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Ortschronist Jürgen Martin hat fast 20 Ordner mit alten Unterlagen und historischen Fotos von Mannichswalde gefüllt. Zur Entstehung des Ortsnamens gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Foto: Thomas Michel

Geschichte eines kleinen Ortes beginnt am Brauhausteich

Kreisgeschichte(n): Woher Westsachsens Städte und Dörfer ihre Namen haben. Teil 78: Mannichswalde.

Von Holger Frenzel
erschienen am 08.11.2017

Mannichswalde. Das Dorf, das sich heute ganz im Westen des Landkreises Zwickau befindet, taucht am Ende des 14. Jahrhunderts erstmals in einer Urkunde auf. In dem Schriftstück ist 1396 der älteste bekannte Rittergutbesitzer Hans von Weissenbach "zu Manigßwaldt" erwähnt. Schon 1413 setzt sich "Manigswalde" als Schreibweise durch. Die Frage, wie der Ort zu seinem Namen kam, lässt sich nicht genau beantworten. "Über die Entstehung der Ortsbezeichnung gibt es unterschiedliche Auffassungen", sagt Ortschronist Jürgen Martin. Der 70-Jährige sammelt seit 1996 fast alles über den Ortsteil von Crimmitschau. In "Geschichten der Kirchen und Schulen des Herzogtums Altenburg" wird die Meinung vertreten, dass der Name nicht vom Anführer einer Siedlungsgemeinschaft hergeleitet werden kann. Stattdessen wird eine Verbindung zu "Mannich" hergestellt, was vom Eigenschaftswort "manec" stammt. Das bedeutet im Althochdeutschen "viel, übrig bleiben". Der Wald wird als Gemeingut gesehen.

Dagegen favorisieren Experten der Universität in Leipzig eine andere Variante: Sie sprechen von der "Rodungssiedlung eines Manning". Dabei wird eine vom Vatername abgeleitete Erweiterung von "Manno" oder vielleicht auch "Hermann" in Erwägung gezogen. Über beides wird in einer Festzeitung, die 1996 anlässlich des 600-jährigen Ortsjubiläums erschienen ist, informiert. In anderen Orten - wie beispielsweise Braunichswalde (von Brun) oder Jonaswalde (von Jan) - herrscht zur Herkunft des Namens Klarheit.

Mannichswalde gehört zu den Rodungsdörfern. "Die ersten Siedler haben sich in der Nähe des heutigen Brauhausteiches niedergelassen", sagt Jürgen Martin. Die Entwicklung des Ortes ist eng mit dem Rittergut verbunden, das 1840 als "eines der stärkeren Rittergüter im hiesigen Herzogtum" bezeichnet wurde. Hier befanden sich 1927 unter anderem 59 Kühe und zwei Bullen. Die jährliche Milchleistung lag damals bei 1500 Liter pro Kuh. Zum Vergleich: Heute beträgt die Milchleistung einer Hochleistungskuh 30.000 Liter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil des Rittergut-Komplexes abgerissen. Dort ist nun ein Festplatz.

Seit 1994 ist Mannichswalde ein Ortsteil von Crimmitschau. Das Dorf mit seinen 606 Einwohnern hat eine ganze Menge zu bieten. Freizeit- und Erlebnisbad sowie ein Campingplatz locken in den Sommermonaten Gäste an. Zudem gibt es mit dem "Fischerhof" und der Sportgaststätte zwei Möglichkeiten zum Einkehren. Der Heimatverein "Wir Mannichswalder", Sportverein und Faschingsverein sorgen für kulturelle Höhepunkte.

 
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