Radweg-Projekt bekommt Dämpfer

Städte und Gemeinden winken aus verschiedenen Gründen ab. Sie stellen kein Geld aus dem Sonderprogramm zur Verfügung.

Glauchau.

Auf der Suche nach Finanzierungsquellen für Investitionen am Mulderadweg gibt es einen Rückschlag. Die Kommunen aus der Region wollen kein Geld aus dem Sonderprogramm "Brücken in die Zukunft" für das Projekt abgeben. Landrat Christoph Scheurer (CDU) trifft erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Entscheidung. Damit scheint der Plan von Staatskanzlei-Chef Fritz Jaeckel nicht aufzugehen. Er war im Juni - auf Einladung der Landtagsabgeordneten Ines Springer (CDU) - mit Kommunalpolitikern und Bürgern zu einer Radtour aufgebrochen. Danach stand fest, dass an einer neuen Überquerung der Zwickauer Mulde zwischen Jerisau und Reinholdshain gearbeitet werden muss. Jaeckel bezifferte die Baukosten auf 900.000 bis 1,1 Millionen Euro. Sein Vorschlag: Einen Teil der Summe soll die Region aus dem Sonderprogramm "Brücken in die Zukunft" zur Verfügung stellen und damit ein Signal an den Bund schicken. Dem erteilen die Kommunalpolitiker - aus verschiedenen Gründen - eine Abfuhr.

Liste beschlossen: Glauchaus Rathaussprecherin Bettina Seidel macht deutlich, dass die Stadträte bereits eine Prioritätenliste beschlossen haben. Daran soll nicht gerüttelt werden. "Wir haben die Einzelmaßnahmen am 13. Mai beim Landkreis Zwickau eingereicht. Damit sollen wichtige Investitionen realisiert werden können. Auf mögliche Änderungen haben wir keinen Einfluss mehr", sagt Bettina Seidel.

Fremdes Gebiet: Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) macht deutlich, dass die Töpferstadt kein Geld für Projekte auf fremdem Terrain abgeben kann. Die Brücke, die gebaut werden soll, befindet sich zwischen Jerisau und Reinholdshain. "Wir können uns also gar nicht mit einem finanziellen Zuschuss beteiligen, weil die Kommunalaufsicht ihr Veto einlegen würde", sagt Pohlers, der mit dem Geld aus dem Sonderprogramm in den nächsten Jahren sein Freibad auf Vordermann bringen will.

Priorität auf Bildung: In Remse sollen mit den Mitteln aus dem Sonderprogramm dringende Investitionen an der Thomas-Müntzer-Grundschule in Angriff genommen werden. Das Hauptaugenmerk gilt einer Aufwertung von Räumen im Kellerbereich. Rund 100.000 Euro stehen zur Verfügung. "Wenn wir hier noch etwas abzweigen würden, bräuchten wir mit dem Bauvorhaben an der Schule gar nicht anzufangen", beschreibt Bürgermeister Joachim Schuricht (Bürgerinitiative für bessere Infrastruktur) die Misere.

Entscheidung vertagt: Der Landkreis Zwickau steckt seine Zuschüsse aus dem Sonderprogramm in Verwaltungsgebäude und Bildungseinrichtungen. Mit einer Aussage zu einer Finanzspritze für den Bau einer Brücke über die Zwickauer Mulde hält sich Christoph Scheurer bedeckt. Er will zunächst einen im September geplanten Vor-Ort-Termin mit dem Abteilungsleiter im Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr abwarten. Scheurer spielt den Ball weiter: "Ich möchte daran erinnern, dass wir bereits seit Jahren konsequent die Umsetzung einer anderen Version verfolgen, und zwar den begleitenden Radweg beim Ausbau der B 175. Hier wäre die vollständige Verantwortung und Finanzierung beim Bund."

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