Waldenburg hofft auf Wohnmobilisten

Mit neuen Schildern will sich die Stadt als wohnmobilfreundliche Kommune empfehlen - mit herrlicher Natur und Traumblick aufs Schloss.

Waldenburg.

Tourismusfachfrau Nadine Stelzbrenner bringt es rasch auf den Punkt: "Wer bei uns keinen Stellplatz bekommt, fährt natürlich weiter. Und zwar dorthin, wo er sein Wohnmobil abstellen darf", erläutert die Rathausmitarbeiterin. Deshalb hat die Stadt Waldenburg jetzt reagiert, entsprechende Schilder an Plätzen angebracht, wo die Wohnmobilisten willkommen sind: Parkplatz Lustgarten, Spielplatz Grünfelder Park und Parkplatz Grünfelder Schloss.

"Reisemobilfahrer wollen vor allem dort einen Halt einlegen, wo sie auch mit Umfeld und den landschaftlichen Gegebenheiten zufrieden sind", sagt Stelzbrenner. "Und da haben wir einiges zu bieten. Die Wiesen an der Zwickauer Mulde, aber auch Schloss, Museum und Freibad sind wichtige Zugpferde für die Besucher der Töpferstadt." Mehr sei zurzeit nicht möglich. Denkbar sei allerdings, im Zuge der Neugestaltung des Mühlengeländes unterhalb des Schlosses, wo neue Pkw-Stellflächen vorgesehen sind, auch einige Wohnmobilplätze zu schaffen, die echten Service bieten. "Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber wir dürfen dieses Potenzial an Urlaubern nicht verkennen", appelliert Salzbrenner, die zudem Waldenburg in den gängigen Wohnmobil-Apps unterbringen will. "Hier ist viel Luft nach oben", fasst die Mitarbeiterin des Waldenburger Tourismusamtes zusammen.

Ähnlich sieht das Steffi Brandl vom Heimat- und Verkehrsverein "Rochlitzer Muldental". "Auch wir haben bei dem Angebot noch Nachholbedarf", erklärt sie und verweist auf die Bemühungen der Mitgliedskommunen. "Wir sind zum Beispiel mit dem Rochlitzer OB im Gespräch, der die Problematik kennt und nach Lösungen sucht", sagt Brandl, die seit Längerem die Muldeninsel favorisiert. Und auch Penig hat diese Urlauber-Gruppe im Hinterkopf. "Wir könnten uns gut vorstellen, dass wir Wohnmobilstellplätze am Peniger Freibad einrichten", erklärt Manuela Tschök-Engelhardt, Sprecherin der Stadt Penig.

"Das ist auf jeden Fall eine Option. Ansonsten sind wir froh darüber, dass es im Ortsteil Thierbach einen Privatanbieter für diese touristische Zielgruppe gibt." Auch die Stadt Zwickau hat dieses Gästepotenzial inzwischen erkannt: Am ehemaligen Erlenbad stehen zehn Stellplätze mit fünf Stromanschlüssen - zentrumsnah - zur Verfügung, bestätigt Petra Schink von der Pressestelle der Stadt. Und während Schwarzenberg schon seit Jahren mit einem Platz aufwartet und es selbst in der Landeshauptstadt Dresden kein Problem ist, mit einem Riesengefährt zu nächtigen, müssen Wohnmobilisten in Chemnitz sehen, wo sie bleiben. Dort wird auf den Campingplatz Rabenstein verwiesen.

Eine Übersicht über alle Wohnmobilstellplätze in Sachsen hat niemand. "Offensichtlich fühlt sich keiner zuständig", glaubt Touristikerin Salzbrenner, die dafür aber eine andere Zahl parat hat. "Auch wenn das Jahr noch nicht zu Ende ist, haben wir in diesem Jahr knapp 10.500 Personen im Waldenburger Museum gezählt. 2016 waren es 7318." Dass darunter ebenso eine Vielzahl von Touristen war, die mit dem Wohnmobil angereist ist, davon ist Salzbrenner überzeugt. Immerhin hat sich die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Wohnmobile laut Statistik-Portal Statista von 348.801 im Jahr 2001 auf 417.297 im vergangenen Jahr erhöht.

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