist im Rathaus nicht bekannt. 1999, 2003 und 2009 wurde die Brücke jeweils ingenieurtechnisch überprüft. Sie bekam jedes Mal mit der Note 4 die schlechteste Bewertung, die eine Brücke bekommen kann. Das Problem: Feuchtigkeit dringt von oben ein und setzt dem Bauwerk mächtig zu. 2009 wurde versucht, diesen Prozess zu verzögern. Mit Sand, Splitt und Folie sollte gerettet werden, was noch zu retten war.

Für den geplanten Wiederaufbau stehen Fördermittel in Aussicht, denn Glauchau ist mit dem Stadtzentrum in das Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" aufgenommen worden. Schloss und Park liegen in dem Fördergebiet. Finanzielle Unterstützung kann es bis zu 80 Prozent geben, sodass die Stadt lediglich 20 Prozent beisteuern muss.

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