Trabantausstellung zieht nach Meerane

Der Verein Intertrab räumt die Halle in Zwickau. Die Exponate werden vorübergehend im Horchmuseum eingelagert. Danach ziehen sie in die Drews-Brache.

Meerane/Zwickau.

Wie viele Einzelteile die Mitglieder des Vereins Intertrab in den letzten Wochen verpackt und transportiert haben, konnte der Vorsitzende Wolfgang Kießling höchstens pauschal sagen: "Es waren schon einige Lastwagen, die wir beladen haben." Bis zum Monatsende jedenfalls muss die Halle an der Zwickauer Uhdestraße, in der seit 15 Jahren die mobile Trabantausstellung zu sehen war, geräumt sein. "Gerade legen wir den Endspurt hin", sagte Kießling. Vergangenes Wochenende hatten sogar Trabifans aus der Schweiz mitgeholfen.

Doch die Räumung des Zwickauer Domizils bedeutet längst nicht das Aus für die Trabantschau. In spätestens zwei Jahren, so Kießling, will der Verein mit einer neuen Ausstellung in Meerane starten. Schon 2016 war über einen Umzug in den denkmalgeschützten Backsteinbau der Drews-Brache diskutiert worden. Doch die Pläne hatten sich damals zerschlagen. Jetzt, mit einem neuen Eigentümer der Immobilie, ist man sich offenbar einig geworden. "Auch Meerane hat einen guten Bezug zur Automobilindustrie", sagte Kießling. Er sei froh, dass er für die Exponate eine neue Heimat gefunden hat. "Immerhin sind da viele Raritäten dabei." Die Meeraner Stadtverwaltung hat kurzfristig nicht bestätigt, dass die Ausstellung in einen Gebäudeteil der Drews-Brache ziehen wird. Damit bleibt vorerst auch unklar, ob die Stadt selbst oder ein anderer Unternehmer den Gebäudekomplex gekauft hat. Zuvor hatte es der Firma Saxonia Logistik Center gehört.

Für Kießling birgt der neue Ort vor allem die Chance, der Ausstellung auch ein anderes Konzept zu geben. "Wir möchten den Fokus nicht mehr nur auf den Trabant selbst richten, sondern auch die Zulieferindustrie berücksichtigen". Gezeigt werden könnte dann auch der letzte Messestand des VEB Sachsenring. Kießling betont, dass die kommende Ausstellung in Meerane nicht als Konkurrenz zum Horchmuseum gedacht ist. "Wir haben ein sehr gutes Verhältnis."

Vorerst finden die Ausstellungsstücke ihren Platz im Fundus des August-Horch-Museums in Pölbitz. "Dort hat der Verein ab Mitte Februar auch seinen Sitz", sagte Kießling. Langweilig wird es den etwa 200 Mitgliedern aus ganz Deutschland aber auch während der Zwischenlagerung der Trabiausstellung nicht werden. Bereits am Freitag öffnet die verschobene Sonderausstellung "60 Jahre Trabant" im Horchmuseum. Diese wurde vom Verein maßgeblich mitgestaltet. Wie sagte, werde dabei auch an den Kultfilm "Go, Trabi, Go" mit Wolfgang Stumpf erinnert. So wird das Originaldrehbuch gezeigt. Für das nächste Jahr wird bereits am Konzept einer weiteren Sonderschau rund um den Plastebomber gearbeitet.

Dass die Trabi-Schau in der Geburtsstadt des Kultfahrzeuges künftig nicht mehr zu sehen ist, schmerzt Kießling nicht besonders. "Wir haben anderthalb Jahre in Zwickau eine neue Bleibe gesucht", sagte er. Aber es seien keine nutzbaren Angebote gemacht worden. Er habe Verständnis dafür, dass es in Zwickau nur eine Autoausstellung geben kann. "Außerdem bleibt unser Vereinssitz in Zwickau", fügte er hinzu. Man wolle die Übergangszeit auch für andere Vereinsaufgaben nutzen. Unter anderem muss das internationale Trabantregister gepflegt werden. "Auch um die Markenrechte und Lizenzen wollen wir uns dann verstärkt kümmern", sagte er. Der Verein ist Inhaber des Markennamens Trabant. (mit tgo)

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