Neuer Lebensabschnitt für mehr als 950 junge Leute

Die Erstsemester der Westsächsischen Hochschule Zwickau sind gestern im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" feierlich immatrikuliert worden. Die Liste der Botschaften war lang.

Zwickau.

Während Christine Greiner vom Studentenrat die "Erstis" gestern im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" aufforderte, in den Fachschafts- und Fakultätsräten, im Senat, in den Studentenclubs und im Studentenrat aktiv mitzuarbeiten, rief Gundolf Baier, Prorektor für Bildung, die mehr als 950 jungen Frauen und Männer dazu auf, "sich der Wahrheit zu verpflichten". Auch dafür zu sorgen, dass die Zwickauer Hochschule ein Ort der Toleranz und Weltoffenheit bleibt. Während seiner Immatrikulationsrede betonte der Professor, dass "das Studieren etwas mit Mühe zu tun hat". Die neuen Freiheiten könnten sich auch zu Risiken entwickeln.

Laut Hochschulsprecherin Silke Dinger kommen 19 Prozent der neuen Studenten aus dem Ausland, etwa 37 Prozent der Studierenden sind Frauen. "Besonders groß war die Nachfrage nach den Studiengängen Biomedizinische Technik, Gesundheitsmanagement und Gebärdendolmetscher", fügte Dinger an. Dennoch stellte Baier klar: "Wir sind die Hochschule der Mobilität." Er versprach, dass die neuen Studenten zu "gefragten Persönlichkeiten entwickelt werden" - sowohl für den lokalen als auch globalen Arbeitsmarkt.

Auch die Vize-Oberbürgermeisterin Katrin Köhler (CDU) begrüßte die "Erstis" und machte vor allem Lust auf die 2018 anstehende 900-Jahrfeier in der viertgrößten Stadt Sachsens. Neben dem Hochschulchor zeigte die erst im vergangenen Jahr gegründete Hochschulband Zweitversuch, dass es noch mehr als Vorlesungen gibt. So machte im Foyer vor und nach der Immatrikulationsfeier unter anderem das Hochschulsportzentrum auf seine 39 Angebote aufmerksam. Schon jetzt werden diese, einem Vertreter zufolge, von 500 Studenten genutzt. Besonders beliebt seien Fitness, Klettern und Schwimmen. Auch Antje Dombrowski vom Blutspendedienst hatte Flyer parat. Nicht ohne Grund: "Wir kommen jedes Jahr mit vier Blutspendeaktionen an die Hochschule." Zum Ende der Feierstunde wurden mehrere Studenten bereits zum vierten Mal mit dem Sozialpreis geehrt. Wie Ulf Walther vom Studentenwerk Chemnitz-Zwickau erklärte, wird die mit insgesamt 2500 Euro dotierte Auszeichnung von der Hochschule, vom Hochschulverein Mentor, Studentenrat und Studentenwerk gestiftet.


"Hier geht"s familär zu"

Lennart Golubski (18): Aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen, lebt der Student seit seinem sechsten Lebensjahr in Zwickau. "Der Umzug meiner Eltern hat mich hierher gebracht", sagt der junge Mann, der sein Abitur mit Schülerpraktikum und Frühstudium absolvierte und nun Informatik studiert. So besuchte er ein Jahr lang die Vorlesungen zum Wissensgebiet Programmierung in Zwickau. "Ich habe mich daher bewusst für die hiesige Hochschule entschieden. Hier geht es familiär zu, bei Fragen kann man sich unkompliziert an die Professoren wenden", sagt Golubski, der die individuelle Betreuung schätzt. (jwa)


"Die Ausstattung ist prima"

Nataly Schröder (20): Die beiden Hochschulinfotage in Zwickau hatten der Chemnitzerin die Entscheidung leicht gemacht. "Die Ausstattung ist prima", sagt die junge Frau, die nicht nur Informatik studiert, sie absolviert gleichzeitig eine Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung im VW-Werk in Zwickau-Mosel. "Mein Bruder und mein Vater sind ebenfalls in der Automobilbranche tätig", begründet Schröder das duale Studium. Dennoch will sie auf eines keinesfalls verzichten: das Training an den Turngeräten. "Ich bin Mitglied im Sportverein in Flöha, ich turne schon seit gut 13Jahren." (jwa)


"Fundierte Fachkenntnisse"

Leon Bohr (18): Der junge Mann aus Remse bei Glauchau kann sich ein Leben ohne Computer schwer vorstellen. Kein Wunder: Nach dem Fachabitur am Berufsschulzentrum "August Horch" in Zwickau wuchs der Wunsch, an der Hochschule Informatik zu studieren. "Ich verspreche mir davon vor allem fundiertes Fachwissen", sagt der 18-Jährige. Gleichwohl soll das Studium auch auf das spätere Berufsleben gut vorbereiten. Dass er die Hochschule bereits kennt, kommt nicht von ungefähr. "Ich habe dort vor Jahren ein Schülerpraktikum absolviert." Schon jetzt programmiere er selbstständig Spiele. (jwa)

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