Retter begleiten Wehrleiter Uwe Clemens zur letzten Ruhe

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Glauchau Abschied vom langjährigen Feuerwehrchef genommen. Einzigartig war der Fahrzeugkorso.

Glauchau.

Es war 13 Uhr, als der Himmel über dem Glauchauer Friedhof sich kurzzeitig öffnete und weinte. Zur gleichen Zeit trug das Ehrengeleit der Feuerwehr den Sarg von der Friedhofskapelle nach draußen zu einem bereitstehenden Fahrzeug. Uwe Clemens - Leiter der Glauchauer Feuerwehr - wurde die letzte Ehre erwiesen.

13.07 Uhr ertönten die Sirenen in Glauchau, und vom Friedhofsausgang an der Lichtensteiner Straße setzte sich ein Korso in Bewegung. An die 40 Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst fuhren mit Blaulicht durch die Stadt zum Feuerwehrgerätehaus an der Erich-Fraaß-Straße und geleiteten den Sarg dorthin. Das hatte Glauchau noch nie gesehen.

Etwa 600 Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Polizisten und Freunde haben am Freitagmittag in Glauchau vom langjährigen Wehrleiter und stellvertretenden Kreisbrandmeister in einer bewegenden Trauerfeier Abschied genommen. Am 26. Juli war Uwe Clemens nach schwerer Krankheit gestorben. Die Nachricht von seinem Tod löste in der Stadt und in der Region tiefe Betroffenheit aus. Die Brandschützer organisierten für die Trauerfeier den Fahrzeugkorso, um das Wirken von Uwe Clemens und seine Verdienste zu würdigen.

Sein langjähriger Wegbegleiter und Freund Heinz Hartmann von der Meeraner Feuerwehr rief noch einmal in Erinnerung, mit welchem Engagement und Sachverstand Uwe Clemens das Rettungswesen in der Region mit aufgebaut hatte. Er sei zwar ein "gutherziger Mensch" gewesen, aber "klar und hart" im Auftreten. Seine Freunde haben ihn "Clementine" genannt, weil er ein Gemüt wie ein Schaukelpferd hatte. "Sein ganzes Leben hat er in den Dienst der Feuerwehr gestellt, man kann sagen, Uwe Clemens hat die Feuerwehr gelebt", sagte Hartmann. Zu Clemens größten Einsätzen gehörten neben den Hochwasserkatastrophen von 2002 und 2013 der Großbrand bei Peguform an der Auestraße in Glauchau im Jahr 2001, der Dachstuhlbrand am Chemnitzer Platz im Jahr 2004, fünf Jahre später das riesige Feuer im Holzlager der Firma Schellenberg und der Brand im Ebersbacher Vierseithof im März dieses Jahres.

Schon als Kind war Uwe Clemens in der AG Junge Brandschützer und wurde 1977 Feuerwehrmann in Glauchau. Später studierte er und wurde Brandschutzingenieur bei der Polizei. Nach der Wende stand mit der Neuordnung des Feuerwehr- und Rettungswesens eine große Herausforderung vor ihm. 1997 wurde Uwe Clemens schließlich Leiter der Glauchauer Feuerwehr. In Vertretung des Glauchauer Oberbürgermeisters Peter Dresler - das Stadtoberhaupt weilte am Freitag noch im Urlaub - erinnerte Stadtrat Andreas Salzwedel (Linke) daran, dass es vor allem dem unnachgiebigen Wirken von Uwe Clemens zu verdanken ist, dass Glauchau über mehrere neue Gerätehäuser und eine modern ausgestattete Feuerwehr verfüge.

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