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Das ständige Anhalten von Autos vor der Altstädter Grundschule in Waldenburg führt zu einer unübersichtlichen Verkehrslage.

Foto: Markus Pfeifer

Planungen zur Haltespur ruhen vorerst

Der Stadtrat hat für eine Anfahrtsspur an der Altstädter Grundschule gestimmt. Ob diese kommt, ist aber fraglich. Dabei gibt es bereits jetzt Alternativen.

Von Christian Meyer
erschienen am 13.06.2018

Waldenburg. Gegen 7.30 Uhr müssen Autofahrer auf der Waldenburger Bahnhofstraße besonders aufmerksam sein. Denn dann herrscht Stoßzeit vor der Grundschule, wenn Eltern ihre Kinder früh mit dem Wagen in die Altstädter Grundschule bringen. Hinzu kommen die Schüler, die mit dem Bus anreisen.

Franziska Thiede hat soeben ihren Kindern gewunken und steht am Straßenrand, während vor ihr fünf Autos Stoßstange an Stoßstange stehen. Überholen ist meist nicht möglich. Kommt der Bus, wird es richtig eng. Die junge Mutter hat ihren Wagen in der Einfahrt zum Grundstück der Kirchgemeinde geparkt. "Eigentlich darf man hier nicht parken", sagt sie. Zumindest entgeht sie damit kurzzeitig der Verkehrslage unmittelbar vor ihr. "Und dabei geht es heute noch verhältnismäßig ruhig zu", sagt Thiede.

Weil die Verkehrssituation vor der Schule so schwierig und für Kinder mitunter gefährlich ist, hat ein Ingenieurbüro eine Anfahrtsspur am rechten Fahrbahnrand geplant, in die Eltern mit dem Wagen fahren und halten können. Umgesetzt werden könnte das im Zuge des Ausbaus der Bahnhofstraße. Der Stadtrat hatte vor zwei Wochen eben dafür gestimmt.

Entgegen steht dem allerdings ein Beschluss des Kirchenvorstandes. Denn für die Haltespur am rechten Fahrbahnrand benötigt die Stadt einen Teil des Flurstückes, das zur Kirchgemeinde gehört. Doch die macht da nicht mit. Weitere Planungen seien daher erst einmal eingestellt, sagt Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler). "Unser letzter Stand ist der Brief vom Kirchenvorstand, in dem stand, dass die benötigte Fläche für die Anfahrtszone nicht zur Verfügung gestellt wird."

Dass der Kirchenvorstand sich selbst vom Beschluss überrascht zeigte und weitere Gespräche zu dem Thema offen hielt, habe er aus der Zeitung erfahren. Ein Treffen zwischen Stadtvertretern und Kirche sei aktuell nicht geplant.

Obwohl der Stadtratsbeschluss mit großer Mehrheit gefällt wurde, gibt es auch kritische Stimmen zum Plan des Hol- und Bringestreifens. "Dort würde es keine Wendemöglichkeit geben. Wenn ein Auto auf ein Kind warten muss, betrifft das somit alle hinteren Wagen", sagt eine andere Mutter, die früh vor der Schule steht. "Das würde Chaos geben."

Vielmehr solle man die Alternativen nutzen: Die Parkplätze an der Gartenstraße und am Muldenufer. Für letztere stellt die Stadt Kurzzeitparktickets für Eltern bereit. Allerdings: Diese werden kaum in Anspruch genommen. "Wir sprechen Eltern zum Schuljahresbeginn und auch bei Elternabenden darauf an", sagt Katrin Maywald, Leiterin der Altstädter Grundschule. Welche Lösung sie bevorzugen würde? Maywald drückt sich diplomatisch aus. "Die Schule und die Eltern sind an einer sicheren Lösung interessiert." Nur eines sei sicher: "Die aktuelle Situation ist jedenfalls keine gute."

Das sieht auch Franziska Thiede so. "Viele haben früh oft auch Stress", sagt sie. Vielleicht sei auch das ein Grund, warum an der Mulde nicht so oft geparkt werde. "Ich selbst will einfach sehen, wie mein Kind sicher durch den Schuleingang läuft", sagt sie.

 
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