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Planer Gerd Jürgen Ulrich ist zufrieden mit dem Ergebnis. Ein großes Stück der neuen Mauer mit den Originalsteinen steht schon.

Foto: Andreas Kretschel

Grumbacher retten ihre historische Mauer

Die 200 Jahre alte Kirche in Grumbach ist das Heiligtum des Ortes. Bis zur Jubiläumsfeier wird auch die mehr als 300 Jahre alte Mauer, die sie umgibt, erneuert - mit Tausenden Originalsteinen.

Von Hans-Peter Kuppe
erschienen am 14.04.2018

Grumbach. Irgendwann wäre die 300 Jahre alte Natursteinmauer einfach auf die Straße Am Kiefernberg gekippt oder in sich zusammengesackt. Davon ist Planer Gerd Jürgen Ulrich überzeugt. "Der Frost hat sie auseinandergetrieben, viele Steine sind rausgefallen." Mit dem Erneuern der Friedhofsmauer kommt die Kirche zum einen ihrer Verkehrssicherungspflicht nach, zum anderen ist die Mauer wieder ein Schmuckstück, wenn der Ort vom 15. bis 17. Juni das Jubiläum "200 Jahre Grumbacher Kirche" feiert.

Rund 50 Meter der jahrhundertealten Mauer, die Kirche und Friedhof umgibt, müssen neu aufgebaut werden. Tausende Steine, rund 40 Kubikmeter, wird Baumeister Frank Kühnert aus Callenberg am Ende abgetragen und wieder aufgesetzt haben. Dabei kommt das alte Basalt-Material wieder zum Einsatz. Tonnenweise Trass-Zement - früher wurde Lehm verwendet - hat er schon verarbeitet, um die bis zu 1,40Meter hohe Mauer auf dem alten Fundament wieder zu errichten. "Das ist Sisyphus-Arbeit", sagt Kühnert, der seit September an der Mauer baut. Er hat das Gespür dafür, welcher Naturstein an welche Stelle passt, damit es hält und perfekt aussieht. "Du brauchst vor allem Erfahrung, ein geübtes Auge und ästhetisches Empfinden", sagt Ulrich. Zwei Drittel der Mauer sind bereits fertig. Die neue Mauer wird mit 56 Zentimetern etwas schmaler als die alte. Deshalb bleibt Material übrig. Das wird vor der Kirche zu zwei halbkreisartigen Sitzgelegenheiten für eine Kommunikationsecke aufgemauert, erklärt Kühnert.

Die alte Friedhofsmauer soll aus dem 17. Jahrhundert stammen. "Die gab es schon, als die alte baufällige Kirche 1816 abgerissen wurde", sagt Ortsvorsteher Albrecht Kupfer. Er kennt die Geschichte: Die Zeiten nach den napoleonischen Kriegen waren hart, es fehlte an allem. Erst recht an Geld für einen Kirchenneubau. Der sollte 4300 Taler kosten. Dem Baumeister, Johann Gottlieb Schwarzenberg aus St. Egidien, wurde sogar erlaubt, das Abrissmaterial wiederzuverwenden. Weil auch die Orgel ersetzt werden musste, verteuerte sich alles auf 5000 Taler. In dieser Notlage bat der Schönburgische Amtshauptmann den Sachsenkönig Friedrich August I. um Erlaubnis, dass die Diözesen Plauen, Chemnitz und Freiberg für den Grumbacher Kirchenbau sammeln durften. Nur halbfertig wurde die Kirche zum Jubiläum "300 Jahre Reformation" 1817 geweiht, aber erst 1818 fertiggestellt. Seither kennt man sie umgeben von der alten Friedhofsmauer. Die wurde meist nur notdürftig geflickt. Ihre Sanierung kostet nun rund 45.000 Euro, davon kommen 29.000 Euro aus der Leader-Förderung. Das Geld reicht nur für jenes Mauerstück, das der Kirche gehört.

Noch nicht saniert ist das Stück entlang der Straße am Haupteingangstor des Friedhofes. Das gehört der Gemeinde Callenberg. Dort wird nur restauriert. Dafür stellt Callenberg noch mal 8000 Euro bereit. Bis Juni soll auch das Geschichte sein.

 
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