Große Gefühle im Seniorenheim

Seit 18 Jahren gibt es den Hewag-Seniorenstift in Lichtenstein. Für Heimleitung und Bewohner ein Grund zu feiern. Mit dabei war auch ein besonderes Liebespaar.

Lichtenstein.

Wann immer die Hutzenbossen da sind, kommt im Hewag-Seniorenstift Freude auf. Schon häufiger waren sie in der Pflegeeinrichtung in Lichtenstein zu Gast. Das Duo singt in erzgebirgischer Mundart, spielt eine Reihe von Instrumenten und hat es damit bis in die Volksmusik-Sendungen des MDR geschafft. Auch bei den Bewohnern des Altersheims seien die beiden sehr beliebt, sagt Carmen Zwinscher, die den Sozialen Dienst der Einrichtung leitet.

Der große Saal des Seniorenstifts am Lichtensteiner Stadtrand ist am Mittwochnachmittag mit bunten Girlanden und gelben Luftballons geschmückt. Dicht gedrängt sitzen rund 110 Heimbewohner und einige Angehörige an den gedeckten Kaffeetischen. Nur wenige der insgesamt 128 Bewohner wollen sich die Feierlichkeiten zum 18. Geburtstag ihrer Einrichtung entgehen lassen.

Den wohl besten Blick auf die Stargäste haben Ruth Zander und Günter Großau. Sie sitzen an einem Vierertisch in der ersten Reihe - sie auf einem der grün gepolsterten Holzstühle, er im Rollstuhl. Die beiden verbindet mehr als nur die gemeinsame Kaffeetafel. Seit einigen Jahren sind sie ein Paar. Kennengelernt haben sie sich hier im Seniorenstift.

Die Liebesgeschichte begann, als der heute 67-jährige Günter Großau vor gut zwei Jahren in die Lichtensteiner Einrichtung einzog. Ruth Zander, heute 84 Jahre alt, war zu diesem Zeitpunkt schon seit einem Jahr dort. Schnell habe sie ein Auge auf den neuen Mitbewohner geworfen. Den ersten Schritt habe sie gemacht. "Frau Zander ist die forschere von den beiden", sagt Dominique Klein vom Sozialen Dienst. Wie sie mit ihrem Zukünftigen geflirtet hat? "Ach, wie man halt so flirtet", sagt Ruth Zander. Blicke habe sie ihm zugeworfen, auch mal ein Lächeln. Schnell hätten die beiden zueinander gefunden.

Ein Zimmer teilen sie sich zwar nicht. Dennoch verbringen sie viel Zeit miteinander. Jeden Morgen hält Günter Großau seiner Ruth einen Platz im Speisesaal frei. Gemeinsam nehmen sie an den Aktivitäten im Heim teil: Rätselraten, Kegeln, Gesellschaftsspiele. Am liebsten spielen sie "Mensch, ärgere dich nicht". Auch die Feste im Seniorenstift genießen die beiden gemeinsam. Und dort soll es in Zukunft noch einige Partys geben. "Zum 20-jährigen Bestehen wollen wir eine ganze Woche lang feiern", kündigte Einrichtungsleiterin Anja Zeuner an, bevor schließlich die Hutzenbossen für Stimmung sorgten.

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