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Während man ungerechtfertigte Briefe von Inkassobüros nicht beachten muss, sollten Mahnbescheide ernst genommen werden.

Foto: Fovito/Fotolia/Archiv

Wenn sich ein Inkassobüro zu Unrecht einschaltet

Eine Meeranerin hat mehrere Zahlungsaufforderungen erhalten, ohne überhaupt eine Rechnung offen zu haben. Experten sagen, wie man sich verhalten sollte.

Von Tanja Goldbecher
erschienen am 13.10.2017

Meerane. Ungläubig öffnet die Meeranerin den an sie adressierten Brief. Ein deutsches Inkassobüro fordert sie darin auf, 265 Euro zu bezahlen. Angeblich habe sie eine Rechnung bei einem Sportgeschäft nicht beglichen. Rund 18 Euro Mahnkosten, 77 Euro Inkassovergütung und 2 Euro Verzugskosten sind aufgelistet - nur, was sie bestellt haben soll, steht nicht geschrieben.

"Ich habe sofort einen riesigen Schreck bekommen", sagt die Frau. Denn sie ist zwar eine Kundin bei dem Sportunternehmen, erinnert sich jedoch nicht, dort etwas gekauft und nicht bezahlt zu haben. Eine Mitarbeiterin der Sportfirma gibt der Meeranerin nach einem Anruf recht: Sie hat keine offenen Rechnungen bei dem Unternehmen. Die Mitarbeiterin sagt zudem, dass bei nicht beglichenen Einkäufen eigene Zahlungsaufforderungen verschickt und kein Inkassounternehmen beauftragt werde. Die betroffene Frau beschließt daraufhin, nicht auf den Brief des Inkassobüros zu reagieren. Einen Monat später landet jedoch das zweite Schreiben im Briefkasten.

Laut Sigrid Woitha, Leiterin der Zwickauer Verbraucherzentrale, kommt es zuletzt immer häufiger vor, dass Menschen mit solchen Problemen in ihrer Beratungsstelle Rat suchen. "Die Verbraucher sollten zunächst sorgfältig prüfen, ob sie die Ware wirklich nicht bestellt haben", sagt sie. Zum Teil würden Kunden tatsächlich vergessen, dass eine Rechnung noch nicht beglichen wurde.

Wenn jedoch abgesichert ist, dass keine Bestellung vorgelegen hat, sollten die betroffenen Personen ihrer Meinung nach einen Widerspruch gegen die Zahlungsaufforderung der Inkassobüros einlegen. Demnach könnten die Verbraucher einen Nachweis der angeblichen Bestellung und eine Auflistung der Inkasso-Kosten einfordern. Woitha und ihre Mitarbeiter stehen aber auch vor Ort für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

Der in dem Fall der Meeranerin tätig gewordene Inkasso-Dienst will sich zu diesen Einzelfällen nicht äußern - die Frau solle sich selbst mit dem Unternehmen in Verbindung setzen. Dass das jedoch nicht unbedingt nötig ist, bestätigt auch die Dresdner Rechtsanwältin Simone Sperling. "Auf eine ungerechtfertigte Forderung eines Inkassobüros muss man nicht reagieren", sagt sie. Sollte jedoch ein gerichtlicher Mahnbescheid vorliegen, gegen den man sich zur Wehr setzen möchte, sollte man unbedingt innerhalb der festgelegten Frist einen Widerspruch einlegen.

Auch gegen einen Vollstreckungsbescheid könnten die betroffenen Personen noch Einspruch erheben. Auch Sperling empfiehlt, Rat bei einer Verbraucherzentrale zu suchen. Die Meeranerin will sich in ihrem Fall jetzt schriftlich mit dem Inkassobüro auseinandersetzen.

 
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