"CDU nimmt gern mal Idee von uns auf"

Alexander Weiß (Die Linke) über das Wahljahr 2019

Hohenstein-Ernstthal.

Die Linkspartei in der Karl-May-Stadt hat am Samstag mit ihrer öffentlichen Klausurtagung den Wahlkampf eröffnet, obwohl die Kommunalwahlen erst in einem Jahr, die OB-Wahlen sogar noch später durchgeführt werden. Erik Kiwitter sprach mit Alexander Weiß, 25, dem Vorsitzenden der Linksfraktion im Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal.

Freie Presse: Der Startschuss zur Kommunalwahl 2019 ist gefallen. Nicht ein klein wenig zu zeitig?

Alexander Weiß: Kommt drauf an, was man unter Wahlkampf versteht. Eigentlich machen wir immer Wahlkampf, aber eher unbewusst, indem wir uns konkret in die Kommunalpolitik der Stadt einbringen, uns mit konkreten Problemen befassen und mit den Einwohnern der Stadt reden. Aber es ist tatsächlich so: Mit der Klausur am Samstag haben zumindest die Vorbereitungen für den Wahlkampf offiziell begonnen. Ich glaube, der Zeitpunkt ist okay.

Was versprechen die Linken den Einwohnern von Hohenstein-Ernstthal vor den Wahlen zum Stadtrat 2019?

Gar nichts. Außer das wir uns wieder für bestimmte Dinge ganz besonders einsetzen werden.

Für welche?

Uns brennen viele Dinge unter den Nägeln. Uns gefällt nicht, dass für die Jugend in der Stadt so wenig los ist. Schauen Sie sich einmal das Schützenhaus an. Da ist doch viel zu wenig los. Ganz ketzerisch gesprochen: Es liegt fast brach. Dort gehört einmal im Monat eine Disko rein. Oder nehmen wir das Hot-Badeland. Das Geld, das die Stadt in den Erweiterungsbau für das Karl-May-Haus steckt, wäre dort besser aufgehoben. Im Sommer macht es ja regelmäßig wegen Wartungsarbeiten zu. Mit entsprechenden Investitionen könnte man das Becken im Freien wenigstens offen lassen.

Aber es leben auch ältere Menschen in der Stadt.
Natürlich. Aber wir müssen schon etwas tun, damit die Jugend nicht noch weiter abwandert. Freilich sind wir ein guter Schulstandort geworden, das muss man schon sagen. Aber wo trifft sich denn die Jugend? Meistens auf Parkplätzen vor Supermärkten. Da hat sie mehr verdient. Für die ältere Generation müssen wir anstreben, dass sie zum Beispiel besser vom Hüttengrund ins Stadtinnere kommt. Da sind die Verbindungen nicht gut, da kann man bestimmt etwas verbessern, indem man kleinere Busse einsetzt, die dafür aber häufiger fahren.

Wie groß ist denn der Einfluss, den Ihre Fraktion hat?

Wir sind mit vier Sitzen die stärkste Oppositionspartei im Stadtrat. Das wollen wir auf jeden Fall bleiben. Aber die CDU hat neun Sitze. Und damit ist unser Einfluss leider begrenzt. Ich habe gemerkt, dass die CDU auch gern mal eine Idee von uns aufnimmt, wenn sie merkt, sie kann damit bei den Wählern punkten. Das hat man zum Beispiel bei der Debatte um den Sachsenring-Lärm gemerkt.

2019 wird auch ein neuer OB gewählt. Es wird gesagt, das Sie Interesse an dem Amt haben.

Da laufen noch die Gespräche mit dem Ortsverband der Partei. Aber ich möchte schon, dass der amtierende OB im Gegensatz zur letzten Wahl einen Gegner bekommt.

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