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Schulleiterin Angela Scholz (links) und Schulsozialarbeiterin Lisa Nitzsche in ihrem Büro in der Lehngrundschule.

Foto: Andreas Kretschel

Schulen beschäftigen mehr Sozialarbeiter

An vier Einrichtungen in Glauchau und Meerane gibt es seit diesem Schuljahr Vertrauenspersonen für Kinder und Jugendliche. Aufgrund der Gesetzesänderung wurde auch Personal ausgetauscht.

Von Tanja Goldbecher
erschienen am 15.11.2017

Meerane. Die Wände leuchten in Orange. Couch, Tisch und ein Computer stehen in dem kleinen Büro in der Glauchauer Lehngrundschule. Es ist das Reich der Schulsozialarbeiterin Lisa Nitzsche. Eigentlich will sie es jedoch gar nicht zu gemütlich in dem Raum haben. Sie will raus, Kontakt zu Schülern suchen und Vertrauen zu ihnen aufbauen. Nitzsche arbeitet bereits seit über einem Jahr an der Oberschule. Zunächst lief ihre Beschäftigung über ein europäisch gefördertes Projekt, das darauf abzielte, Schulabbrüche zu verhindern. Seit diesem Schuljahr ist die 25-Jährige als Schulsozialarbeiterin in Vollzeit angestellt. "Wir sind froh, dass wir so eine junge Kollegin haben, die nah an den Schülern dran ist", sagt Schulleiterin Angela Scholz. Die Schulsozialarbeiterin beschäftigt sich mit einzelnen Schülern, wenn diese in der Klasse auffallen, gehänselt werden oder familiäre Probleme haben. Aber auch Projektarbeit - zum Beispiel zur Suchtprävention - organisiert Nitzsche an der Schule.

Ihr Arbeitgeber ist nicht die Lehngrundschulleitung, sondern die Glauchauer Berufsförderung. Der Trägerverein hat weitere Sozialarbeiter an der Glauchauer Wehrdigtschule und an der Meeraner Goetheschule eingestellt. Hintergrund ist das neue Landesprogramm "Schulsozialarbeit", das vom Freistaat mit jährlich 15 Millionen Euro ausgestattet wurde. Das Programm zielt darauf ab, wie im neuen Schulgesetz verankert, mehr Sozialarbeiter an sächsischen Schulen zu beschäftigen. Laut Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) waren 2016/17 landesweit 360 Schulen versorgt. Nach "Freie Presse"-Recherchen sollen es nun etwa 450 sein. Mehr als die Hälfte davon sind Oberschulen, aber auch Grundschulen, Gymnasien, Förderschulen und Berufliche Schulzentren sind dabei. Die Fördermittel empfangen zunächst die Landkreise und kreisfreien Städte. Diese sollen das Geld an anerkannte Träger der freien Jugendhilfe weiterleiten.

Das hat zwar viele positive Auswirkungen für die Arbeit an den einzelnen Schulen - es hat aber auch personelle Veränderungen mit sich gebracht. Denn die bisherige Schulsozialarbeiterin an der Tännichtschule, Rebecca Klukas, musste sich wegen der neuen Förderrichtlinie aus der Schule zurückziehen. Da sie bei der Stadt Meerane, also keinem freien Trägerverein, angestellt ist, kann ihre Stelle nicht über die Fördermittel finanziert werden. Ihre Nachfolgerin hat nun der Verein "Jugendclub Beverly Hill's" akquiriert. Fünf Bewerbungen hat es laut dem Träger gegeben. Eingestellt wurde die Sozialpädagogin Susan Holz aus Glauchau. Sie hat ihre Arbeit bereits an der Schule aufgenommen.

 
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