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Der Orgelbauer Frank Hunger stellt in der in der Orgel die Pfeifen ein.

Foto: Andreas Kretschel

Eine Rundumkur für Pfeifen und Ventile

Mit Spannung werden die ersten öffentlichen Töne der Jehmlich-Orgel in Oberlungwitz nach der Sanierung erwartet. Eine Hauptrolle spielt ein gut 80 Jahre alter Motor, der zuletzt ein Eigenleben entwickelte.

Von Markus Pfeifer
erschienen am 09.06.2018

Oberlungwitz. Nach langem Warten soll es in einer Woche soweit sein. Die Jehmlich-Orgel in der Oberlungwitzer St.-Martins-Kirche wird nach ihrer Sanierung mit einem Konzert und einem Festgottesdienst eingeweiht. Dann können die Organisten auch auf neue Technik zurückgreifen. Denn die Orgel hat eine neue elektronische Bedientafel bekommen, durch die die Orgelregister digital gesteuert werden können. Je nachdem, wie viele der insgesamt 52 Register im Einsatz sind, ändern sich Klangfarbe und Intensität der Orgelmusik. "Früher musste des analog gesteuert werden. Die neue Technik macht es deutlich einfacher, an der Orgel zu spielen", erklärt Orgelbauer Georg Wünning. Der Computer kann mehrere Tausend Kombinationen speichern, die dann einfach per Tastendruck ausgewählt werden. In der Orgel selbst mussten Holzteile erneuert werden, weil hier und da der Holzwurm zu viel Appetit hatte. Einige wenige der insgesamt mehr als 3000 Orgelpfeifen in dem beachtlich großen Instrument, das 1931 in die Kirche eingebaut wurde, mussten erneuert werden. Auch die Ventile wurden auf Vordermann gebracht.

Für eine unliebsame Überraschung sorgte vor einigen Tagen dann der Elektromotor, der zum Orgelgebläse auf dem Dachboden der Kirche gehört. Das gute Stück, das aus der Schweiz stammt und 1936 gebaut wurde, streikte plötzlich. "Wahrscheinlich hat da aber nur Öl gefehlt", sagt Volkmar Teske, der in der Kirchgemeinde für die Bauvorhaben verantwortlich ist. Mit reichlich Öl brummt der Motor wieder, allerdings sorgten seine Geräusche noch für etwas Unbehagen bei den Verantwortlichen. Beim Konzert, das am 16. Juni, 17 Uhr beginnt, muss die Orgel schließlich durchhalten. Dann werden der Kantor Martin Müller und sein Vorgänger Johannes Baldauf gemeinsam musizieren. Einen Tag später findet ab 10Uhr ein Festgottesdienst statt, bei dem mit Holger Schmidt ein weiterer ehemaliger Oberlungwitzer Kantor und der Orgelsachverständige Norbert Ranft-Knopfe auf der Orgel spielen. Sollte der Motor dann wieder streiken, könnte der Blasebalg der Orgel zur allergrößten Not auch manuell bedient werden, wie es früher in Kirchen üblich war.

Gekostet hat die Orgelsanierung laut Volkmar Teske 114.000 Euro. Davon hat die Kirchgemeinde selbst rund 80.000 Euro mit Spendenmitteln aufgebracht. Der Rest kommt von der Landeskirche. Mit der Orgelsanierung enden auch die großen Vorhaben der Kirchensanierung, in die weitere 750.000 Euro geflossen sind. Sie hatte 2010 mit Arbeiten am und im Kirchturm begonnen. Als später das Kirchenschiff saniert wurde, stellte sich heraus, dass auch Arbeiten an vom Schwamm befallenen Dachbalken nötig sind. Das machte größere Eingriffe nötig und in der Folge wurde entschieden, dass auch die Decke des Kirchenraumes in Ordnung gebracht werden muss. Dadurch kam es zu Verzögerungen bei der Sanierung der Orgel.

 
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