Waldfriedhof vor Eröffnung

Am 1. September geht im Eichenwald am Falkener Goldforstweg der Waldfriedhof "Schönburger Land" in Betrieb. Im Gegensatz zum geplanten Bestattungswald in Waldenburg gab es für das Projekt keinen Gegenwind.

Falken.

Schon vom Waldrand aus ist das acht Meter hohe Kreuz aus Lärchenholz zu sehen. Ein Fundament aus acht Kubikmetern Beton hält das rund 800 Kilogramm schwere Gebilde. Ein aufgeschotterter Weg führt zum idyllisch gelegenen Andachtsplatz mit dem Kreuz und dem massiven Altartisch. Holzbänke bieten dort 60 bis 80 Trauergästen Platz. Das Holz dafür stammt aus jenem Eichenwald am Goldforstweg, wo am 1. September der Waldfriedhof "Schönburger Land" in Betrieb gehen wird. Tags darauf soll es die erste Bestattung geben.

Freiherr Franz von Rotenhan, Initiator des Waldfriedhofes, weiß jetzt schon: "Wir rechnen damit, dass es allein im September etwa zehn Bestattungen sein werden." Seit der Betriebswirtschaftler aus Issigau mit seiner Waldfriedhof-Idee im April 2015 erstmals in der Gemeinde Callenberg vorsprach, lief er bei den Behörden offene Türen ein. Bis auf eine Gegenstimme bei der ersten Entscheidung im Gemeinderat bekam der Forstmann nur positive Resonanz. Nicht so im Nachbarort Waldenburg, wo Freiherr Franz von Feilitzsch für seine Pläne zu einem Bestattungswald ordentlich Gegenwind zu spüren bekommt. Dort sieht Pfarrer Ulrich Becker die eigenen Friedhöfe in Gefahr. Die Kirche fürchtet, dass die Bestattungswälder zur Konkurrenz werden. Bestattungswälder hält er für überflüssig. Es gebe nichts, was die herkömmlichen Friedhöfe nicht auch leisten könnten, versicherte der Geistliche.

Dass der Waldfriedhof "Schönburger Land" eine preiswerte Alternative bietet, will Franz von Rotenhan gar nicht bestreiten. "Ich finde es aber genauso gut, wenn sich Leute zu Lebzeiten dafür entscheiden, dass sie sich auf einem herkömmlichen Friedhof bestatten lassen möchten. Sie sollen aber die Wahl haben", sagt er. Im Eichenwald am Goldforstweg hat sich inzwischen viel getan. Das Areal ist eingezäunt und beschildert. Ganz bewusst hat von Rotenhan für das Logo des Waldfriedhofes die Eiche ausgewählt. "Zu einen ist das hier ein Eichenwald, zum anderen ist die Eiche das zentrale Motiv im Wappen von Callenberg." Drei Parkplätze bieten Stellflächen für 40 Autos. Alle 25 Meter gibt es nun einen gemulchten Weg. Im drei Hektar großen ersten Abschnitt des Waldfriedhofes sind inzwischen 550 Bäume mit roten und weißen Bändchen markiert. Weiß steht für einen einfachen Bestattungsbaum. Dort ist der Platz für die Urne bei einer Ruhezeit von 30 Jahren für 720 Euro zu bekommen. Rot kennzeichnet einen besonderen Bestattungsbaum. Dort liegt der Preis schon bei 960 Euro. 480 Euro kostet die Bestattung an einem Försterbaum - bei den in Sachsen gesetzlich vorgeschriebenen 20 Jahren Mindestruhezeit.

Wer vorsorglich eine Grabstätte für seine Familie an einem besonderen Bestattungsbaum oder einem großen Findling für 60 Jahre ordern möchte, muss 5800 Euro zahlen. Dort können dann bis zu zehn Urnen beigesetzt werden.

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