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Formel-Fahrer Hartmut Heidicke aus Niederlungwitz mit seinem "ganz persönlichen" Grid-Girl.

Foto: Andreas KretschelBild 1 / 5

Bei den Oldies qualmte es wieder richtig

Die Sachsenring Classics sind eine verrückte Sache. Obwohl es eigentlich um nicht viel geht, geben viele Fahrer alles. Und auch die Autogrammjäger machen ernst.

Von Erik Kiwitter und THorsten Horn
erschienen am 19.06.2017

Hohenstein-Ernstthal. Der blaue Rennwagen mit der Startnummer 38 dreht sich einmal um die eigene Achse, bevor die Fahrt im Kiesbett vorläufig zu Ende ist. Staub wirbelt auf und Dreck, und es qualmt und dampft. Fahrer Christian Stoppel (30) aus Elsterheide (bei Bautzen) muss zuschauen, wie ihn die Konkurrenz stehen lässt und unbeeindruckt weiterfährt ... Bei der vierten ADAC Sachsenring Classic, dem großen Treffen der Motorsport-Veteranen am Wochenende, ging es wieder heiß her. Immerhin wurde nicht nur Show gefahren. Die alten Formelwagen aus den ehemaligen Ostblock-Ländern - Stoppel zum Beispiel saß in einem Rennwagen aus Estland, 13.000 Kubikzentimeter, Baujahr 1985 - führen eine eigene, richtige Meisterschaft durch.

Stoppel war am Wochenende indes nicht der einzige Rennfahrer, dem ein Malheur unterlief. Dem ehemaligen Vizeweltmeister Ralf Waldmann, der sich einst lautstark für den Sachsenring als WM-Strecke eingesetzt hat und hier deshalb viele Sympathien genießt, passierte ebenfalls ein Missgeschick. Fast ein klein wenig kurios: In seinem "Rennen" ging es um überhaupt nichts, weder um Zehntelsekunden noch um Platzierungen. Es war eine lockere Runde, die er absolvierte, als er in der nicht ungefährlichen K 11 mit seiner Honda zu Fall kam. Die Kurve gilt durchaus als berüchtigt; im vergangenen Jahr war hier beim Grand Prix unter anderem der zu diesem Zeitpunkt amtierende Weltmeister Jorge Lorenzo gestürzt. Waldmann konnte es gar nicht fassen: "So ein Mist. Dass ausgerechnet mir das passiert. Dabei weiß ich doch, dass diese Kurve tückisch ist. Mir selber ist nichts passiert. Aber um die Maschine ist es schade ..."

Aus Niederlungwitz war am Wochenende Hartmut Heidicke am Start. Er ist einer von denen, die einem nicht übel nehmen, wenn man sagt, dass sie verrückt sind. Er fährt in der Rennwagen-Klasse Formel Easter mit, also der Ostblock-Klasse, genau wie Christian Stoppel. Am Wochenende davor war Heidicke bei einem Rennen in Moskau dabei, brauchte in seinem Bus zwei Tage bis dahin. Auf dem Sachsenring war am Wochenende seine Lebensgefährtin Grit dabei. "Siehst du, ich habe mein eigenes Grid-Girl", lachte er.

Für die beiden Läufe bei den Sachsenring Classics musste er 500Euro Startgebühr hinblättern. Das ist kein Pappenstiel. Aber Hartmut Heidicke, der ebenfalls einen Formelwagen aus Estland fährt und in seinem richtigen Beruf auch Rennautos repariert, sieht es locker. "Wenn du einmal beim Motorsport Blut geleckt hast, kommst du nicht mehr los davon." Heidicke hatte sich früher - noch zu DDR-Zeiten - als Motocross-Fahrer zweimal den Schädel gebrochen. Als er deshalb keine Zweirad-Lizenz mehr bekam, stieg er auf das Auto um.

Ein "Verrückter" ist auch Frank Bischoff aus Hohenstein-Ernstthal. Der 73-Jährige war Gast im Pressezentrum. Er ist Autogrammjäger, einer von der ganz harten Sorte. Er hat die Unterschiften aller bisherigen Motorrad-Straßenweltmeister seit 1946. Das sind 141. "Alle selbst geholt oder die Fahrer auf dem Postweg angeschrieben", erzählt er. Auf ein Autogramm hat er einmal fünf Jahre gewartet. Es stammt von dem australischen Ex-Weltmeister Kevin Magee.

 
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