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Bei einem Unfall im Februar bei Bernsdorf waren viele Einsatzkräfte gefordert.

Foto: Andreas Kretschel

Kameraden haben viele Anliegen

Beim Treffen von Staatssekretär Günther Schneider mit Feuerwehrleuten wurde über Probleme gesprochen. Ein Fazit: Nicht um alles kann sich der Staat kümmern.

Von Christian Meyer
erschienen am 14.06.2018

Waldenburg. Vorschriften, Rechtsfragen, Ausbildung, Kosten - Diskussionsstoff gibt es bei den Freiwilligen Feuerwehren reichlich. Beim Besuch von Günther Schneider, Staatssekretär im sächsischen Innenministerium, wurden von Vertretern der hiesigen Wehren im Waldenburger Gerätehaus deshalb am Dienstagabend viele Themen angesprochen.

Ausstattung: Der Freistaat gab erst in der Vorwoche bekannt, dass die Zuschüsse für die Freiwilligen Feuerwehren in Sachsen verdoppelt werden auf nun jährlich 43 Millionen Euro, darunter eine Pauschale von 50 Euro pro Kamerad. Das kam bei den betroffenen gut an. Schneider: "Das Land Bayern zahlt pro Einwohner 2,14 Euro an die Feuerwehren. In Sachsen sind es 9,80 Euro." Das könne sich sehen lassen. Der Finanzausgleich soll neu geregelt werden, Kreise und Kommunen sollen mehr Freiheiten bekommen. "Aber das ist wie bei einem Tanker, den man umsteuern muss." Die Ausarbeitung neuer Regelungen brauche Zeit. Ehrenamt: Nicht nur die Feuerwehrmitglieder und deren Familien, auch die Arbeitgeber müssen mitspielen, sagt Remses Wehrleiter Tim Keller. Doch für die ist das wirtschaftlich oft schwierig, wenn man Personal freistellen muss. Statt Dankesworte gibt es dafür beschwichtigende Hinweisschreiben vom Landratsamt oder vom Bürgermeister. Günther Schneider war ein Seufzer anzuhören. "Es fällt den Deutschen oft schwer, einfach mal Danke zu sagen." Dabei würde das so manchen Ärger oft mildern. Ausbildung: Unter Nachwuchsmangel leiden zwar alle. Doch das war nicht der Schwerpunkt der Klagen. "Wir sind eigentlich gut aufgestellt", sagte zum Beispiel Philipp Rauschenbach, Jugendwart in Oberwiera. "Das Problem ist der Übergang zu den Erwachsenen." Da brechen viele weg, die Mannschaften haben oft Schwierigkeiten, neue Mitglieder zu gewinnen. Rauschenbachs Vorschlag: Quereinsteiger ansprechen. "Diese sollten ihre Grundausbildung nicht erst über Jahre hinweg nachholen, sondern besser in einem zweiwöchigen Crashkurs an der Landesfeuerwehrschule." In der Praxis dürfte das schwierig werden. Auf die 4000 Plätze, die die Landesfeuerwehrschule bereit hält, kommen rund 13.000 Anmeldungen. Bereits möglich sind hingegen Doppelmitgliedschaften, bei denen ein Kamerad bei der Wehr seines Arbeitsortes im Dienst ist. Mehrfach schalteten sich auch René Kraus von der Landesfeuerwehrschule und Landtagsmitglied Jan Löffler (CDU) ein. Grundtenor: Wir nehmen Eure Kritik auf, aber die Wehren und Kommunen haben vieles selbst in der Hand. Als die Frage von Glauchaus Wehrchef René Michehl nach möglichen Mindeststandards bei Arztuntersuchungen älterer Kameraden aufkam, sagte Staatssekretär Schneider: "Nicht noch mehr Regeln!"

Von einem Juristen und ehemaligen Richter war das ein bemerkenswerter Satz.

 
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